Schuleintritt und -übertritt aus schulpsychologischer Sicht

Eltern können viel zu einem guten, gelungenen Schulstart beitragen. Die nachfolgenden Anregungen wirken sich nicht nur in der Schuleingangsphase, sondern auch auf allen anderen Schulstufen günstig aus.

Lob und Aufmerksamkeit

Es ist die wichtigste und schönste Aufgabe der Eltern, dass sie ein offenes Ohr für ihre Kinder haben.

Wichtig ist es, das Bemühen des Kindes zu beloben. Denn Lob spornt an, Strafe macht Angst und Angst führt zu Schul- und Lernunlust. Die gute Eltern-Kind-Beziehung darf nicht von den Noten in der Schule abhängig gemacht werden.

Lernen und Hausaufgaben

Für seine Schulsachen braucht das Kind einen Platz, für den es verantwortlich ist. Dort kann es Ordnung halten. Der Platz sollte auch vor dem eventuellen Zugriff kleinerer Geschwister sicher sein.

Es ist hilfreich, die Hausübung immer am gleichen Platz zu erledigen. Wenn es möglich ist, sollte dort nicht gespielt werden. So lernt das Kind: "Hier ist mein Arbeitsplatz!"

Beim Erledigen der Aufgabe sollte es im Raum möglichst ruhig sein. Im Grundschulalter sollte die Mutter oder der Vater oder eine andere Bezugsperson in der Nähe sein, um dem Kind das Gefühl der Sicherheit zu geben.

Die Aufgabe kann vorher besprochen und nachher kontrolliert werden. Erledigt soll sie vom Kind selbstständig werden.

Freizeit

Durch das Schreiben der Hausaufgabe darf die Freizeit nicht verloren gehen. Ausreichend Bewegung ist zum Ausgleich wichtig. Die Arbeitszeit für die Aufgaben sollte in der 1. Klasse eine dreiviertel Stunde nicht übersteigen. Eltern sollten außerdem bedenken, dass das Kind auch im Spiel lernen kann, das heißt, es gibt geeignete Spiele, mit denen Kinder leichter lernen und bereiter sind, mögliche Schwächen auszugleichen.

Geregelter Tagesablauf

Die Schule ist für Schulanfängerinnen und -anfänger neu und anstrengend. Deshalb ist darauf zu achten, dass das Kind rechtzeitig ins Bett geht und aufsteht.

So kann es in Ruhe frühstücken und ohne Zeitdruck und mit Aufmerksamkeit den Schulweg zurücklegen. Der Schulweg selbst sollte von den Eltern gemeinsam mit dem Kind noch vor Schulbeginn "geübt" werden.

Übertritt von der Volksschule in eine Hauptschule, KMS oder AHS

Einen wichtigen Einschnitt im Schulleben eines Kindes stellt der Übertritt von der Volksschule in den Mittelstufenbereich - Hauptschule, kooperative Mittelschule oder allgemeinbildende höhere Schule - dar. Folgende wichtige Veränderungen kommen auf ein Kind zu:

  • Neue Klassenkameraden und eine neue Klassengemeinschaft
  • Fachgegenstände im Unterricht - Umstellung auf das Fächersystem
  • Unterricht durch fachbereichszuständige Lehrerinnen und Lehrer
  • Neue beziehungsweise andere Unterrichtsgegenstände
  • Notwendigkeit, auf eine andere Art zu lernen
  • Umstellung auf einen neuen Lebensrhythmus

Verständnis für das Kind ist besonders wichtig. Eltern sollten dabei möglichst im "Hintergrund" bleiben und doch stets präsent sein.

Bei einem Leistungsabfall dürfen Eltern nicht sofort in Panik verfallen. Sie müssen dem Kind Zeit für die Bewältigung der Umstellungsanforderungen geben. Bei länger dauernden Leistungs- und Verhaltensproblemen ist unbedingt ein Gespräch mit der Lehrerin oder dem Lehrer beziehungsweise der Schulleiterin oder dem Schulleiter zu führen. Gegebenenfalls ist eine Diagnose und Beratung durch eine Schulpsychologin oder einen Schulpsychologen notwendig.

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