Verpflichtende Nährwertangaben - Lebensmittelsicherheit

Die fünfjährige Übergangsfrist für verpflichtende Nährwertangaben auf verpackten Lebensmitteln endete am 13.12.2016.

Eine Frau im weißen Mantel kontrolliert eine Lebensmittelpackung.

Die EU-Informationsverordnung löste am 13. Dezember 2016 nach einer fünfjährigen Übergangsfrist die österreichische Nährwertkennzeichnungsverordnung ab.

Statt der bisherigen freiwilligen Kennzeichnung ist diese nun gesetzlich vorgeschrieben. Auch die Art und Weise wurde genau geregelt: Sieben Nährwerte müssen auf verpackten Lebensmitteln in einer bestimmten Reihenfolge und Menge tabellarisch aufgelistet werden: Brennwert, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz. Die Details sind im Artikel 30 der EU-Informationsverordnung ausgeführt.

Sieben verpflichtende Angaben - die "Big Seven"

Etikett mir Nährwertangaben

Auch bisher waren teilweise Nährwertdeklarationen verpflichtend. Wenn zum Beispiel mit dem Vorhandensein ("reich an Ballaststoffen") oder auch kaum Vorhandensein ("zuckerarm") eines Nährstoffes geworben wurde, galt die österreichische Nährwertkennzeichnungsverordnung.

Seit 13.12.2016 muss jedes verpackte Produkt Angaben zu sieben Nährwerten enthalten. Diese müssen tabellarisch in vorgegebener Reihenfolge wiedergegeben werden und auf 100 Gramm oder 100 Milliliter bezogen sein:

  1. Energie/Brennwert
  2. Fett
  3. gesättigte Fettsäuren
  4. Kohlenhydrate
  5. Zucker
  6. Eiweiß
  7. Salz

Zusatzinformation ist möglich

Nährwertangaben von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, mehrwertigen Alkoholen, Stärke, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen sind weiterhin erlaubt.

Ergänzende Angaben von Nährwertmengen pro Portion dürfen ebenfalls aufgedruckt werden. Die Größe der Portion muss dann ebenso auf der Verpackung angeführt sein.

Kontrollen durch das Marktamt

Die Nährwerttabelle ist auf vielen Produkten bereits vorhanden. Zahlreiche Lebensmittelherstellerinnen und Lebensmittelhersteller haben diese neuen Bestimmungen bereits umgesetzt.

Seit 13. Dezember 2016 wird die Umsetzung der Bestimmungen von der Abteilung Marktservice & Lebensmittelsicherheit (MA 59) kontrolliert.

Ausnahmen von der Nährwertdeklaration

Lebensmittel, die von der Nährwertangabe ausgenommen sind, sind im "Anhang V" der Lebensmittelinformations-Verordnung aufgelistet:

  • Unverpackte Erzeugnisse, die nur aus einer Zutat oder Zutatenklasse bestehen
  • Verarbeitete Erzeugnisse, die lediglich einer Reifungsbehandlung unterzogen wurden und die nur aus einer Zutat oder Zutatenklasse bestehen
  • Für den menschlichen Gebrauch bestimmtes Wasser, auch solches, dem lediglich Kohlensäure und/oder Aromen zugesetzt wurden
  • Kräuter, Gewürze oder Mischungen daraus
  • Salz und Salzsubstitute
  • Tafelsüßen
  • Kaffeeerzeugnisse im Sinne der Richtlinie 1999/4/EG
  • Tee, auch Kräuter- oder Früchtetees
  • Gärungsessig und Essigersatz, auch solche, denen lediglich Aromen zugesetzt wurden
  • Aromen
  • Lebensmittelzusatzstoffe
  • Verarbeitungshilfsstoffe
  • Lebensmittelenzyme
  • Gelatine
  • Gelierhilfen für Konfitüren
  • Hefe
  • Kaugummi
  • Lebensmittel in Verpackungen, deren größte Oberfläche weniger als 25 Quadratzentimeter beträgt
  • Lebensmittel, einschließlich handwerklich hergestellter Lebensmittel, die direkt in kleinen Mengen von Erzeugnissen durch die Herstellerin oder den Hersteller an den Endverbraucher oder an lokale Einzelhandelsgeschäfte abgegeben werden, die die Erzeugnisse unmittelbar an den Endverbraucher abgeben
Verantwortlich für diese Seite:
Marktservice & Lebensmittelsicherheit (Magistratsabteilung 59)
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