Weltcup Parallelslaloms in Wien - Historische Sportveranstaltungen in Wien

Wien ist eine weit über die Grenzen hinaus bekannte Größe im Sportgeschehen und als Austragungsort internationaler Sportveranstaltungen sehr beliebt. Dass es prinzipiell möglich ist, auch Skisportveranstaltungen ersten Ranges in der Donaumetropole abzuhalten, wurde mit der Ausrichtung von Weltcup-Parallel-Slaloms eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit der Skipiste Hohe-Wand-Wiese im 14. Bezirk hatte man einen idealen Austragungsort, der Wien zur viel beachteten Wintersportstadt machte. Nicht Sestriere veranstaltete 1996 den ersten Flutlicht-Slalom, sondern Wien 1986 auf der Hohen-Wand-Wiese.

Skifahrer in Aktion beim Parallelslalom-Weltcup im Jahr 1986 auf der Hohen-Wand-Wiese

Wie alles begann

Nach den großartigen Erfolgen der österreichischen Wintersportlerinnen und -sportler bei den Olympischen Spielen in Cortina (Italien) - die euphorische Stimmung in der Bevölkerung ausnutzend - beschloss die Wiener Stadtverwaltung auch mitten in der Donaumetropole attraktiven Skisport anzubieten. Am 1. März 1966 eröffnete der damalige Bürgermeister Bruno Marek die Skipiste auf der Hohen-Wand-Wiese im 14. Bezirk. In den kommenden Jahren avancierte diese zum viel beachteten Austragungsort internationaler Wintersportveranstaltungen.

Erster Parallelslalom der Skigeschichte

Bereits ein Jahr nach der feierlichen Eröffnung der Hohen-Wand-Skipiste wurde am 21. Februar 1967 der erste Parallelslalom der Skigeschichte in Wien ausgerichtet. Trotz strömenden Regens waren 2.500 Zuschauerinnen und Zuschauer gekommen, denen spannende Zweikämpfe geboten wurden. Bei den Damen siegte die Tschechoslowakin Anna Morawa vor der Wienerin Aglaja Schillinger. Bei den Herren gewann der polnische Weltklasseläufer und Studentenweltmeister Andrzej Bachleda im Finale gegen Hans Stolz (Steiermark). Die beiden Finalisten mussten insgesamt neunmal über die Piste, und fuhren rund zweieinhalb Kilometer Slalom mit 351 Toren.

Am 30. Jänner 1968 starteten auf der Hohen-Wand-Wiese Skifahrerinnen und Skifahrer aus Frankreich (Jean-Noel Augert, Patrick Russel), der Schweiz (Kurt Huggler, Mario Bergamin) und Österreich. Mehr als 4.000 Zuschauerinnen und Zuschauer erlebten ein dramatisches Rennen. Mario Bergamin blieb dabei Sieger, da Patrick Russel im zweiten Lauf gestürzt war. Bei den Damen gewann Dietlinde Klos vor Christi Ditfurth (beide aus Österreich).

Sternstunde für den österreichischen Skisport

Über den Parallelslalom am 27. Jänner 1969 schreibt die Tageszeitung Kurier: "10.000 Begeisterte harrten bis nahezu 22.30 Uhr nachts aus: Auf der Hohen-Wand-Wiese trug sich das größte skisportliche Ereignis zu, das Österreichs Bundeshauptstadt jemals erlebt hatte. Der Parallelslalom begeisterte - und fesselte."

Dieses Jahr waren mit Reinhard Tritscher, Franz Digruber, Alfred Matt und Herbert Huber österreichische Spitzenläufer am Start. Es gelang ihnen, die starke ausländische Konkurrenz, allen voran Andrzej Bachleda (Polen), Dumeng Giovanoli (Schweiz) oder Henri Brechu (Frankreich) zu schlagen. Im rein österreichischen Finale unterlag Matt Huber knapp. Der großartige Skisportler Herbert Huber, Silbermedaillengewinner von Grenoble, 1967, schied am 15. Juli 1970 durch Selbstmord aus dem Leben.

Parallelslalom-Weltcup 1986

Am 6. Jänner 1986 fand mit der Ausrichtung des Parallelslaloms im Rahmen des Ski-Weltcups der letzte große Höhepunkt auf der Hohen-Wand-Wiese statt. Die gesamte Weltelite - allen voran Marc Girardelli (Luxemburg) oder Ingemar Stenmark (Schweden) - kamen nach Wien und boten den mehr als 10.000 Zuschauerinnen und Zuschauern ein Flutlicht-Slalom Erlebnis, das in die Annalen der Wiener Sportgeschichte eingehen sollte. Den spannenden K.O.-Bewerb entschied der Italiener Ivano Edalini für sich.

Ingemar Stenmark in Aktion Markus Wasmaier in Aktion

Ein Weltcup-Parallelslalom mitten in der Großstadt war eine kleine Sensation, die auch die Erwartung der Veranstalter voll erfüllte. So erklärte der Wiener Sportstadtrat, Franz Mrkvicka, in seiner Eröffnungsrede: "Wien ist eine bekannte Größe im Sportgeschehen und als Austragungsort auch internationaler Großveranstaltungen sehr beliebt. Ein reibungsloser Ablauf in Technik und Organisation, moderne Sportbauten, die allen Anforderungen gerecht werden, und die natürliche Infrastruktur einer Großstadt machen den Aufenthalt für Aktive und Sportfunktionäre attraktiv. Warum sollten wir, da dies alles ja ganzjährig vorhanden ist, Wien nicht auch für den Wintersport attraktiv machen, wenn dies möglich ist?"

Der Weltcup-Parallelslalom, den der Stadtrat gemeinsam mit Karl Schranz eröffnete, hat gezeigt, dass Wintersport-Großveranstaltungen in Wien nicht nur denkbar sondern auch äußerst erfolgreich sind.

Verantwortlich für diese Seite:
Sportamt (Magistratsabteilung 51)
Kontaktformular