Pötzleinsdorfer Straße wird klimafit

Mit dem Projekt "Klimafitte Pötzleinsdorfer Straße" retten Stadt und Bezirk die Pötzleinsdorfer Allee und schaffen die dringend nötige Radverbindung für Pötzleinsdorf und Gersthof.

Eine Allee mit Rad- und Fußgängerweg, daneben eine Straße mit Straßenbahn und parkenden Autos.

Die vor über 200 Jahren angelegte Pötzleinsdorfer Allee ist aus dem Ortsbild Pötzleinsdorfs im 18. Bezirk nicht wegzudenken. Der alte Baumbestand wird nun gerettet. Zudem werden die Radinfrastruktur verbessert, der Gehweg teilweise verbreitert sowie Sitzgelegenheiten und ein Trinkbrunnen ergänzt. Die Bauarbeiten starten voraussichtlich im Frühjahr 2022 und enden 2023.


Interessierte hatten am 18. Februar und 4. März 2022 die Möglichkeit, sich bei Infoveranstaltungen vor Ort über das Projekt zu informieren.

Bäume wichtig für frische Luft

107 Linden säumen die Pötzleinsdorfer Allee beidseitig vom Pötzleinsdorfer Schloßpark bis zur Scheibenbergstraße. Die älteste stammt aus dem Jahr 1813.

Der Zustand der Allee macht den Verantwortlichen der Wiener Stadtgärten und dem 18. Bezirk schon länger große Sorgen: Die Bäume der Allee befinden sich in einem sehr kritischen Zustand. Das hat mehrere Gründe:

  • Die Flächen rund um die Bäume sind versiegelt oder durch das jahrzehntelange Abstellen von Autos so verdichtet, dass kein Wasser mehr durchkommt.
  • Durch das Ein- und Ausparken kommt es an vielen Stellen zu Schäden an Rinde und Stamm.
  • Dazu kommen steigende Temperaturen und geringere Niederschläge.

Die Pötzleinsdorfer Straße ist außerdem eine der wichtigen Frischluftschneisen, über die kühle Wienerwaldluft in die Stadt gezogen wird. Nur durch einen intakten Baumbestand ist gewährleistet, dass sich die Luft am Weg in die Stadt nicht frühzeitig erwärmt und auch in den dichter verbauten Stadtteilen noch eine kühlende Wirkung eintritt. Umso wichtiger ist es, diesen alten Baumbestand zu retten - brauchen doch neu gepflanzte Jungbäume mehrere Jahrzehnte, bis sie ähnliches Grünvolumen und damit klimatechnische Wirkung entfalten.

Maßnahmen

In langer und aufwändiger Planung hat der Bezirk gemeinsam mit den Fachdienststellen der Stadt im Rahmen des Projekts "Klimafitte Pötzleinsdorfer Straße" entsprechende Maßnahmen erarbeitet:

  • Jeder einzelne Baum wird wieder ausreichend Grünbereich, neues Erdreich und Bewässerung bekommen. Wo es möglich ist, werden baumverträgliche Abstellflächen für Autos hergestellt. Das ist sehr aufwändig - die meisten Arbeiten müssen von Hand erfolgen, um die Wurzeln nicht zu schädigen. Bei den Bauarbeiten müssen regelmäßig Baumsachverständige beigezogen werden.
  • Der Straßenzug Pötzleinsdorfer Straße - Gersthofer Straße vom Schloßpark bis zur Erndtgasse wird mit einer sicheren Radinfrastruktur ausgestattet: Das Radfahren auf der Pötzleinsdorfer Straße und Gersthofer Straße ist derzeit unangenehm und gefährlich. Auf der Schienenstraße ist wenig Platz, seitlich davon gibt es nur holprige Pflasterung. Ein Ausweichen auf ruhigere Parallelstraßen ist aufgrund der Höhenlagen nicht möglich. Mit dem Projekt "Klimafitte Pötzleinsdorfer Straße" wird die Radinfrastruktur für Pötzleinsdorf und Gersthof entscheidend verbessert.
  • Von der Endstation der Linie 41 stadteinwärts bis zur Scheibenbergstraße wird der Gehweg auf der rechten Seite verbreitert und zum gemischten Geh- und Radweg. Dafür muss der Grünstreifen auf der Hausseite schmäler werden. Die künftig viel größeren Grünflächen rund um die Bäume machen das aber wett. Durch die Ausweitung der Baumstandorte Richtung Straßenmitte wird außerdem der Autoverkehr in Zukunft im Gleisbereich bleiben und nicht mehr über die Pflasterung rumpeln. Das bedeutet weniger Lärm für alle, die dort wohnen.
  • In der Gersthofer Straße wird der Radweg teilweise neben der Fahrbahn, teilweise zwischen Gehweg und Baumreihe bis in die Erndtgasse geführt. Ab der Erndtgasse sind dann die ruhigen Seitenstraßen gut nutzbar. Die gesamte Radverbindung ist Teil des Hauptradverkehrsnetzes der Stadt und wird allen den Weg ins Grüne und zurück in die Stadt erheblich erleichtern.
  • Als zusätzliche Verbesserungen werden im Zuge des Projekts die Stufen im Bereich der Nepomuk-Kapelle endlich barrierefrei umgestaltet und vor der Erndtgasse statt der langen Rechtsabbiegespur 6 neue Bäume gepflanzt. Neue Sitzgelegenheiten und Trinkbrunnen schaffen Möglichkeiten zum kurzen Halt-Machen und Ausruhen.

Baufortschritt

Die Bauarbeiten für das Projekt "Klimafitte Pötzleinsdorfer Straße" haben im März/April 2022 begonnen.

Mit Mai 2022 sind bereits die ersten Abschnitte baulich fertiggestellt. Vom Schlosspark weg lässt sich schon erkennen, wie der zukünftige Geh- und Radweg aussehen wird. Außerdem ist zu sehen, wie sorgfältig und großzügig die Baumstandorte saniert werden: Großteils händisch legen die Arbeiter*innen achtsam Wurzeln frei, verlegen helles Pflaster und Bewässerung und schaffen so den Bäumen gute Lebensbedingungen.

Auch vom anderen Ende her bei der Erndtgasse gibt es schon die ersten 100 Meter Radweg und 5 der 6 neuen Bäume sind bereits gepflanzt.

Die Arbeiten für den Radweg in der Pötzleinsdorfer und Gersthofer Straße sowie die Sanierung der Allee auf der stadteinwärts rechten Seite werden voraussichtlich im Herbst 2022 abgeschlossen sein. Die Sanierung der Pötzleinsdorfer Allee auf der stadteinwärts linken Seite folgt dann 2023.

Bezirksvorsteherin Silvia Nossek:

Dass wir nicht zuschauen dürfen, wie die Pötzleinsdorfer Allee stirbt - das ist für mich völlig klar. Ebenso klar ist, dass wir eine sichere Radverbindung von und nach Pötzleinsdorf brauchen. Dank der Zusammenarbeit mit der Stadt können wir nun mit diesem Projekt beides umsetzen. Wir erhalten die Pötzleinsdorfer Allee für unsere Kinder und Enkelkinder und machen Währing ein ganzes Stück klimafitter.
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