Start ins neue Kindergartenjahr

Wien startet mit neuen Kindergarten-Standorten, einer Novelle zum Kindergartengesetz, verstärkten Kontrollen und dem neuen Leitfaden zum Umgang mit Religionen sowie Weltanschauungen ins neue Kindergartenjahr.

Kinder spielen mit Bauklötzen

Zeitgleich mit den Schulen sind auch die Wiener Kindergärten und Horte ins neue Kindergartenjahr gestartet: Insgesamt stehen derzeit rund 86.200 öffentliche und private Kindergartenplätze für Kinder von bis zu sechs Jahren zur Verfügung, davon 27.400 Plätze für bis Dreijährige. Weiters gibt es über 18.500 Hortplätze.

Der Versorgungsgrad bei den bis zu Dreijährigen liegt bei über 47 Prozent. Bei Kindern im Alter von ein bis drei Jahren liegt er bei über 71 Prozent.

Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky:

Wien wächst und deshalb bauen wir auch laufend das Angebot an Plätzen aus - allein im aktuellen Kindergartenjahr 2017/18 werden rund 2.000 neue Plätze geschaffen.

Neue Kindergärten in ganz Wien

Am Bildungscampus Attemsgasse nahm Anfang September ein neuer Kindergarten mit zwölf Gruppen seinen Betrieb auf.

Gut im Zeitplan ist auch der Kindergarten in der Pötzleinsdorfer Straße 230 in Währing, der bis Frühjahr 2018 in zwei Phasen neu errichtet wird.

Ende Oktober feiert ein weiterer Standort ein großes Eröffnungsfest: Der Kindergarten in der 12., Hetzendorfer Straße 57 wurde generalsaniert und bietet nun Platz für rund 110 Kinder im Alter bis zu sechs Jahren.

Auch in der 16., Gaullachergasse und in der 10., Ada Christen-Gasse wurden bestehende Standorte renoviert und neu errichtet sowie erweitert. Beide Standorte bieten jeweils circa 100 Plätze für Kinder von null bis zehn Jahren.

Darüber hinaus schaffen private Träger viele neue Kindergartenplätze: Die St. Nikolausstiftung hat im Jahr 2017 insgesamt 155 neue Plätze geschaffen. Bei den "Kindern in Wien" (KIWI) entstehen 700 neue Plätze. Auch die Wiener Kinderfreunde erweitern im neuen Kindergartenjahr ihr Angebot um 300 Plätze.

Kindertagesheimstatistik: Wien ist gut aufgestellt

Wien hat laut der kürzlich veröffentlichten Kindertagesheimstatistik nicht nur die meisten Kinderbetreuungsplätze, sondern auch die längsten Öffnungszeiten und die wenigsten Schließtage von allen Bundesländern. Mit durchschnittlich 4,4 Schließtagen pro Jahr stehen Wiener Eltern die Betreuungseinrichtungen auch in Ferienzeiten zur Verfügung.

bafep21: Ausbildungsmodelle sehr nachgefragt

Wien verfügt als einziges Bundesland über eine eigene Bildungseinrichtung für Elementarpädagogik (bafep21). Die Stadt trägt damit wesentlich zur Sicherstellung des Bedarfs an Pädagoginnen und Pädagogen für die Wiener städtischen Kindergärten bei. Heuer starten im September rund 220 Schülerinnen, Schüler und Studierende und im Februar weitere 130 Studierende in vier verschiedenen Ausbildungsmodellen.

Im Frühjahr 2018 schließen die ersten Absolventinnen und Absolventen des neuen Ausbildungszweigs Assistenzpädagogik ihre dreijährige Ausbildung ab.

Novelle zum Kindergartengesetz

Die angekündigte Novelle des Kindergartengesetzes rückt das pädagogische Konzept der Betreiberinnen und Betreiber in den Vordergrund. Das Konzept soll auch gegenüber den Eltern transparent gemacht werden. Die Angabe, ob und welche religiöse Vermittlung stattfindet, wird nun verpflichtend festgeschrieben. Der Businessplan wiederum soll über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Auskunft geben.

Kindergarten-Leiterinnen und -leiter sollen eine verpflichtende Ausbildung von 100 Stunden in den Bereichen Konflikt- und Personalmanagement, Teamentwicklung sowie rechtliche und betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen absolvieren. Auch mehr Zusammenarbeit mit Eltern wird vorgeschrieben.

Verstärkte Kontrolle und neues Fördersystem

Wie bereits vor dem Sommer angekündigt, wird auch die Kontrolle der Kindergärten vor Ort aufgestockt und effizienter. Im laufenden Jahr 2017 haben insgesamt 2.410 Kontrollen des Amts für Jugend und Familie (MA 11) stattgefunden. Insgesamt wurde 51 Einrichtungen die Bewilligung für den Betrieb eines Kindergartens entzogen beziehungsweise die Fördervereinbarung beendet.

Bis Jahresende wird außerdem eine neue Fördersystematik erarbeitet, die den Einsatz der Mittel für die Kinder noch effizienter und zielgerichteter ermöglichen soll.

Neuer Leitfaden und Studie "Islamkindergärten"

Der neue Leitfaden der Stadt zum "Umgang mit Religionen, Weltanschauungen und Werten" (117 KB PDF) dient als Ergänzung zum Wiener Bildungsplan. Er enthält die Grundsätze und Grundwerte, die sich sowohl in den pädagogischen Konzepten und Leitbildern sowie im Alltag aller Kindergärten und Kindergruppen wiederfinden müssen.

Für Anfang Oktober 2017 ist die Präsentation der wissenschaftlichen Studie zu den islamischen Kindergärten in Wien geplant.

Bildungsarbeit in städtischen Kindergärten

Forderungen an den Bund

Wien pocht auf eine rasche Finanzierungszusage vom Familienministerium für den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung. Der derzeit laufende Vertrag zur Finanzierung läuft Ende 2017 aus. Die Stadt spricht sich auch dafür aus, die derzeit im Familienministerium angesiedelten Kompetenzen für die Kindergärten ins Bildungsministerium zu integrieren.

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