Schanzlmarkt - Geschichte der Wiener Märkte

Im mittelalterlichen Wien hatten sich nicht nur auf Plätzen innerhalb der Stadtmauern, sondern auch außerhalb der Befestigungsanlagen Märkte entwickelt. Einer dieser Märkte war "am Schanzl" entstanden. So wurde wurde der Uferstreifen des Donauarmes unterhalb der Befestigung zwischen dem Rotenturm-Tor und der Kirche "Maria am Gestade" genannt.

Die Bedeutung dieses Marktes für die Versorgung der Stadtbevölkerung wuchs rasch. Dort durften die von außerhalb der Stadt kommenden Verkäuferinnen und Verkäufer ihr Obst und Gemüse - im Gegensatz zu den Märkten innerhalb der Stadtmauern - täglich zum Verkauf anbieten.

Der Schanzlmarkt war der bedeutendste Obst- und Gemüseumschlagplatz für auf Schiffen gelieferte Ware. Er dehnte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts von der Ferdinandsbrücke (heute Schwedenbrücke) bis zur Maria-Theresien-Brücke (heute Augartenbrücke) aus.

Aufteilung der Verkaufsbereiche

Schwarz-Weiß-Bild: Der Schanzlmarkt vor Errichtung des Donaukanals 1898

Der Schanzlmarkt vor Errichtung des Donaukanals 1898

Die unüberschaubar gewordene Zahl von Händlerinnen und Händlern machte es schließlich erforderlich, den Verkaufsbereich zu gliedern. Im Jahr 1839 wurde eine "Allgemeine Dienstordnung" erlassen. Darin wurde festgelegt, dass am rechten Ufer des Donauarms die Obst- und Viktualienschiffe liegen dürfen. Am linken Ufer lagen Schiffe, die Erdäpfel, Kraut und Rüben geladen hatten. An beiden Ufern durfte die Ladung nur auf dem Schiff verkauft werden. Am rechten Ufer war zusätzlich ein Platz vorgesehen, auf dem ausgeladenes Gut verkauft werden durfte.

Umzug und Wiederkehr

Historisches Schwarz-Weiß-Foto: Gefäße mit Obst und Fässer, dazwischen Menschen

Der Schanzlmarkt an der rechten Seite des Donaukanals, wo er bis1933 existierte

Wegen des Baues der Wiener Stadtbahn musste der Markt im Jahr 1893 abgesiedelt werden. Er wurde zwischenzeitlich an jener Stelle des 2. Bezirks abgehalten, an der sich heute der Wettsteinpark erstreckt, am linken Ufer des Donaukanals flußaufwärts der Augartenbrücke.

Im November 1903 kehrte der Schanzlmarkt an die rechte Uferseite des Donaukanals nahe der Maria-Theresien-Brücke, zwischen Maria-Theresien-Straße und Schottenring, zurück. Hier existierte er bis zum Jahr 1933.

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