Geschichte der Markt- und Lebensmittelaufsicht

Das Wiener Marktamt ist eine der ältesten städtischen Einrichtungen Wiens. Seine Geschichte reicht weit in das 19. Jahrhundert zurück.

Fotografie eines historischen, handschriftlich verfassten Dokuments mit Unterschriften und Stempel

Am 25. Jänner 1839 wurde der k.k. Niederösterreichischen Landesregierung durch ein Dekret der k.k. Hofkanzlei die Bewilligung erteilt, alle bisher getrennt agierenden Marktinspektionen Wiens in einer einzigen Dienststelle zu vereinigen. Die neu eingerichtete "Vereinigte Marktpolizei - Aufsichtsanstalt" war zunächst nur für die Verwaltung der Wiener Märkte zuständig.

Entwicklungen bis zum Ersten Weltkrieg

Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts erhielten die Wiener Marktkommissäre immer neue Aufgaben. Die Marktordnung vom 12. Jänner 1884 enthielt ein "pro memoria" für die Marktkommissäre. In diesem waren folgende Agenden aufgezählt:

  • Marktpolizei
  • Einhebung der Marktgebühren
  • Sanitäts- und Veterinärpolizei
  • Lebensmittelpolizei
  • Gewerbepolizei
  • Straßenpolizei
  • Feuerpolizei
  • Strompolizei

Dieses Aufgabenspektrum blieb bis zum Jahr 1893 erhalten. Im Zuge einer Reorganisation kam es in diesem Jahr unter anderem zur Ausgliederung der amtstierärztlichen Aufgaben und in der Folge zur Schaffung eines Veterinäramtes.


Das Marktamt wächst

Das Wiener Marktamt wuchs mit der Stadt:

Im Dezember 1890 wurden im Zuge der zweiten Stadterweiterung 43 Vororte außerhalb des Linienwalls - des heutigen Gürtels - eingemeindet. Diese bilden heute die Bezirke 11 bis 19. Die Eingemeindung bewirkte die Verdreifachung der Fläche Wiens. Die EinwohnerInnen-Zahl erhöhte sich auf 1.430.000. Im Jahr 1892 wurden Niederlassungen des Marktamtes - damals "Exposituren" genannt - in den neuen Bezirken eingerichtet.

Yppenmarkt und Brunnenmarkt

Historisches Schwarz-Weiß-Foto: Menschen vor einem Gebäude mit der Aufschrift "Marktamts-Abteilung XVI Bezirk"

Zwei Jahre nach der Eingemeindung des Vorortes Ottakring im Jahr 1890 wurde eine Außenstelle des Marktamtes an der Ecke Dettergasse/Schellhammergasse eingerichtet. Die Niederlassung wurde circa 1910 geschlossen und in ein neu erbautes Marktamtsgebäude auf dem Yppenplatz verlegt, das gemeinsam mit dem Großmarktteil des Yppenmarktes errichtet worden war.

Markt für Fischhandel

Schwarz-Weiß-Foto: zwei Männer in Anzug und Hut posieren vor einem Gebäude mit der Aufschrift "Marktamtslokal"

Der bereits seit mehr als hundert Jahren am heutigen Donaukanal bestehende Fischhandel erhielt mit der Eröffnung eines neuen Marktes im Jahr 1904 eine zeitgemäße Einrichtung. Unter der Rampe vom Franz-Josef-Kai zum Zentralen Fischmarkt wurde neben Kühleinrichtungen auch eine Expositur des Marktamtes geschaffen.

Zweiter Weltkrieg

Nach dem "Anschluss" Österreichs am 12. März 1938 folgten eine grundlegende Umorganisation des Marktamtes sowie die Arisierung der Märkte.

1938 bis 1945 - Geschichte der Wiener Märkte

Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte die Bevölkerung nur durch die Hilfe der Alliierten mit Lebensmitteln versorgt werden. Das Marktamt wachte damals über die Verteilung der Lebensmittel. Auch im Kampf gegen den damals blühenden Schwarzhandel war das Marktamt tätig.

Nachkriegszeit

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Marktservice & Lebensmittelsicherheit (Magistratsabteilung 59)
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