Das Donauweibchen im Amtshaus

Bezirksvorsteher Leopold Plasch lädt am 26. September 2017 zu einem Theaterabend rund um historische Meerjungfrau-Geschichten von Andersen bis Bachmann.

Meerjungfrau

Die Wasserfrau – in Erscheinung als Nixe, Meerjungfrau, Undine oder Melusine – ist eine Ikone der Märchenliteratur und steht im Mittelpunkt des Theaterstücks.

Schriftsteller Jonas geht mit seiner Partnerin Tera einer unaufgeregten gemeinsamen Zukunft entgegen. Bis er in den Donau-Auen von einer geheimnisvollen Nixe namens Hulda aus der bürgerlichen Reserve gelockt wird. Während ausländerfeindliche Häscher ihre Jagd auf die Nixe beginnen, entspinnt sich eine Lovestory zwischen Jonas und Hulda. Diese wird jedoch von Tera, die ein dunkles Geheimnis über ihre Herkunft verbirgt, nach allen Möglichkeiten sabotiert.

Außenseiterin Hulda, durchaus integrationswillig, versucht alles, um geliebt zu werden, nimmt jedes Risiko in Kauf. Jonas hingegen wird zwischen der exotisch-amourösen Verführung durch das Andere, dem Reiz des Fremden und dem Bedürfnis nach Normalität und Stabilität aufgerieben. Jonas bricht ein von der - zunehmend desillusionierten - Donaunixe aufgestelltes Tabu. Ein vernichtendes Donau-Hochwasser wird als Rache der Nixe missgedeutet, der Nixenzauber verliert an Kraft und die Liebesgeschichte endet in der Katastrophe.

Parabel über Fremdenfreindlichkeit

In seinem neuen Theaterstück "Das Donauweibchen" verdichtet der Wiener Autor Bernd Watzka historische Meerjungfrau-Geschichten von Andersen bis Bachmann zu einer halluzinatorisch-fantastischen Neudeutung. Es geht um Fantasie und den Umgang der Gesellschaft mit dem Märchenhaften, Unvorstellbaren. Fantasie wird aber auch gesehen als das Andere, das ungefragt Eindringende. So wird Hulda als Fremde Opfer von Ausländerfeindlichkeit und Rassismus. Vor dem Hintergrund einer modernen Märchengeschichte trifft das Stück Aussagen zu den Themen Flucht, Vertreibung und Integration.

Die zeitlose Grundkonstellation der alten Fabeln bleibt erhalten: Ein Sinn suchender Künstler im zerstörerischen Liebeskonflikt zwischen zwei Frauen, eine davon seine Partnerin, die andere eine verführerische "Fremde". Diese unheilvolle Dreiecksbeziehung ist Sinnbild und Parabel für die unvereinbaren Gegenpole Mann und Frau, Kunst und Natur, Realität und Fantasie.


Veranstaltungsdetails

Der Eintritt ist frei.

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