Verhaltensprobleme bei Kindern und Jugendlichen

Die Anmeldungen zur schulpsychologischen Beratung wegen Verhaltens- oder Erziehungsproblemen von Schülerinnen und Schülern steigen an. Ebenso nehmen schulpsychologische Aktivitäten in der Arbeit mit Klassen oder Gruppen von Schülerinnen und Schülern zur Konfliktlösung oder Gewaltprävention zu.

Vielfalt an Verhaltensproblemen

Das Erscheinungsbild des verhaltensauffälligen Kindes ist vielfältig. Es reicht von Stören des Unterrichts durch Blödeln, motorischer Unruhe, Provozieren, ungebremstem, ungesteuertem und unkontrolliertem Verhalten bis zu aggressiven Attacken gegen Mitschülerinnen und Mitschüler oder Objekte. Die einzelnen aggressiven Handlungen fallen dabei massiv aus.

Die Sprache der Kinder und Jugendlichen ist deutlich aggressiver geworden. Außerdem ist ein Absinken der Toleranzschwelle beobachtbar: Oft reicht ein nichtiger Anlass und es kommt zu einem Wutausbruch mit ausfallendem Schimpfen oder Einschlagen auf Mitschülerinnen und Mitschüler.
Tatsächlich kriminelle Eskalationen gehören jedoch nicht zum schulischen Alltag. Der "Tatort Schule" zählt nicht zum Alltagsgeschehen.

In jedem Fall ist die Verhaltensauffälligkeit als massiver Hilferuf an die Umwelt zu werten. Bestimmte Strukturen und Bedingungen sind für das Kind nicht mehr verkraftbar beziehungsweise lebbar.

Ursachen

Die Ursachen für Verhaltensprobleme liegen beispielsweise in

  • Beziehungsstörungen von Kindern im Elternhaus,
  • zunehmender Vereinsamung der Kinder,
  • konsumatorischer, passiver Freizeitgestaltung,
  • Leistungsproblemen von überforderten beziehungsweise "überförderten" Kindern,
  • Ausgrenzungsproblemen oder
  • Gruppendruckphänomenen.

Allgemeine Maßnahmen zur Bewältigung

Folgende Maßnahmen sind notwendig, um Verhaltensprobleme von Kindern und Jugendlichen zu bewältigen:

  • Interdisziplinäres Arbeiten:
    Pädagoginnen und Pädagogen, Psychologinnen und Psychologen, Medizinerinnen und Mediziner, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter arbeiten gemeinsam an der Lösung eines Gewaltproblems. Nur im gemeinsamen Arbeiten ist wirkungsvolle und effiziente Hilfe möglich.
  • Arbeit mit allen Betroffenen:
    Schülerin oder Schüler, Eltern und Lehrerin oder Lehrer müssen in die Problemlösung(en) miteinbezogen werden und ihren jeweiligen Beitrag dazu leisten.
  • Arbeit auf zwei Ebenen: Prävention und Intervention (Anlassfall)
    Die beste Prävention kann nicht verhindern, dass es trotzdem zum Auftreten von Verhaltensproblemen kommt. Andererseits wird eine einzelne Maßnahme im Anlassfall nicht ausreichen, um Verhaltensprobleme zu bewältigen. Es braucht präventive Maßnahmen ergänzend dazu. Die Intervention wird unterschiedlich aussehen, je nachdem welche Ursache dem Verhaltensproblem zugrunde liegt.

Schulpsychologische Unterstützung

Die schulpsychologische Hilfe umfasst:

  • Psychologische Diagnose hinsichtlich der Ursachen für die berichteten Verhaltensprobleme auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und mit aktuellsten psychologischen Testverfahren
  • Beratung von Eltern und Lehrerinnen und Lehrern auf der Grundlage der erstellten psychologischen Diagnose
  • Begleitende psychologische Beratung im Förderprozess
  • Arbeit mit Klassen beziehungsweise Gruppen von Schülerinnen und Schülern zur gewaltfreien Konfliktlösung
  • Ausbildung von Jugendlichen zu Mediatoren (im AHS-Bereich)
  • Mitwirkung in der Lehrerfortbildung
  • Elternrunden, Elternabende
  • Unterstützung von Gewaltpräventionsprojekten an Schulen
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