Wiedner Klimaschutz-Strategie

Die Wiedner Bezirksvertretung hat ein fraktionsübergreifendes Klimakonzept ausgearbeitet.

Plakat mit Schriftzug "There Is No Planet B" auf einer Demonstration

Mit 13 Tropen-Nächten im Juni lieferte das Jahr 2019 einen neuen Hitze-Rekord in Wien. Der Klimawandel ist auch auf der Wieden deutlich spürbar. Mit einer eigenen Bezirks-Strategie will die Wiedner Bezirksvertretung darauf reagieren und städtischen Hitzeinseln entgegenwirken.

Seit dem Frühjahr 2019 hat eine parteiübergreifende Arbeitsgruppe mit Fachleuten aus unterschiedlichsten Disziplinen an einem Konzept gearbeitet, um auch im Bezirk einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

"Strategie ein Meilenstein"

"Für mich ist diese Strategie ein Meilenstein, der den Klimaschutz mit einer Vision verbindet, wie wir zusammenleben wollen. Regionale Lebensmittel lokal und ohne Auto einkaufen zu können, begrünte, schattige und sichere öffentliche Plätze und Straßen, attraktive Freizeit- und Kulturangebote und kühle Orte der Begegnung für Jung und Alt: Das sind wichtige Teile unserer Klimastrategie für die Wieden", betont Bezirksvorsteherin Mag.a Lea Halbwidl.

Die Vorsitzende des Wiedner Umweltausschusses, Bezirksvorsteherin-Stellvertreterin Barbara Neuroth, sieht den Schwerpunkt der Umsetzungsideen in Maßnahmen, die bei entschlossener und kreativer Herangehensweise realistisch und zeitnah umgesetzt werden können: "Gestaltungsarbeiten im öffentlichen Raum haben eine Wirkungsdauer von 20 bis 30 Jahren. Die Verantwortung für das Bild der zukunftsfähigen Stadtgestaltung muss schon heute und hier durch wirksame Begrünungsmaßnahmen ergriffen werden", so Neuroth.

4 Teilbereiche der Strategie

Öffentlicher Raum

Ein Schwerpunkt bei der Gestaltung des öffentlichen Raums sind Maßnahmen zur Beschattung von Straßen und Plätzen. Bei notwendigen Straßen-Sanierungsarbeiten will der Bezirk künftig Baum-Pflanzungen und Potenzial für Entsiegelungen automatisch prüfen. Im Rahmen des Wiener Klimaschutzpakets sollen Neupflanzungen von Bäumen verstärkt und bestehende Parkanlagen erweitert werden.

Noch in diesem Herbst pflanzt der Bezirk im Zuge der Neugestaltung des Schulvorplatzes Waltergasse 4 neue Bäume. In rund 20 Straßenzügen wird derzeit schrittweise die Machbarkeit von Baum-Pflanzungen geprüft.

Mobilität

Neben Baum-Pflanzungen will der Bezirk Straßenarbeiten künftig verstärkt zur Verbesserung der Infrastruktur für Rad- und Fußverkehr nutzen. Der Ausbau (schattiger) Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum soll Zufußgehen attraktiver machen.

Eine weitere Bevorrangung des öffentlichen Verkehrs, der Ausbau der Radinfrastruktur sowie die Unterstützung intelligenter Carsharing-, Radsharing- und E-Mobilitäts-Modelle sollen klimafreundliche Mobilität weiter stärken.

Abfallvermeidung und Ressourcenschonung

Ein Schwerpunkt sind auch Maßnahmen zur Abfallvermeidung und Ressourcenschonung. Der Bezirk will die Wochenmärkte am Südtiroler Platz und am St.-Elisabethplatz stärken und damit regionale und biologische Nahrungsmittel besser verfügbar machen.

Nachbarschaftliche Foodsharing-Projekte wie der Fairteiler-Kühlschrank und ein verstärkter Einsatz von Mehrweg-Geschirr bei Grätzelfesten und Veranstaltungen sollen die Lebensmittel-Verschwendung reduzieren und zur Abfallvermeidung beitragen.

Wohnbau, Fassaden- und Innenhofbegrünung

Sowohl im Zuge von Flächenwidmungen als auch mit der Umsetzung von Pilotprojekten wie "50 grüne Häuser" will der Bezirk Fassadenbegrünungen viel stärker im Stadtbild berücksichtigen. Der Erhalt grüner Innenhöfe hat für den Bezirk Vorrang vor der Nachverdichtung. Diese Haltung prägt auch die Stellungnahme der Bezirksvertretung zum Flächenwidmungsplan am Areal des Funkhauses. Ersatzpflanzungen für Baumfällungen auf Privatgrund sollen im Bezirk erfolgen, Baumscheiben zur Bepflanzung für Urban-Gardening-Initiativen ausgestaltet sein.

"Neben den intensiven Bemühungen der Bezirkspolitik braucht es, um erfolgreich zu sein, auch die aktive Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, um ihre Anliegen, Wünsche und Ideen umzusetzen. Wir laden daher alle Wiednerinnen und Wiedner ein, sich in diesen Prozess einzubringen!", sagen Halbwidl und Neuroth.

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