Ausstellung über das jüdische Währing

Begleitend zur aktuellen Ausstellung "Schnitzler im Gemeindebau. Das jüdische Währing - Blüte - Vernichtung - Gedenken." startet am 19. Jänner 2022 die Veranstaltungsreihe "Dinge – Menschen – Geschichten" im Amtshaus Währing.

Mauerstück der ehemaligen Währinger Synagoge

Einst war Währing ein Mikrokosmos jüdischer Geschichte. Vor dem "Anschluss" 1938 lebten über 5.000 Jüdinnen und Juden im 18. Bezirk, darunter "kleinen Leute" im Gemeindebau, Villenbesitzer*innen im Cottage, Arbeiter*innen und Geschäftsleute, Nachbar*innen und Freunde. Die Synagoge in der Schopenhauerstraße bot als religiöses und kulturelles Zentrum über 500 Menschen Platz. Das Rothschildspital am Währinger Gürtel war um 1900 eines der modernsten Krankenhäuser Wiens.

Seit 18. November 2021 ist die Ausstellung "Schnitzler im Gemeindebau. Das jüdische Währing - Blüte - Vernichtung - Gedenken." im Amtshaus Währing zu sehen. Eines der sorgsam ausgewählten Exponate ist ein Mauerstück der Währinger Synagoge, das von der gewaltsamen Zerstörung zeugt. Es steht symbolisch für die Vernichtung des jüdischen Währing insgesamt.

Verlust bewusst machen

Die von Martha Keil, Direktorin des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs, und Renate Stockreiter gestaltete Ausstellung lässt neben der unfassbaren Grausamkeit und dem Unrecht, das den Menschen angetan wurde, auch den Verlust spüren, der diese Vernichtung für das kulturelle und gesellschaftliche Leben im Bezirk war. Dieser Verlust ist nicht wiedergutzumachen. Aber es hilft, ihn sich bewusstzumachen. Das tut die Ausstellung und würdigt nicht zuletzt auch die mittlerweile zahlreichen Initiativen des Gedenkens im Bezirk.

Bezirksvorsteherin Silvia Nossek:

Das jüdische Währing ist wichtiger Teil unserer Bezirksgeschichte - und doch so wenig im Bewusstsein. Diese so kompetent und liebevoll gestaltete Ausstellung leistet einen wichtigen Beitrag, das zu ändern. Ich lade alle Währinger*innen herzlich ein: Besuchen Sie die Ausstellung und erfahren Sie mehr über unseren Bezirk.

Die Ausstellung findet unter anderen mit Unterstützung des Zukunftsfonds und des Nationalfonds der Republik Österreich sowie des Bezirks statt.

Ausstellung und begleitende Veranstaltungen

Interessierte können sich die Ausstellung von 19. November 2021 bis 31. Mai 2022 im Amtshaus Währing ansehen. Zusätzlich zu den Amtsstunden ist sie einmal monatlich an einem Samstag und einem Mittwoch-Abend geöffnet.

Ergänzt wird die Ausstellung an den offenen Mittwoch-Abenden mit der Veranstaltungsreihe "Dinge - Menschen - Geschichten": Kuratorin Martha Keil und Gäste erzählen an diesen Abenden vom jüdischen Währing.

Veranstaltungsdetails

  • Ausstellung "Schnitzler im Gemeindebau. Das jüdische Währing - Blüte - Vernichtung - Gedenken"
  • Ausstellungsdauer: Freitag, 19. November 2021, bis Mittwoch, 31. August 2022
  • Öffnungszeiten:
    • Montag bis Freitag von 8 bis 15.30 Uhr, Donnerstag 8 bis 17.30 Uhr
    • "Offener Samstag" am 12. Februar, 12. März, 9. April, 7. sowie 28. Mai 2022, 11 bis 17 Uhr
    • "Offener Mittwoch" am 19. Jänner, 16. Februar, 16. März, 20. April sowie 18. Mai 2022, 17 bis 20 Uhr
  • Veranstaltungsreihe "Dinge – Menschen – Geschichten"
    • mit Kuratorin Martha Keil und Gästen
  • Termine: jeweils mittwochs, 18 bis 19 Uhr
    • 19. Jänner: Elizabeth Baum-Breuer, Kathrin Pokorny-Nagel: Die Familie Mautner und das Geymüller-Schlössel
    • 16. Februar: Ronny Zuckermann: Die Maschinenfabrik Moritz Zuckermann’s Witwe
    • 20. April: Susanne Schober-Bendixen, Jennifer Kickert: Die Familie Redlich und der Währinger jüdische Friedhof
    • 18. Mai: Filipp Goldscheider: Die Keramikmanufaktur Goldscheider in der Staudgasse 7-9
    • 15. Juni: Brigitte Ungar-Klein: U-Boote, Gemeindebauten und der Onkel im Tempelchor
  • Ort: Amtshaus Währing, Rechtes Foyer, 18., Martinstraße 100
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