Häufig gestellte Fragen zur neuen Streckenführung des 42A

Warum soll der 42A über das Gersthofer Platzl geführt werden?

Viele Bewohnerinnen und Bewohner des Schafbergs wünschen sich schon viele Jahre, dass der 42A in Richtung Gersthof fährt: Für sie bringt die direkte Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel am Gersthofer Platzl eine Beschleunigung der täglichen Wege zum Einkaufen, in die Schule oder in die Arbeit.

Der sommerliche Weg ins Schafbergbad wird für viele Währingerinnen und Währinger dadurch wesentlich einfacher. Das Verkehrschaos rund um das Bad geringer. Dazu kommt der zukünftige Schulstandort in der ehemaligen Orthopädie Gersthof, der für die ersten Jahre Ausweichquartier für das Gymnasium Klostergasse ist: Die Schülerinnen und Schüler, die Lehrerinnen und Lehrer brauchen eine gute öffentliche Anbindung, um Elterntaxi- und Berufsverkehr möglichst gering zu halten.

Für die Wiener Linien, die Stadt und den Bezirk ist es wichtig, die Wiener Randgebiete besser mit öffentlichem Verkehr zu versorgen, damit Alltagswege auch ohne Auto leichter möglich sind.

Wer trifft die Entscheidung für die neue Streckenführung?

Eine neue Streckenführung für ein öffentliches Verkehrsmittel ist keine leichte Entscheidung. Prinzipiell entscheiden die Wiener Linien und die zuständigen Abteilungen Straßenverwaltung und Straßenbau (MA 28) sowie Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten (MA 46), welche Streckenführungen überhaupt in Frage kommen.

Grundlage für diese Entscheidung sind sämtliche Richtlinien und Vorgaben, örtliche Rahmenbedingungen, betriebliche Erfordernisse und der Kosten-Nutzen-Faktor. Im Fall des 42A gab es außerdem eine Bedingung der Wiener Linien und des 17. Bezirks: Die Fahrzeit darf sich durch die erweiterte Streckenführung um maximal 10 Minuten verlängern, um sowohl Mehrkosten als auch Qualitätsverlust für die Verbindung vom Schafberg nach Hernals in Grenzen zu halten.

Die nach Prüfung als technisch machbar und finanzierbar befundene Streckenführung über Gersthofer Straße und Salierigasse in Richtung Schafberg sowie Schöffelgasse und Gersthofer Straße in Richtung Hernals haben die Wiener Linien ein entsprechendes Konzessionsansuchen gestellt, um die Linie auf Basis dieser Konzession neu ausschreiben zu können. In diesem Verfahren haben betroffene Bezirke ein Anhörungsrecht. Der 17. Bezirk gab eine positive Stellungnahme ab, die Bezirksvertretung des 18. Bezirks sprach sich mehrheitlich dagegen aus.

In der Folge haben auf Veranlassung des für die Wiener Linien zuständigen Stadtratsbüros diese das Konzessionsansuchen zurückgezogen.

Warum sollte die Streckenführung gerade jetzt geändert werden?

Eine neue Streckenführung kann in der Regel nur bei Neuvergabe des Linienvertrags erfolgen. Der aktuelle Vertrag für den 42A endet mit 31. Juni 2021 und muss jetzt neu ausgeschrieben werden.

Wieso wird der Bus nicht über die Simonygasse geführt?

Bei einer Führung über die Simonygasse wurden 2 Varianten über die Gentzgasse diskutiert: Der Wechsel von der Gersthofer Straße in die Simonygasse bei der Kreuzgasse oder bei der Währinger Straße.

Die beiden Kreuzungen Simonygasse/Gentzgasse sowie Gentzgasse/Gersthofer Straße sind jedoch nicht Linienbus-tauglich. Vor allem beim Einbiegen von der Gentzgasse nach links in die Gersthofer Straße gibt es keine Lösung für die Spurführung und die Ampelschaltung: An dieser hochfrequentierten Kreuzung sind drei Straßenbahnlinien in unterschiedliche Richtungen sowie eine schon vorhandene Buslinie unterwegs.

Neben diesen technischen Problemen würde sich die Fahrzeit aufgrund der längeren Strecke mit bis zu 7 Ampeln sowie der schwierigen Kreuzungssituationen mit Nachrang gegenüber der Straßenbahn zu sehr verlängern.

