Naschmarkt - Geschichte der Wiener Märkte

gemaltes Bild: Markttreiben auf einem gepflasterten Platz

Der Naschmarkt um 1855

Im Jahr 1905 erhielt der ehemalige Kärntnertormarkt einen offiziellen Namen, dessen Herkunft nicht eindeutig geklärt ist. Tatsache ist, dass er von der Bevölkerung zuerst mit "Aschenmarkt" und schon ab circa 1820 als "Naschmarkt" bezeichnet worden war.

Sein Vorläufer war ein auf der Freyung in der Stadt eingerichteter Obst- und Gemüsemarkt. Dieser wurde wegen anhaltender Auseinandersetzungen zwischen dem Magistrat und dem Schottenkloster 1780 vor das fürstlich Starhembergische Freyhaus, dem heutigen Bereich Wiedner Hauptstraße - Resselgasse - Operngasse, verlegt.

Vom Aschenmarkt zum Naschmarkt

Für die Bezeichnung "Aschenmarkt" gibt es zwei Erklärungsmöglichkeiten:

Vor dem Freyhaus hatte sich an der Stelle einer früheren städtischen Aschen- und Mistablagerungsstätte ein kleiner Milchmarkt etabliert. Vermutlich deshalb bezeichneten die Wienerinnen und Wiener ihren neuen Markt als Aschenmarkt.

"Asch" war aber auch eine gängige Bezeichnung für den aus Eschenholz gefertigten Milcheimer.

Bereits zu Anfang des 19. Jahrhunderts begann sich die Bezeichnung "Naschmarkt" durchzusetzen, möglicherweise eine Verballhornung der alten Bezeichnung im Hinblick auf hier erhältliche Leckereien, denen der Hauch ferner Länder anhaftete.

Ausdehnung über die Wien

Historisches Schwarz-Weiß-Foto: Marktszene, im Vordergrund ein berittener Polizist und Karren mit verschiedenen Waren, im Hintergrund die Sezession

1900 befindet sich der Naschmarkt noch nicht über dem Wienfluss.

Nach erfolgter Wienflussregulierung und -überbauung begann sich der Markt von der ursprünglichen Fläche, dem heutigen Bereich des Karlsplatzes zwischen Operngasse/Linke Wienzeile und Wiedner Hauptstraße, auf den eingedeckten Bereich über der Wien auszudehnen. Die geplante Errichtung eines Prachtboulevards bis nach Schönbrunn hätte allerdings seine Absiedlung erfordert.

Historisches Schwarz-Weiß-Foto: Luftaufnahme von einem Markgebiet mit drei Gebäudezeilen

1933: Der Naschmarkt wird bereits von einem einheitlichen Erscheinungsbild geprägt.

Die Diskussion um einen neuen Standort des Marktes wurde durch den Beginn des Ersten Weltkrieges beendet. Bereits während des Krieges wurden nach Plänen des Wiener Stadtbauamtes neue Standbauten errichtet. Sie gaben dem Markt das einheitliche Erscheinungsbild, das ihn heute noch prägt. 1919 wurde der innere - ursprüngliche - Teil des Marktes aufgelassen. Der Naschmarkt war damit auf den heutigen Standort entlang der Wienzeile beschränkt.

Ab 1916 wurde am stadtauswärtigen Ende des Marktes provisorisch ein Obst-, Gemüse- und Blumengroßmarkt eingerichtet.

Sanierung 2010 bis 2015

Die fixen Marktstände am Naschmarkt wurden zwischen 1910 und 1916 errichtet. Nach rund 100 Jahren war eine grundlegende infrastrukturelle Sanierung und Revitalisierung notwendig. Alle Wasser- und Stromleitungen sowie Kanalisation und Regenwasserabfluss wurden komplett erneuert. Die abgeschlossene Oberflächensanierung macht den Naschmarkt weitgehend barrierefrei.

Das äußere Erscheinungsbild des Marktes wurde durch die Sanierungsarbeiten nicht verändert. Die Stände des "Bauches von Wien" stehen unter Denkmalschutz.

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