Steinmarder - Wildtier

Der Stein- oder Hausmarder unterliegt dem Jagdgesetz. Das bedeutet, er darf von nicht Jagdausübungsberechtigten weder gefangen noch getötet werden.

Systematik

Der Steinmarder (Martes foina) ist ein Vertreter der hundeartigen Raubtiere.

Beschreibung

Steinmarder

Der Körper des Steinmarders ist charakterisiert durch einen langgestreckten, schlanken Rumpf (circa 50 Zentimeter), relativ kurzen Gliedmaßen, einem relativ langen und buschigen Schwanz (20 bis 30 Zentimeter) sowie einem weißen und oft gegabelten Kehlfleck. Das Fell ist meist braungrau gefärbt (Farbvarianten sind möglich). Das Gewicht eines erwachsenen Tieres beträgt 1 bis 2 Kilogramm.


Nahrung

Der Steinmarder ernährt sich von erbeuteten Mäusen, Vögeln und deren Eiern, Fröschen, Insekten und von pflanzlicher Kost wie Beeren und Früchten.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit (Ranz) ist im Hochsommer. Danach folgt eine Keimruhe. Während der Keimruhe nistet sich das befruchtete Ei zwar in der Gebärmutterschleimhaut ein, wird aber für eine gewisse Zeit nicht weiterentwickelt. Die eigentliche Tragzeit beträgt einen Monat. Danach bringen die Weibchen ein bis fünf Jungen zur Welt. Sie sind bei der Geburt noch nackt und blind. Einen Monat nach der Geburt öffnen sie die Augen. Nach einem weiteren Monat endet die Säugezeit. Im Herbst verlassen sie das Muttertier und werden selbstständig.

Vorkommen

Die Heimat des Steinmarders sind Europa und weite Teile Asiens. Er bevorzugt mit Busch bewachsenes und felsiges Gelände. Er ist oft in der Nähe menschlicher Siedlungen anzutreffen, wo er sich in Parkanlagen, Scheunen oder Dachböden aufhält. Daher wird er auch Dachmarder oder Hausmarder genannt. Er nistet häufig in leer stehenden Gartenhäusern oder auf Dachböden. Sein Aufenthaltsort ist manchmal nur durch Futterreste und Nestmaterial wie Haare, Federn oder Pflanzenteile erkennbar. Oft sind die Nester an unzugänglichen Stellen angelegt, sodass nur der Geruch seiner Duftdrüsen, Exkremente und der von ihm manchmal produzierte Lärm seine Gegenwart verraten. Der Lärm kann während der Aufzucht der Jungen, bei der es in den Verstecken turbulent zugehen kann, entstehen.

Lebensweise

Der Steinmarder ist ein nachtaktives, scheues Tier. Während des Tages schläft er in Steinhaufen und verlassenen Höhlen anderer Tiere. Auffällig und unangenehm wird er, wenn er Häuser als Domizil auserwählt und Dachböden besiedelt. Dort baut er Nester aus Haaren, Federn und Pflanzenmaterial. In der Nacht geht der Steinmarder auf Nahrungssuche. Dann ist nicht selten - insbesondere in Mansardenwohnungen - das Getrappel unter dem Dach zu hören. Besonders laut wird er während der Paarungszeit und wenn die Jungtiere herumtollen. Der Steinmarder ist ein Einzelgänger, der nur in der Paarungszeit den Kontakt zu Artgenossen sucht.

Bedeutung als Kulturfolger

Der Steinmarder ist ein Allesfresser. Er bevorzugt aber fleischliche Nahrung. In besiedelten Gebieten findet er Nahrung im Überfluss: im Freien stehengelassenes Katzen- und Hundefutter, Fallobst und Küchenabfälle auf Komposthaufen. Manchmal dringt der Steinmarder sogar in Hühnerställe und Taubenschläge ein. Durch das panische Umherflattern der Vögel wird der Tötungsreflex des Steinmarders immer wieder ausgelöst, sodass er alle Tiere tötet, selbst wenn er nur wenige fressen kann.

Empfehlungen und Maßnahmen bei Marderbefall

Häufig kann man an Fahrzeugen Spuren eines Steinmarders sehen, besonders auf Windschutzscheiben und Motorhauben. Immer wieder dringt er auch in den Motorraum ein und zerbeißt Kabel, Schläuche und Dämmmaterial. Die Ursache dieses Verhaltens liegt nicht, wie vielfach angenommen, an der Restwärme des Motors oder dem Geruch der Gummischläuche. Stattdessen markiert der Steinmarder sein Revier mit dem Sekret seiner Duftdrüsen, um es gegen eindringende Artgenossen zu verteidigen. Die Duftmarke von einem vermuteten Rivalen aus einem fremden Revier, in dem das Auto zuvor abgestellt war, macht den Revierinhaber schließlich äußerst aggressiv.

Autos, in denen der Steinmarder gerne nächtigt, sollten regelmäßig einer Motorwäsche unterzogen, mit einem Marderspray ausgesprüht oder mit einer elektronischen Marderabwehr ausgestattet werden. Um das Eindringen des Steinmarders in Dachböden zu verhindern, sollten Äste, die über das Dach ragen, so weit wie möglich abgeschnitten, Mauerbegrünungen entfernt und alle Durchlässe und Lücken, die in den Dachboden führen, verschlossen werden.

Verantwortlich für diese Seite:
Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (Magistratsabteilung 49)
Kontaktformular