Dachs - Wildtier

Der Dachs unterliegt dem Jagdgesetz, das bedeutet, er darf von nicht Jagdausübungsberechtigten weder gefangen noch getötet werden.

Systematik

Der Dachs (Meles meles) wird als größter heimischer Marder zu den hundeartigen Raubtieren gezählt.

Beschreibung

Dachs

Der Körper des Dachses ist besteht aus einem flachen, massigen Rumpf (Länge bis zu 80 Zentimeter) und kurzen Gliedmaßen mit kräftigen Pfoten und langen starken Krallen. Der Schwanz ist relativ kurz (10 bis 20 Zentimeter). Das Fell ist langhaarig und grau gefärbt, der längliche Kopf ist charakteristisch schwarz-weiß gestreift. Das Gewicht eines erwachsenen Tieres beträgt 10 bis 25 Kilogramm, wobei die Männchen deutlich schwerer sind als die weiblichen Tiere und im Herbst, infolge des angefressenen Winterspecks, schwerer als im Frühjahr.

Nahrung

Der Dachs ernährt sich sowohl von tierischer als auch von pflanzlicher Kost. Sein Lieblingsfutter sind Regenwürmer, aber auch Insektenlarven, Käfer, Schnecken, Kleinsäuger, sowie Beeren und Früchte. In Gärten locken ihn Fallobst, Küchenabfälle und im Freien stehen gelassenes Hunde- und Katzenfutter an.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit ist im Frühjahr, danach folgt eine Keimruhe. In dieser Zeit entwickeln sich die befruchteten Eier nicht weiter. Erst im Dezember/Jänner nisten sie sich in die Gebärmutterschleimhaut ein und die eigentliche Trächtigkeit beginnt. Sie beträgt 45 Tage. Der Wurf besteht meistens aus zwei bis drei Jungen, selten eines oder fünf. Diese sind bei der Geburt noch blind und nur schütter behaart. Einen Monat nach der Geburt öffnen die jungen Dachse die Augen. Sie werden drei Monate gesäugt und verlassen mit zwei bis drei Monaten zum ersten Mal den Bau. Mit zwei Jahren wandern schließlich einige von ihnen ab.

Vorkommen

Der Dachs kommt in ganz Europa und im mittleren Osten vor. Er bevorzugt mit Büschen bewachsenes Gelände. Auf seinen Streifzügen benutzt er immer wieder die selben Trampelpfade, die man Dachsgeschleif nennt. In Wien kommen Dachse gehäuft in den westlichen Randbezirken vor. Seine Bauten gräbt er oft auf verlassenen Grundstücken in Hanglagen, die mit Sträuchern und Hecken eine gute Deckung bieten. Infolge des großen Nahrungsangebotes durchstreift er Gärten, wo er im feuchten Rasen nach Regenwürmern sucht und dabei viele Grablöcher hinterlässt.

Lebensweise

Der Dachs ist in der Dämmerung und Nacht aktiv. Während des Tages hält sich das scheue Tier in seinem Bau auf, der häufig aus einem weit ausgedehnten System von Kammern und Verbindungsgängen besteht, die zu mehreren Ausgängen führen. Die Dachsbauten werden oft über Generationen benutzt und immer wieder erweitert. Der Wohnkessel liegt nicht selten in einer Tiefe von fünf Metern. In der Nähe des Einganges befindet sich meist ein für Dachse charakteristisches Erdloch von etwa 20 Zentimeter Tiefe, das er als seine Latrine nutzt.

Bedeutung als Kulturfolger

Der Dachs hat sich trotz seiner Scheu wegen des günstigen Futterangebotes an die Nähe des Menschen gewöhnt und sich in großer Dichte im Grüngürtel vieler Städte angesiedelt. Dort stößt er aber auf wenig Gegenliebe, wenn er in gepflegten Rasenflächen nach Regenwürmern sucht, Latrinen oder gar einen neuen Dachsbau anlegt. Nicht selten gräbt er unter Gartenhäuser, Geräteschuppen oder befestigte Terrassen, die kein Fundament aufweisen.

In Wien wurde ein Dachsbau unter einem Gartenhaus entdeckt, in dem der bereits hohl liegende Fußboden beim Betreten einbrach. Ein anderer Dachs hatte sich unter einem massiven Vierkant-Haus in den Innenhof durchgegraben und sich in den Gemüsebeeten bedient. Ein weiterer Dachs hatte seinen Bau in einer steilen Böschung angelegt und diese so unterminiert, dass eine Hangrutschung zu befürchten war.

Empfehlungen und Maßnahmen gegen Dachse

Dachse sind in der Zeit von 1. Jänner bis 31. Mai streng geschützt. In dieser Zeit ist es verboten sie zu töten, zu fangen oder absichtlich zu stören. Auch die Dachsbaue dürfen in diesem Zeitraum nicht vernichtet oder beschädigt werden.

Das wirksamste Mittel um durch Dachse verursachte Schäden auf einem Grundstück zu vermeiden ist sie am Eindringen zu hindern. Das ist durch fundamentierte Zäune, die nach unten keinen Spalt freilassen zu erreichen. Ist das Errichten eines Fundaments nicht möglich, können Baustahlstäbe in 15 Zentimeter Abstand eingeschlagen werden. Jedenfalls ist jegliches Futter wie Küchenabfälle, Hunde- und Katzenfutter und Fallobst zu entfernen. Grabarbeiten für einen Dachsbau sollten von Beginn an unterbunden werden. Bestehende Baue dürfen erst nach dem 31. Mai zerstört werden, weil davor mit Jungtieren im Bau zu rechnen ist.

Geruchsstoffe, Lichteffekte, Ultraschall haben sich als keine dauerhafte Lösung erwiesen.

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Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (Magistratsabteilung 49)
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