Eine 3. Variante sollte den Bus über Gersthofer Straße/Währinger Straße zur Simonygasse Richtung Kreuzgasse beziehungsweise umgekehrt führen. Die Investitionskosten dafür liegen über einer halben Million Euro und es gibt bislang keine Lösung für die Stationslagen.

Wieso wird der Bus nicht über die Strecke Alsegger Straße/Schöffelgasse geführt?

Hier gibt es aufgrund der örtlichen Gegebenheiten an den Kreuzungen Schöffelgasse/Herbeckstraße und Alsegger Straße/Herbeckstraße schwerwiegende, kaum aufzulösende Konfliktsituationen mit der Straßenbahn.

Warum wird der Bus durch Wohngebiet geführt?

Öffentlicher Verkehr in der Stadt dient der Erschließung in der Fläche. Ihn durch Wohngebiete zu führen, ist daher in der Stadt eher die Regel. Eine ausschließliche Führung über Hauptstraßen ist weder immer möglich (wie in diesem Fall) noch zweckmäßig.

Wie sieht es auf der angedachten Streckenführung mit Parkplätzen aus?

In einigen Bereichen wäre durch die Einbahnführung die jetzige Parkordnung überhaupt erst legalisiert. Die neuen Haltestellen würden als Haltestellenkap und nicht in Form von Busbuchten errichtet. Das spart Platz und erfordert nur minimale Eingriffe in die Parkordnung. Die Möglichkeiten, Autos abzustellen, blieben im Wesentlichen gleich - in der Salierigasse sind es in Zukunft 12 Stellplätze weniger, in der Schöffelgasse dafür 8 mehr. Insgesamt wären es in beiden Blöcken zusammen danach 114 statt jetzt 118 Parkplätze.

Würde es zu einer vermehrten Lärmbelästigung kommen?

Die Autobusse der Wiener Linien sind für den Straßenverkehr zugelassene Fahrzeuge und diese entsprechen somit den gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien. Prinzipiell verursachen die Autobusse der Wiener Linien im Vergleich mit anderen Kraftfahrzeugen keine erhöhte Lärmbelastung. Aber ja, es würden dann Busse fahren, wo vorher keine waren - und dadurch gibt es auch mehr Verkehr und punktuell mehr Lärm, wobei die Intervalle des 42A diese Belastung in Grenzen halten würden.

Hätten die Busse in der Salierigasse und Schöffelgasse genügend Platz?

Sowohl was die Fahrbahnbreite anlangt als auch bezüglich der Gesamtstraßen-Breite sind die Salierigasse und Schöffelgasse so breit wie viele andere Straßen mit öffentlichem Verkehr in Wien und Währing. Im innerstädtischen Bereich gibt es viele Straßen mit Busverkehr, die wesentlich schmäler sind. Die Bus-LenkerInnen beherrschen ihr Fahrzeug – und wäre die Streckenführung zu eng, hätte der Busbetrieb der Wiener Linien ihr nicht zugestimmt.

Würde die Einbahnführung zu einer Beschleunigung des Verkehrs führen?

Die Einhaltung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit liegt in der Verantwortung der Auto-LenkerInnen. Um die Einhaltung von Tempo 30 zu unterstützen, würde in beiden Straßenzügen die Fahrbahn mehrmals leicht verschwenkt, was zu einer Temporeduktion beiträgt.

Hätte die neue Streckenführung auch Vorteile für die Anrainerinnen und Anrainer?

Zum einen würde das Marianum mit Volksschule und Gymnasium besser an den öffentlichen Verkehr angebunden. Die Schule wäre bereit, gemeinsam mit dem Bezirk Initiativen für eine Reduktion des Elterntaxi-Verkehrs zu setzen. Zum anderen hilft eine Busstation in unmittelbarer Nähe beim Transport von Einkäufen und ist vor allem für gehbehinderte Menschen und Familien mit kleinen Kindern eine Unterstützung. Dazu kommt, dass der Autoverkehr Richtung Schafbergbad und zum zukünftigen Schulstandort Orthopädie Gersthof durch ein gutes Angebot an Öffentlichem Verkehr reduziert werden würde.

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