Untersuchung von Lebensmittelproben

Lebensmittelproben werden in Wien nach einem fixen Probenplan entnommen. Dieser wird jährlich neu zusammen mit dem Gesundheitsministerium und den einzelnen Bundesländern erstellt. Die gezogenen Proben werden an die Abteilung Lebensmitteluntersuchung Wien (MA 38) sowie an die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) übermittelt und dort untersucht.

Die Untersuchung von Lebensmittelproben durch die MA 38 läuft wie folgt ab:

  • Alle zur Untersuchung eingebrachten Lebensmittelproben der Abteilung Marktservice & Lebensmittelsicherheit (MA 59) und Privatproben werden computerunterstützt erfasst. Gewicht, Größe, Art der Verpackung und andere Messgrößen werden erhoben.
  • Bei der organoleptischen Untersuchung werden alle Lebensmittelproben kommissionell beurteilt. Die Proben werden mittels sensorisch wahrnehmbaren Parametern (Farb-, Geruchs-, und Geschmacksabweichungen, Zischen beim Öffnen einer Konserve) auf Genusstauglichkeit untersucht.
  • Wenn im Zuge der organoleptischen Untersuchung angenommen wird, dass die Probe in ihrer Zusammensetzung nicht den Vorschriften entspricht, wird eine chemische Untersuchung durchgeführt. Auch der Gehalt an Rückständen (wie von Pflanzenschutzmitteln, Schwermetallen) kann durch die chemische Spurenanalytik festgestellt werden.
  • Im Anschluss an die organoleptische Untersuchung werden verdorbene oder gesundheitsschädliche Proben einer bakteriologischen Untersuchung unterzogen. Dies dient zur Abklärung der Bakterienart und Bakterienmenge.
  • Einige Lebensmittel dürfen laut Verpackungsangaben oder traditionell nur bestimmte Tier- oder Pflanzeneiweißsorten enthalten (wie Putenprodukte, Schafkäse). Zum Schutz vor Täuschung werden die Produkte mittels biochemischer Untersuchung "durchleuchtet".
  • Im Zuge der histologischen Untersuchung werden mit Hilfe der Mikroskopie die gewebliche Zusammensetzung von Lebensmitteln (wie bei Würsten), die Artenzuordnung verschiedener Insekten (Vorratsschädlinge) oder Fremdbeimengungen in verschiedenen Lebensmitteln bestimmt.
  • Wird im Zuge der organoleptischen Untersuchung angenommen, dass die Lebensmittelprobe in bakteriologischer, histologischer, chemischer oder biochemischer Sicht nicht entsprechend ist, werden die genannten Untersuchungen ebenfalls durchgeführt.
  • Nach dem Abschluss aller, für ein sicheres Urteil notwendiger, Untersuchungen wird durch eine sachverständige Person ein Gutachten erstellt.
  • Dieses Gutachten stellt die Grundlage für weitere Veranlassungen des Wiener Marktamtes dar. Dazu gehört beispielsweise die Vernichtung von Warenresten bei verdorbenen Lebensmittelproben. Bei ungesetzlichen Handlungen werden juristische Schritte eingeleitet.

Weiterführende Informationen

Verantwortlich für diese Seite:
Dr. Martin Hofer (Magistratsabteilung 38)
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