BürgerInnen-Projekt - Gersthofer Platzl

Das Gersthofer Platzl soll verkehrssicherer, grüner und attraktiver werden. Engagierte Bürgerinnen und Bürger haben im Rahmen der Agenda Währing einen Planungsvorschlag für die Gestaltung erarbeitet. Nach breiter und intensiver Diskussion liegt die Entscheidung nun bei der Bezirksvertretung.

Straßenkreuzung mit Autos, Zu-Fuß-Gehende, Straßenbahn

Starkes Verkehrsaufkommen am Gersthofer Platzl

Das Gersthofer Platzl ist einer der meist frequentierten Orte Währings. Der Platz ist Umsteigeknoten für den öffentlichen Verkehr und ein wichtiges Nahversorgungszentrum. Entsprechend hoch ist daher das Aufkommen an Zu-Fuß-Gehenden.

Gleichzeitig ist dieses wichtige Grätzlzentrum ein sehr ungemütlicher und unsicherer Ort: Der Autoverkehr ist mit sehr hoher Geschwindigkeit unterwegs, Umsteigende und Einkaufende haben viel zu wenig Platz, die Querungen beim Zu-Fuß-Gehen sind lang und unsicher.

Mehr Verkehrssicherheit und Lebensqualität

Engagierte Bürgerinnen und Bürger haben im Rahmen der Agenda Währing einen Vorschlag erarbeitet, wie das Gersthofer Platzl künftig verkehrssicherer, grüner und attraktiver gestaltet werden soll.

Bezirksvorsteherin Silvia Nossek bedankt sich für die rege Teilnahme an diesem Projekt: "Es ist ein unglaubliches Geschenk für einen Bezirk, wenn es engagierte Bürgerinnen und Bürger gibt, die so viel Zeit, Energie, Know-how und Bereitschaft zur inhaltlichen Auseinandersetzung in einen Planungsprozess wie diesen stecken. Es ist ihnen gelungen, einen umsetzbaren, sinnvollen, von Expertinnen und Experten abgeklopften Vorschlag auf den Tisch zu bringen - und das für eines der brennendsten Themen bezüglich Verkehrssicherheit und Lebensqualität, die wir in Währing haben."

Währingerinnen und Währinger planen mit

Vorschläge zur Gestaltung des Gersthofer Platzls

Planungsvorschlag zum Gersthofer Platzl

Im Rahmen der Agenda Währing, dem Beteiligungsprojekt des Bezirks, haben sich engagierte Bewohnerinnen und Bewohner ein Jahr lang mit dem Gersthofer Platzl und der Verkehrssituation im Umfeld beschäftigt. Es gab regelmäßigen Austausch mit der Nachbarschaft, den zuständigen Dienststellen und den politisch Verantwortlichen.


Was ist geplant?

Konkret beinhaltet der ausgearbeitete Planentwurf für die Gestaltung des Gersthofer Platzls folgende Punkte:

  • Mehr Platz durch die Verbreiterung der Gehsteige
  • Mehr Grün durch die Pflanzung von 5 neuen Bäumen direkt am Platzl und 1 weiteren Baum im Umfeld. Zudem sollen 75 Quadratmeter Fläche entsiegelt werden.
  • Die Aufwertung des Marktbereichs durch mehr Platz, mehr Grün und die Pflasterung des Innenbereichs
  • Die Beschleunigung der Buslinie 10A durch die Verlängerung der Busspur
  • Mehr Sicherheit und Komfort beim Zu-Fuß-Gehen und Umsteigen durch kürzere Querungen und längere Grünphasen bei mehreren Straßenübergängen, durch breitere Gehsteige in mehreren Bereichen und durch die Aufdoppelung der Fahrbahn sowie den Wegfall der Ampelanlage bei der Gersthofer Straße 4
  • Einen sicheren Übergang zwischen Markt, Straßenbahnstationen und Billa
  • Verträglichere Geschwindigkeit für den Autoverkehr
  • Alle bestehenden Abbiegemöglichkeiten und Fahrrelationen bleiben erhalten.

Öffentliche Diskussion

Bürger diskutieren mit Experten über die Gestaltungspläne

BürgerInnen diskutieren mit Fachleuten über die Gestaltungspläne

Im November 2018 fand die erste Bürgerinnen- und Bürgerversammlung statt, bei der der Planentwurf vorgestellt wurde. Auch in den politischen Gremien wurde der Entwurf unter Einbindung aller vertretenen Parteien intensiv diskutiert - im November 2018 in der Mobilitätskommission und im Frühjahr 2019 in zwei ausführlichen Sitzungen der Bezirksentwicklungskommission.

Am 21. Mai 2019 hatten interessierte Bürger und Bürgerinnen zum zweiten Mal die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Bürgerinnen- und Bürgerversammlung über den aktuellen Planungsstand zu informieren und Anregungen dazu einzubringen. Über 220 Anrainerinnen und Anrainer nahmen das Angebot wahr, sich mit Expertinnen und Experten der Stadt Wien und politischen Vertreterinnen und Vertretern des Bezirks zum Thema auszutauschen.

Ergebnisse

Nach allen geführten Diskussionen und Gesprächen liegen die Ergebnisse auf dem Tisch: Begrüßt werden von den interessierten Bürgerinnen und Bürgern die gewonnene Lebensqualität, die neuen Bäume, die sicheren Querungen und die Entschleunigung des Verkehrs insgesamt. Kritisch gesehen wird die neue Position der Haltestelle der Autobuslinie 10A, mit der sich einzelne Umsteigerelationen um 2 Minuten verlängern. Allerdings macht erst diese neue Position die Gestaltung insgesamt möglich und ist damit gegen die positive Sicht auf das Projekt insgesamt abzuwägen.

Ein Gewinn wäre das Projekt aus Sicht des Wirtschaftskammer-Bezirksobmanns Walter Seemann für die Geschäftstreibenden und den Markt: "Eine Umgestaltung des Marktes wird von den Marktstandlern gewünscht und ist somit positiv zu sehen."

Beteiligungsprozess Gersthofer Platzl - Detailergebnisse

Im Rahmen der BürgerInnenbeteiligung im Mai 2019 gab es die Möglichkeit, schriftlich Rückmeldung zum Projekt Gersthofer Platzl zu geben. Dabei wurden insgesamt knapp 290 Rückmeldungen abgegeben.

In der Dokumentation BürgerInnenprojekt Gersthofer Platzl - Ergebnisse sind die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger zusammengefasst.

Fotoprotokoll ansehen (2 MB PDF)

Bezirksvertretung trifft die Entscheidung

Da bei einem Projekt dieser Größenordnung bestimmte Richtlinien bezüglich Vergabe und Finanzierung einzuhalten sind, ist ein Baubeginn frühestens 6 Monate nach der politischen Beschlussfassung möglich. Zudem muss beachtet werden, dass bei so einem wichtigen Knotenpunkt eine Baustelle nur während der Sommermonate möglich ist. Wenn es noch im Lauf dieses Jahres eine Entscheidung für das Projekt gibt, dann könnte im Sommer 2020 gebaut werden.

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