Die Wieden - ein Bezirk mit Geschichte

Der 4. Bezirk ist nicht nur ein sehr vielfältiger und bunter Bezirk. Er kann auch auf eine jahrhundertelange Geschichte und Tradition zurückblicken.

Ursprünge

Karte von Wieden um 1830 mit Gebäude- und Flurgrenzen; die bebauten Flächen der verschiedenen Bezirksgegenden sind in Farben aufgeteilt

Karte von Wieden von Carl Graf Vasquez, um 1830

Die Anfänge der Wieden gehen zurück bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts. Damals ließ Herzog Leopold IV. von Habsburg vor dem Kärntnertor für die Ärmsten eine Pflegestätte errichten. Um 1211 erfolgte die Stiftung ("widem") des Spitals an den Heiligengeistorden. Der Grundstein für den heutigen Bezirk war gelegt. Die ursprüngliche Siedlung der Wieden erstreckte sich am Wienfluss entlang bis zum heutigen Karlsplatz. Sie erhielt den Namen "Wiener Vorstadt an der Wien". In den kommenden Jahrhunderten wuchs diese Vorstadt stetig.

Unter Kaiser Ferdinand II. (1578 bis 1637) erhielt die Vorstadt einen weiteren Entwicklungsschub. In seiner Amtszeit wurde auf der Wieden die kaiserliche Sommerresidenz errichtet und in mehreren darauffolgenden Etappen vergrößert. Kaiserin Maria Theresia (1717 bis 1780) verkaufte die Liegenschaft an die Jesuiten. Die Sommerresidenz entwickelte sich zu jener Bildungsinstitution, die sie auch heute noch ist - dem Theresianum.

Anfang des 18. Jahrhunderts begann die Entwicklung der Wieden zur Stadt. Im Zuge dieser Phase entstanden die Karlskirche (1713 bis 1737), das Palais Schönburg (1700 bis 1706) und der traditionelle Wiener Naschmarkt (ab 1710).

Wieden als Bezirk

Karlskirche vom Resselpark aus: eine Domkuppel überragt das Säulenportal und die symetrischen Seitenanbauten und -türme. Zwei Pestsäulen flankieren den Eingang

Karlskirche vom Resselpark aus gesehen

Die Eingemeindung der Wieden in die Stadt Wien wurde im Jahr 1850 vollzogen. Damals wurde der Bezirk aus den Vorstädten Wieden, dem Schaumburgergrund und dem Hungelbrunn gebildet.

Vom nunmehrigen Wiener Bezirk Wieden sollten wichtige Impulse für die Metropole ausgehen. Aus der Wieden heraus entwickelten sich der heutige 5. (Margareten) und 10. (Favoriten) Bezirk. Speziell in der Gründerzeit veränderte sich das Erscheinungsbild des Bezirks massiv. Viele sogenannte Gründerzeithäuser wurden errichtet.

Im 20. Jahrhundert erfuhr der Bezirk weitere Veränderungen. Die Otto Wagner-Pavillons wurden als erster Teil einer Stadtbahn errichtet. Mit dem Rundfunkhaus erhielt der Bezirk in den 1930er-Jahren eine weitere bedeutende Einrichtung, die bis heute Bestand hat. Das Wien Museum wurde geschaffen. In den 1970er-Jahren sollte der Bau des neuen U-Bahn-Knotenpunktes am Karlsplatz das Erscheinungsbild des Bezirks nochmals grundlegend ändern. In den 1990er-Jahren wurde das Kulturangebot durch Ansiedlung der Kunsthalle am Karlsplatz nochmals bereichert.

Wieden heute

Otto-Wagner-Pavillon mit bogenförmigen Eingang und vergoldeten Jugendstil-Ornamenten

Otto-Wagner-Pavillon am Karlsplatz

Die vorerst letzte Etappe in der Entwicklung des Bezirks fand 2009 statt. Da wurde im Wiener Landtag eine Neuziehung der Grenzen zum 1., 6. und 10. Bezirk beschlossen. Der Bezirk konnte sich dabei ein Mitspracherecht bei der Errichtung des Hauptbahnhofes auf dem Gebiet des 10. Bezirks sichern. Der Resselpark und die darauf befindlichen Otto Wagner Pavillons sind nun wiederum in ihrer Gesamtheit Teil der Wieden geworden.

Heute ist die Wieden ein Bezirk mit einem dichten Netz an unterschiedlichen öffentlichen Einrichtungen wie Park- und Grünanlagen, Sozial-, Pflege- und Gesundheitseinrichtungen oder Büchereien.


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