Central-Marktanlage Landstraßer Markthallen - Geschichte der Wiener Märkte

Als Standort für einen neuen Markt wurde die Nähe des Bahnhofes Hauptzollamt, heute "Wien-Mitte", der 1847 bis 1849 neu errichteten Verbindungsbahnlinie gewählt. Damit sollten bessere Möglichkeiten für die Nahrungsmittelversorgung der wachsenden Stadt geschaffen werden.

Nach Baubeginn 1864 wurde die Central-Markthalle an der Stubentorbrücke, heute Stubenbrücke, im November 1865 eröffnet. Das Leitmotiv, wonach alle landwirtschaftlichen Produzentinnen und Produzenten der Monarchie ihre Waren per Bahn einsenden und kommissionell verkaufen konnten, klang bestechend. In der Praxis ließen jedoch zu große Steuerbelastungen (Verzehrsteuer) und ein unzulänglicher Bahntransport, der die Waren häufig verdorben ankommen ließ, das Marktleben nicht gedeihen. Schon 1866 stand die Halle zum Teil leer. 1868 wurde sie durch Gemeinderatsbeschluss in eine Großmarkthalle umgewandelt.

Eröffnung zweite Markthalle

Der Standort wies neben seiner zentralen Lage weitere wichtige Pluspunkte, wie die Bahnanbindung und ein ausreichend großes Areal, auf. Die Eignung für die Versorgung der Stadt war also gegeben. Daher wurde 1899 auf der anderen Seite der Gleisanlage, an der Invalidenstraße, eine zweite Markthalle eröffnet. Diese war dem Verkauf importierter Fleischwaren gewidmet. Von den Bahngleisen in Tieflage konnte die Ware mittels elektrischer Aufzüge zur Halle befördert werden. Eine Stahlbrücke über den Bahngleisen verband Großmarkthalle und Fleischhalle.

Eröffnung dritte Markthalle

Schwarz-Weiß-Foto: Männer in einer Großmarkthalle, im Hintergrund Tierhälften

Um 1900: In der zweiten Markthalle wurden Fleischwaren verkauft.

1904 wurde, ebenfalls zwischen Bahn und Invalidenstraße, eine dritte Markthalle eröffnet. Die Viktualienhalle diente dem Großhandel mit Obst und Gemüse. Sie enthielt aber im oberen Stock auch einen Verkaufsbereich für den Einzelhandel. Die Dritte der Markthallen erhielt ebenfalls Anschluss an die Bahngleise.

Nach Fertigstellung aller Markthallen wurde die gesamte Anlage als "Central-Marktanlage für Groß- und Kleinhandel" bezeichnet.


Bis 2008 Landstraßer Markt

Die Fleischhalle wurde nach der 1972 erfolgten Übersiedlung des Fleischgroßmarktes nach Sankt Marx abgetragen.

Am Platz der Viktualienhalle wurde 1979 der Landstraßer Markt eröffnet. Die neu errichtete Markthalle vereinigte in sich die Detailmarktbereiche der früheren Fleischhalle und der früheren Viktualienhalle. Der Markt wurde 2008 im Zuge der Errichtung des multifunktionalen Gebäudekomplexes Wien Mitte geschlossen.

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