Gefährlicher Abfall - Ausstufung

Allgemeine Informationen

Durch das Ausstufungsverfahren wird nachgewiesen, dass ein bestimmter Abfall, der rechtlich als gefährlich gilt, im Einzelfall nicht gefährlich ist.

Bestimmte gefährliche Abfälle ( z.B. Asbestabfälle) sind "nicht ausstufbar" - das bedeutet, eine Ausstufung für diese gefährlichen Abfälle ist nicht zulässig.

Die Ausstufung kann durchgeführt werden für

  • eine Einzelcharge ("Einzelchargenausstufung") oder
  • einen Abfall aus einem definierten Prozess in gleichbleibender Qualität ("Prozessausstufung").
    Dabei kann es sich um:
    • die Ausstufung eines Abfallstroms oder
    • die Ausstufung eines wiederkehrenden Abfalls handeln

Eine Ausstufung kann von folgenden Personen vorgenommen werden:

  • Von der jeweiligen Abfallbesitzerin/dem jeweiligen Abfallbesitzer ("allgemeine Ausstufung") oder
  • Von der Deponieinhaberin/dem Deponieinhaber oder zum Zweck der Deponierung auf ihrer/seiner Deponie ("Ausstufung zum Zweck der Deponierung")

Erforderliche Unterlagen

Allgemeine Ausstufung

  • Nachweis der Nichtgefährlichkeit unter Verwendung des Formblatts des Anhangs 5 der Abfallverzeichnisverordnung 2020 (einschließlich der erforderlichen Beurteilungsunterlagen (z.B. Beurteilungsnachweis))

Ausstufung zur Deponierung

  • Nachweis der Nichtgefährlichkeit unter Verwendung des Formblatts des Anhangs 5 der Abfallverzeichnisverordnung 2020
  • Beurteilungsnachweis gemäß Deponieverordnung 2008
  • Beilagen wie beispielsweise:
    • Probenahmeprotokoll
    • Analysenmethoden mit Nachweisgrenzen

Fristen

Es sind keine besonderen Fristen zu beachten.

Kosten

  • Für die Anzeige
    • Bundesgebühr: 14,30 Euro
  • Zusätzlich
    • Beilagengebühren (fallen nur dann an, wenn dem Antrag Beilagen angeschlossen sind): 3,90 Euro pro Bogen (maximal 21,80 Euro je Beilage)

Rechtsgrundlagen

Verfahrensablauf

Allgemeine Ausstufung

Die allgemeine Ausstufung wird durch eine Anzeige der Abfallbesitzerin/des Abfallbesitzers eingeleitet. Bei formalen oder inhaltlichen Mängeln der Anzeige erteilt die zuständige Stelle der Abfallbesitzerin/dem Abfallbesitzer einen Verbesserungsauftrag unter Fristsetzung. Erst wenn die verbesserten Unterlagen bei der zuständigen Stelle einlangen, gilt die Anzeige als eingebracht.

Die Anzeige wird binnen sechs Wochen ab Fristablauf des Verbesserungsauftrages zurückgewiesen, wenn dem Auftrag zur Verbesserung nicht in vollem Umfang oder nicht rechtzeitig nachgekommen wird.

Äußert sich das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie nicht innerhalb einer bestimmten Frist, gilt der bestimmte Abfall als nicht gefährlich:

  • innerhalb von sechs Wochen ab Einlangen der Anzeige oder
  • innerhalb von sechs Wochen ab Einlangen der verbesserten Unterlagen im Falle eines Verbesserungsauftrages

Diese Rechtsfolge tritt nicht ein, wenn der Anzeige eine falsche oder verfälschte Beurteilung zugrunde liegt.

Die Abfallbesitzerin/der Abfallbesitzer kann von der zuständigen Stelle eine Mitteilung verlangen, dass der Nachweis der Nichtgefährlichkeit angezeigt wurde und dass kein Verbesserungsauftrag erteilt werden musste.

Der Abfall gilt als nicht gefährlich,

  • mit Einlangen dieser Mitteilung,
  • spätestens nach sechs Wochen ab Einlangen der Ausstufungsanzeige bei der zuständigen Stelle bzw. im Fall eines Verbesserungsauftrages ab Einlangen der vollständigen verbesserten Unterlagen.

Ausstufung zum Zweck der Deponierung

Die Ausstufung zum Zweck der Deponierung wird durch eine Anzeige von der Deponieinhaberin/dem Deponieinhaber eingeleitet, die/der diesen bestimmten Abfall auf ihrer/seiner Deponie ablagern möchte. Mit der (zulässigen) Einbringung der Abfälle in die Deponie nach der ordnungsgemäßen Anzeige gilt der Abfall als nicht gefährlich.

Bei Mängeln der Anzeige erteilt die zuständige Stelle der Deponieinhaberin/dem Deponieinhaber einen Verbesserungsauftrag unter Fristsetzung.

Wenn der Anzeige eine falsche oder verfälschte Beurteilung zugrunde liegt, gilt der Abfall weiterhin als gefährlich!

Voraussetzungen

Nachweis der Nichtgefährlichkeit dieser Abfälle.

Zum Formular

Zusätzliche Informationen

Übergabe der Beurteilungsmenge an andere Personen ("Dritte") während des Verfahrens

Wird die Beurteilungsmenge während der Ausstufung einer Dritten/einem Dritten übergeben, gilt die Anzeige als zurückgezogen. Die Übergabe der Beurteilungsmenge muss dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie unverzüglich gemeldet werden.

Prozessausstufung

Wurde der Nachweis der Nichtgefährlichkeit im Rahmen einer Prozessausstufung erbracht, muss die Menge des ausgestuften Abfalls des vorangegangenen Kalenderjahres bis spätestens 10. April jeden Jahres der zuständigen Stelle gemeldet werden.

Eine Prozessausstufung (Ausstufung eines Abfallstroms, Ausstufung eines wiederkehrend anfallenden Abfalls) gilt für die Dauer von zwei Jahren. Der Ausstufungszeitraum verlängert sich um jeweils zwölf Monate, wenn bis sechs Monate vor Ablauf des Ausstufungszeitraums der grundlegende Beurteilungsnachweis oder ein aktualisierter grundlegender Beurteilungsnachweis als Nachweis der gleichbleibenden Qualität des Prozesses bei der Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie eingebracht wird. Die Ausstufung endet spätestens acht Jahre nach Beginn des Beurteilungszeitraums der grundlegenden Charakterisierung.

Ablagerung von gefährlichen Abfällen auf Deponien

Die Ablagerung von gefährlichen Abfällen auf obertägigen Deponien ist verboten, d.h. die Abfälle müssen vor der obertägigen Ablagerung ausgestuft (wenn zulässig) oder alternativen Behandlungsverfahren zugeführt werden.

Ausstufung von verfestigten, stabilisierten oder immobilisierten Abfällen

Die Ausstufung von verfestigten, stabilisierten oder immobilisierten Abfällen ist nur für den Zweck der Deponierung zulässig.

Ausstufung von Aushubmaterial

Für Aushubmaterial muss die Ausstufungsbeurteilung vor dem Ausheben oder Abräumen des Materials erfolgen.

Zuständige Stelle

Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (? BMK)

Experteninformation

Es steht keine Experteninformation zur Verfügung.

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Gewerberecht, Datenschutz und Personenstand
Kontaktformular