"Moshe-Jahoda-Platz" beim Gedenkort Turnertempel

Die Bezirksvertretung Rudolfsheim-Fünfhaus hat einstimmig beschlossen, den Platz beim Gedenkort Turnertempel nach Moshe Jahoda zu benennen.

Platz beim beim Gedenkort Turnertempel

Der Denkmalpark Turnertempel wird in "Moshe-Jahoda-Platz" benannt.

Die Benennung des Platzes beim Gedenkort Turnertempel nach Moshe Jahoda ist ein weiterer wichtiger Schritt, die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Rudolfsheim-Fünfhaus in die Gegenwart zu holen. Sie ist vor allem ein Zeichen der Anerkennung für das Wirken Moshe Jahodas um die Aufarbeitung und Sichtbarmachung der jüdischen Geschichte des 15. Bezirks.

Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal: "Für Moshe Jahoda war es wichtig, unermüdlich an die Notwendigkeit des Lernens aus der Geschichte hinzuweisen. Die Geschichte wiederholt sich nie eins zu eins, aber die momentane gesellschaftspolitische Entwicklung gibt durchaus Grund zur Sorge."

Deshalb hat der Bezirk das Projekt "Herklotzgasse 21" und den Gedenkort Turnertempel begleitet und im Rahmen der Möglichkeiten unterstützt. Mit seinem unermüdlichen Einsatz und Kampf für Gerechtigkeit gebührt Moshe Jahoda Respekt und Anerkennung. Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal ist froh, Moshe Jahodabin persönlich gekannt zu haben. Mit dem einstimmigem Beschluss der Bezirksvertretung wird ihm ein gebührendes Andenken gesetzt.

Moshe Jahoda

Moshe Jahoda wurde 1926 in der Geibelgasse 13 geboren und konnte 1939 als einziges Familienmitglied mit einem Kindertransport nach Palästina der Verfolgung durch die Nationalsozialisten entkommen. Seine Eltern und seine Schwester wurden 1943 im KZ Auschwitz ermordet.

Jahoda war maßgeblich an der Errichtung eines Mahnmals für den niedergebrannten Turnertempel beteiligt. Er war Kuratoriumsmitglied des österreichischen Zukunftsfonds und Ehrenkurator beim Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus. Er blieb seiner Heimat immer verbunden und war auch als Interviewpartner und Berater für das Projekt "Herklotzgasse 21" mitverantwortlich dafür, dass der ehemalige Turnertempel und das Leben der ehemalig großen jüdischen Gemeinde im 15. Bezirk nicht in Vergessenheit gerieten.

Moshe Jahoda ist am 19. Oktober 2016 in Israel verstorben. Als Zeichen der Anerkennung seines Wirkens für die jüdische Gemeinde in Rudolfsheim-Fünfhaus und für die Sichtbarmachung des Turnertempels soll der Platz beim Gedenkort Turnertempel seinen Namen tragen.

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