Dichtheit von Gebäuden - Prüfungen der MA 39

Die Qualitätsmerkmale von Fenstern und Türen werden nicht nur am Prüfstand der MA 39 überprüft oder vor Ort auf den Baustellen. Die Stadt Wien als größte Wohnhausbesitzerin hat sich zum Ziel gesetzt, auch bei der Sanierung und beim Austausch von Fenstern einen hohen Standard und eine dementsprechende Qualität zu gewährleisten. Immer wichtiger wird auch die Überprüfung der Bauanschlussfugen (beim Einbau der Fenster beziehungsweise der Türen), um den hohen Anforderungen gerecht zu werden.

Luftdichtheit von Fenstern

Eine Fenstermaus wird an eine Fensterfuge gehalten.

Mit der Fenstermaus wird die Luftdichtheit getestet.

Unter der Führung der Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle (MA 39) wurde im Jahre 1990 in Zusammenarbeit mit einer Messgerätefirma ein Prüfverfahren entwickelt. Die Fenster werden mit bis zu 600 Pascal (Pa) Unterdruck im Prüfraum geprüft.

Es wurde eine "Fenstermaus" mit dem dazugehörigen Programm und Equipment gefertigt. Dadurch ist vor Ort die Prüfung der Luftdurchlässigkeit von Fenstern möglich.


Schlagregendichtheit von Fenstern

Vorrichtung zur Prüfung der Schlagregendichtheit bei Fenstern

Vor Ort-Prüfung der Schlagregendichtheit

Im Jahre 1994 wurde das Vor-Ort-Fensterprüfsystem um die Prüfung der Schlagregendichtheit ergänzt. Diese Prüfeinrichtung hat die MA 39 geplant und gebaut. Eine komplette Prüfung (Luft- und Schlagregendichtheit des Fensters sowie der Bauanschlussfugen) kann vor Ort auf der Baustelle durchgeführt werden.


Luft- und Schlagregendichtheitsprüfung von Bauanschlussfugen

Querschnitt einer Bauanschlussfuge

Bauanschlussfuge nach ÖNORM B 5320

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Qualitätsprüfung des Einbaues der Fenster und Türen. Die Prüfung wurde früher durch die staatliche Richtlinie für den Hochbau und wird heute durch die ÖNORM B 5320 und folgende abgedeckt und bei jeder Messung vor Ort durchgeführt. Ein mangelhafter Einbau kann zu Spätfolgen führen und die Freude an neuen Fenstern trüben.

Bei einer schadhaften oder nicht ordnungsgemäß ausgeführten Bauanschlussfuge kommt es zu erheblichen Lufteintritten und teilweise auch Schlagregeneintritten. Ist die Bauanschlussfuge der ÖNORM entsprechend ausgeführt, kommt es zu keinen Luft- beziehungsweise Schlagregeneintritten.


BlowerDoor-Messung

Druckmessung mit drei Ventilatoren im Labor

Leckagen werden bei der BlowerDoor-Messung gefunden.

Bei der Messung wird im Gebäude ein Über- beziehungsweise Unterdruck erzeugt. Die Druckdifferenz beträgt zwischen 50 und 100 Pascal. Geprüft wird entsprechend der ÖNORM EN 13829.

Mit den Messapparaturen der MA 39 ist es möglich, neben Einfamilienhäusern auch große Gebäude zu prüfen.

Bei der Suche nach Leckagen wird das Gebäude bei 50 Pascal (Pa) Unterdruck begangen. Mit einem Luftgeschwindigkeitsmessgerät (Thermoanemometer) wird die Stärke der Luftströmung im Bereich der einzelnen Leckagen ermittelt. Für die Erstellung eines ausführlichen Gutachtens werden Art und Lage der einzelnen Undichtheiten in einem Protokoll erfasst und fotografisch dokumentiert. Als weitere Hilfsmittel werden nach Bedarf Nebelerzeuger oder Infrarotthermographie eingesetzt.

Verantwortlich für diese Seite:
Dipl.-Ing. Dr. Christian Pöhn (Magistratsabteilung 39)
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