Tandelmarkt - Geschichte der Wiener Märkte

Der Markthandel mit gebrauchten Kleidungsstücken und diversen Gebrauchsgegenständen fand in Wien schon früh eine feste Heimat. Bereits 1404 fand ein Tandelmarkt auf der Brandstätte, gegenüber dem Riesentor vom Stephansdom, statt. 1614 wurde der Markt zum Kärntner Tor verlegt. Nach der Vertreibung der Jüdinnen und Juden vom Unteren Werd, wie damals die Leopoldstadt genannt wurde, erteilte 1670 Kaiser Leopold I. den dortigen Bewohnerinnen und Bewohnern das Privileg, an drei Tagen wöchentlich einen "Tandel Marckt" abzuhalten. Der Name der Tandelmarktgasse erinnert noch heute daran.

Durch die Jahrhunderte wurde der Markt abwechselnd in der Leopoldstadt und der Nähe des Kärntnertors abgehalten. 1821 wurde er nach dem Bau des Polytechnischen Instituts, der heutigen Technischen Universität, aus der Gegend des heutigen Resselparks in den Bereich des Karolinentors, etwa an die Stelle des heutigen Eislaufvereins, verlegt.

Hallenbau am ""Roßauer Glacis""

Schwarz-Weiß-Foto von fixen Marktständen

Hallenbau mit Rundbogen nach der Art orientalischer Bazare

1862 musste der Markt weichen. Dies erfolgte auf Empfehlung der "Wiener Stadterweiterungs- und Verschönerungs-Commission". Der Grund war die mit der Anlage des Stadtparks einhergehende Neugestaltung seiner Umgebung. Daraufhin schlossen sich etwa 200 Trödlerinnen und Trödler zusammen und erwarben ein Grundstück am ehemaligen "Roßauer Glacis", zwischen der Berggasse und der Türkenstraße. Der Architekt Emil von Förster errichtete für die Trödler einen eingeschossigen Hallenbau mit Rundbogen nach der Art eines orientalischen Bazars für 200 Läden.

Nachkriegszeit

Der Tandelmarkt im 9. Bezirk bestand bis zum Jahr 1944, als er durch Bombentreffer schweren Schaden nahm. Nach Kriegsende abgerissen, steht seit 1957 an dieser Stelle die Pensionsversicherungsanstalt der Arbeiter.

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Marktservice & Lebensmittelsicherheit (Magistratsabteilung 59)
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