Fuchs - Wildtier

Der Fuchs unterliegt dem Jagdgesetz, das bedeutet, er darf von nicht Jagdausübungsberechtigten weder gefangen noch getötet werden.

Systematik

Der Rotfuchs (Vulpes vulpes), die einzige in Österreich lebende Fuchsart, ist ein Vertreter der Familie der hundeartigen Raubtiere.

Beschreibung

Fuchs

Der Fuchs hat eine Schulterhöhe von etwa 40 Zentimeter, eine spitze Schnauze, dreieckige, spitze, aufrecht stehende Ohren und einen buschigen zirka 40 Zentimeter langen Schwanz. Das Haarkleid ist im Sommer typisch rotbraun, im Winter eher grau. Die Schwanzspitze, die Bauchunterseite und die Schnauze sind weiß. Das Gewicht eines erwachsenen Fuchses beträgt 5 bis 7,5 Kilogramm, wobei die Männchen deutlich schwerer sind als die weiblichen Tiere.

Nahrung

Der Fuchs ist ein Allesfresser. Er ernährt sich von Mäusen (bis zu 15-20 pro Tag) und anderen kleinen Säugetieren oder Jungtieren und Neugeborene größerer Tiere, von Hühnervögeln (man denke nur an das Kinderlied: "Fuchs, du hast die Gans gestohlen"), Fröschen, Regenwürmern und ebenso von Fallobst, in Gärten stehen gelassenes Hunde- und Katzenfutter sowie auch Küchenabfälle auf Komposthaufen. Der Fuchs nimmt, was leicht zu erbeuten ist, auch Aas; er ist nicht besonders wählerisch. Dringt der Fuchs in einen Hühnerstall ein, tötet er kurzerhand alles, was aufgeregt gackert und sich nicht verstecken kann. Nach der Hühnermahlzeit versucht er die überschüssige Beute als Nahrungsvorrat zu vergraben.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit des Fuchses ist noch im Winter (Jänner/Februar). Die Trächtigkeit beträgt 50 Tage. Danach gebiert die Fähe meistens vier bis sechs Jungen einer mehrkammrigen Höhle. Diese sind bei der Geburt noch blind, besitzen aber schon ein wolliges Haarkleid. Einen Monat nach der Geburt verlassen die jungen Füchse zum ersten Mal den Bau. Sie werden zirka 1 1/2 Monate gesäugt.

Vorkommen

Der Fuchs kommt weltweit in der nördlichen Hemisphäre vor, sowohl in arktischen Gebieten als auch in tropische Regionen. Durch seine große Anpassungsfähigkeit besiedelt er Wälder ebenso wie Äcker, Grünland und auch städtische Siedlungsräume. Dort lebt er in Parkanlagen, Friedhöfen und Gärten.

Nicht immer gräbt sich der Fuchs selbst einen Bau, häufig benutzt er verlassene Dachsbaue oder leer stehenden Gartenhäuser, manchmal wohnen sogar Fuchs und Dachs gemeinsam in einem Bau.

Lebensweise

Der Fuchs ist in der Dämmerung und Nacht aktiv, wird aber besonders im städtischen Bereich auch immer wieder tagsüber auf seinen Streifzügen gesehen. Da er im bebauten Stadtgebiet nicht bejagt wird, kann er sich dort auch entsprechend sicher fühlen. Füchse leben in einem Familienverband, der ein gewisses Territorium für sich beansprucht, bei der Nahrungssuche sind sie aber stets Einzelgänger.

Bedeutung als Kulturfolger

Etliche Füchse haben mittlerweile die Scheu soweit abgelegt, dass sie auf der Suche nach Futter in Häuser eindringen und plötzlich vor erschrockenen Hausbewohnern stehen. Die Furcht vor dem Fuchs ist verständlich, wird der Fuchs doch noch immer mit der Tollwut in Verbindung gebracht.

Die Tollwut ist in Österreich seit 2006 ausgerottet. Österreich ist auch international als tollwutfreies Land anerkannt.

Nicht ganz unbegründet ist jedoch die Gefahr, die vom Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ausgeht. Dieser Bandwurm lebt im Darm des Fuchses, der mit dem Kot Bandwurmeier ausscheidet. Diese können mit dem Kot auf den Erdboden, auf Gegenstände in Bodennähe, auf niedrig wachsende Früchte, zum Beispiel Erdbeeren oder Heidelbeeren, oder in Sandkisten gelangen und so vom Menschen direkt oder über die Hände aufgenommen werden. Im Menschen entwickeln sich dann Larvenstadien, welche sich in der Leber ansiedeln und lebensbedrohend sein können.

Es wird empfohlen, nach der Gartenarbeit, dem Aufenthalt im Wald oder dem Spielen in der Sandkiste die Hände gründlich zu reinigen. Ebenso sollte Obst aus Bodennähe vor dem Verzehr gewaschen werden.

Füchse sind auch Träger von zahlreichen Ektoparasiten wie Zecken, Räudemilben und Flöhen. Diese Lästlinge befallen die Füchse in ihren Höhlen, saugen Blut und Gewebsflüssigkeit und können, wenn sie in Massen auftreten, nicht nur starken Juckreiz und Hautveränderungen auslösen, sondern sogar zu starker Abmagerung und schließlich zum Tod der Füchse führen. Da eine Übertragung auf Haustiere und zum Teil auch auf den Menschen möglich ist, sollten Haustiere, die mit Füchsen Kontakt haben könnten gegen die klassischen Infektionskrankheiten der Hunde (Staupe, Hepatitis, Leptospirose und sicherheitshalber auch Tollwut) geimpft und regelmäßig entwurmt werden.

Tote Füchse sollten von Menschen nicht mit bloßen Händen berührt werden.

Empfehlungen und Maßnahmen gegen Füchse

Füchse sind ähnlich wie Katzen gute Kletterer und können auch Zäune problemlos überwinden. Daher müssen im Freien gehaltene Meerschweinchen, Kaninchen und Hühnervögel in einem nach oben geschlossenen Gehege gehalten werden.

Füchse neigen auch dazu, im Freien liegen gelassene Arbeitshandschuhe und ganz besonders Gartenschuhe zu "stehlen" und in ihren Bau zu bringen. Es scheint der Schweißgeruch des Menschen besonders attraktiv zu sein. Darum wird empfohlen diese Gegenstände nicht im Freien liegen zu lassen.

Ebenso ist jegliches Futter wie Küchenabfälle, Hunde- und Katzenfutter und Fallobst zu entfernen.

Füchse sollten durch Anfüttern nicht zahm gemacht werden, sie sind Wildtiere und sollen auch Wildtiere bleiben. Das Halten von Wildtieren ist auch verboten.

Geruchsstoffe, Lichteffekte, Ultraschall haben sich als keine dauerhafte Lösung erwiesen um Füchse von einem Grundstück fern zu halten.

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