Neuer Markt - Geschichte der Wiener Märkte

Zur Deckung der Versorgungsbedürfnisse der rasch anwachsenden Bevölkerung Wiens genügte der Hohe Markt als Marktplatz bald nicht mehr. Er fand seine Erweiterung am Neuen Markt, der im Jahr 1234 als "novum forum" erstmals Erwähnung fand.

Handelsplatz für Getreide

Der mittelalterliche Umschlagplatz für Grünwaren und Fleisch entwickelte sich bald zum Handelsplatz für Getreide, Mehl und Hülsenfrüchte. Schon 1345 wurde eine "melgroube" erwähnt. Dabei handelt es sich um ein Speicherhaus, wie es aus Städten bekannt ist, deren mittelalterlicher Kern erhalten geblieben ist. Das fünfgeschossige Gebäude wurde 1453 von der Stadt errichtet und bestand bis 1697.


Wandel zum Viktualienmarkt

Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der größte Teil der Marktstände auf dem Neuen Markt von Müllern betrieben. Erst die zunehmende Konkurrenz neuer Mühlen im Osten Wiens, von denen Getreide und Mehl per Schiff geliefert und am Schanzl verkauft wurde, ließ den Mehl- und Getreidehandel im Zentrum der Stadt bedeutungslos werden.

Historisches Schwarz-Weiß-Foto: Marktfrauen bieten ihre Ware aus großen Körben an.

Marktstandlerinnen um 1900

Der Neue Markt wandelte sich im Lauf des 19. Jahrhunderts zu einem einfachen Viktualienmarkt, also einem Lebensmittelmarkt. Die Bezeichnung Mehlmarkt für den Neuen Markt hatte jedoch in den allgemeinen Sprachgebrauch Eingang gefunden und geriet erst in der Zeit der Republik langsam in Vergessenheit.

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