Gerda-Lerner-Park

Der Park in der Hockegasse wurde in einem gemeinsamen Prozess neu gestaltet und in Gerda-Lerner-Park umbenannt.

Spielplatz im Hockepark

Unter Mitwirkung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wurde der kleine Park attraktiver gestaltet. Er ist ein wertvoller Erholungsraum für die umliegende Nachbarschaft und eine wichtige Verbindung für zu Fuß gehende Personen. Die feierliche Eröffnung und Benennung in Gerda-Lerner-Park fand am 14. Mai 2018 statt.


Evaluierung

Wie angekündigt wurde die Neugestaltung der Parkanlage evaluiert. Das Fair-Play-Team hat mit großen und kleinen Nutzerinnen und Nutzern viele Gespräche geführt. Zudem gab es zahlreiche schriftliche Rückmeldungen. Die Ergebnisse sind in die Evaluierung durch die Abteilung Wiener Stadtgärten (MA 42) gemeinsam mit der Bezirksvorstehung eingeflossen.

Entstehung und Benennung

Die bisher Hockepark genannte Grünanlage liegt am Rande des Areals der Semmelweis-Klinik auf Höhe der Hockegasse 43. Aufgrund einer benachbarten Baustelle hatte der Park sehr gelitten. Nun entstand ein gut beleuchteter, gemütlicher Ort, der mit den passenden Spielgeräten ausgestattet ist. Der leicht zu durchquerende Park ist außerdem eine wichtige Verbindung für Fußgängerinnen und Fußgänger: Die Hockegasse kann in diesem Bereich nicht von Autos befahren werden.

Die öffentliche Fläche wurde offiziell nach Dr.in Gerda Lerner benannt. Mit der Benennung sollen Leben und Wirken der feministischen Historikerin sowie ihr Kampf gegen den Faschismus gewürdigt werden.

Besuch von Gerda Lerners Tochter

Drei Frauen unterhalten sich im Park

Eine Parkbesucherin, Silvia Nossek und Stephanie Lerner im Gerda-Lerner-Park

Eine besondere Begegnung: Stephanie Lerner, Tochter der Frauenrechtsaktivistin Gerda Lerner, besuchte Wien und traf Bezirksvorsteherin Silvia Nossek. Gemeinsam besichtigten sie zuerst den Währinger Frauenweg im Pötzleinsdorfer Schlosspark. Danach ging es weiter in den Gerda-Lerner-Park. Die Parkbenennung nach Gerda Lerner ist ein Symbol der Würdigung ihres Engagements. Über diese Wertschätzung ihrer Mutter freute sich Stephanie Lerner sehr.


Gerda Lerner: Pionierin der Frauengeschichtsforschung

Gerda Lerner (1920 bis 2013) war Jüdin und Antifaschistin. 1938 musste sie aus Wien in die Vereinigten Staaten von Amerika fliehen. Sie war die erste Historikerin, die über ein frauengeschichtliches Thema promovierte. 1966 wurde sie Mitgründerin der National Organization for Women, der heute größten feministischen Organisation in Amerika. Ihre wissenschaftlichen Studien erschlossen wichtige Quellen zur Frauengeschichte und zählen heute noch zu den Standardwerken der Frauengeschichtsforschung. An der University of Wisconsin richtete Lerner 1990 den US-weit ersten Promotionsstudiengang für Frauengeschichte ein.

Neben wissenschaftlichen Werken schrieb Gerda Lerner auch Romane, Kurzgeschichten und Drehbücher. In ihrem autobiografisch gefärbten Roman "Es gibt keinen Abschied", der 1953 im deutschsprachigen Raum unter dem Pseudonym Margarete Rainer erschien, beschreibt sie Wien unter dem Austrofaschismus zwischen 1934 und 1938.

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