Aus der Bezirksgeschichte von Penzing

Die Geschichte Penzings ist vielschichtig und interessant. Umfasst doch der Bezirk damals wie heute fast ländlich anmutende Vorstädte sowie sehr urbanes Gebiet. Im Folgenden eine kleine Bezirks-Heimatkunde.

Breitensee

  • Breitensee wurde im 11. Jahrhundert gegründet.
  • 1195 wurde es erstmals als "Prantense" erwähnt. Der alten Ortsbezeichnung ist zu entnehmen, dass die Siedlung nach einer Brandrodung um einen kleinen Teich angelegt wurde. Der alte Ortskern befand sich in der Breitenseer Straße, zwischen der Kendlerstraße und der Leyserstraße.
  • 1873 wurde der letzte Rest des Teiches zugeschüttet.
  • Türkenkriege und Pest brachten den Ort in große Nöte.
  • Bis ins erste Viertel des 20. Jahrhunderts gab es in Breitensee umfangreiche Weingärten im Bereich des Ameisbaches. Einige Straßennamen erinnern noch heute daran.

Penzing

  • Penzing wurde nach 800 als Wehrbauernsiedlung zum Schutz der Furt durch den Wienfluss gegründet.
  • Der Name wurde von einem Gefolgsherrn Benzo abgeleitet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgt 1130 als "Pencingen".
  • Der alte Ortskern befand sich in der Penzinger Straße zwischen Nisselgasse und Einwanggasse.
  • In den Türkenkriegen, durch die Pest und als Folge von Überschwemmungen des Wienflusses wurde der Ort immer wieder sehr stark in Mitleidenschaft gezogen.
  • Nach der Übersiedlung der Seidenbandfabrik nach Penzing 1771 und dem Ausbau des Schloßes Schönbrunn wuchs die Bevölkerung des Dorfes rasch an. Mit der Verbesserung der Verkehrsverhältnisse entwickelte sich Penzing zur beliebten Sommerfrische.
  • 1891 wurde Penzing in die Stadt Wien eingemeindet.
  • An Stelle des Hauses Penzinger Straße 59 befand sich eine Badstube. 1873 errichtete die Gemeinde Penzing hier ihr neues Amtshaus.
  • Das Haus Nummer 68 war das erste Schulhaus von Penzing.
  • An Stelle des Hauses Nummer 70 stand der alte Pfarrhof.
  • Die Rochuskapelle wurde 1660 errichtet.
  • Auf dem Grundstück Nummer 76 befanden sich früher der alte Herrschaftshof und später die Apollo-Kerzenfabrik.

Baumgarten

  • Baumgarten entstand im 11. Jahrhundert und wurde 1195 erstmals urkundlich als "Pomerio" erwähnt.
  • Bis zur Bildung der Gemeinde Baumgarten 1850 bestand es aus zwei Grundherrschaften. Ober-Baumgarten war im Besitz des Klosters Formbach und Unter-Baumgarten im Besitz des Waldamts Purkersdorf.
  • Türkenkriege und die Pest haben die Entwicklung des Dorfes stark beeinträchtigt.
  • Einige Straßennamen erinnern heute noch an den Weinbau.
  • Nach dem Bau der Dampf-Tramway 1885 haben sich mehrere Industriebetriebe in Baumgarten angesiedelt.
  • 1891 wurde Baumgarten in die Stadt Wien eingemeindet.
  • An Stelle des Hauses Linzer Straße 247 stand früher das ebenerdige Haus in welchem Gustav Klimt 1862 geboren wurde.
  • Auf Nummer 257 stand die bereits im 15. Jahrhundert errichtete alte Annenkirche, welche nach der Errichtung der neuen Kirche von 1907 bis 1908 abgetragen wurde.
  • Auf der Linzer Straße 232 befand sich früher das Gemeindeamt von Baumgarten, an dessen Stelle 1900 das neue Schulgebäude errichtet wurde.

Hütteldorf

  • Hütteldorf wurde im 11. Jahrhundert gegründet und um 1170 erstmals als "Utendorf" urkundlich erwähnt. Der Name geht auf das adelige Geschlecht der Utendorfer zurück.
  • Der alte Ortskern befand sich zwischen Rosenbach und Halterbach.
  • Bereits 1356 wurde Hütteldorf eine eigene Pfarre.
  • 1599 erhielt die Hütteldorfer Mühle die Braugerechtigkeit und es entstand daraus die Hütteldorfer Brauerei.
  • Der Satzberg erinnert daran, dass es hier Weinbau gab.
  • Türkenkriege und die Pest haben die Entwicklung des Dorfes lange verzögert.
  • 1891 wurde Hütteldorf in die Stadt Wien eingemeindet.
  • Ecke Bergmillergasse und Stockhammergasse stand die bereits im 14. Jahrhundert errichtete alte Hütteldorfer Pfarrkirche, welche nach Erbauung der neuen Kirche von 1881 bis 1882, abgetragen wurde.
  • Als die alte Schule Bergmillergasse 4 zu klein wurde, wurde von 1893 bis 1894 in der Linzer Straße 419 ein neues Schulgebäude errichtet.

Hadersdorf

  • Hadersdorf ist im 11. Jahrhundert entstanden. Es wurde 1130 erstmals urkundlich als "Hedrichesdorf" erwähnt.
  • Der alte Ortskern befand sich im Bereich Mauerbachstraße/Parkgasse.
  • Funde am Buchberg und im Schuhbrecherinnenwald weisen auf wesentlich ältere Siedlungsplätze hin.
  • Die Türkenkriege haben große Not über die Bevölkerung gebracht.
  • Im 17. Jahrhundert wurden Kloster und Kirche Mariabrunn erbaut.
  • Der bekannteste Besitzer des Schlosses Hadersdorf war Gideon Ernst Laudon.
  • Mit dem Bau der Westbahn kamen viele Sommergäste und der Ort gewann an Bedeutung. Es entstanden ausgedehnte Villenviertel.
  • Zum Schutz vor den Überschwemmungen des Mauerbaches wurde im 18. Jahrhundert bei der Furt durch den Bach die Johannes-Nepomuk-Statue aufgestellt.
  • Nach 1848 wurden die Katastralgemeinden Auhof, Mariabrunn, Weidlingau und Hadersdorf mit den Rotten Hainbach und Knödelhütte zur Ortsgemeinde Hadersdorf-Weidlingau vereinigt.
  • 1938 erfolgte die Eingemeindung in die Stadt Wien.

Weidlingau

  • Weidlingau ist im 11. Jahrhundert entstanden. Es wurde 1226 erstmals als "Widungesowe" urkundlich erwähnt.
  • Der alte Ortskern befand sich im Bereich des Überganges über den Wienfluss.
  • Die Nähe zum Fluss war auch die Ursache für zahlreiche Überschwemmungen der Ansiedlung. Zusätzlich brachten die Türkenkriege und die Pest große Not über den Ort.
  • Der Bau des Landhauses Huldenberg (Schloss Weidlingau) im 18. Jahrhundert brachte wieder einen Aufschwung für den Ort.
  • Nach dem Bau der Westbahn errichteten viele Wienerinnen und Wiener hier ihren Zweitwohnsitz.
  • Nach 1848 wurde der Ort mit Hadersdorf zur Gemeinde Hadersdorf-Weidlingau zusammengeschlossen und 1938 in die Stadt Wien eingemeindet. An Stelle einer Furt durch den Wienfluss wurde für die Überquerung durch die Poststraße schon sehr früh eine Holzbrücke errichtet. 1898 wurde an deren Stelle eine Stahlbogenbrücke erbaut. Diese wurde 1945 bei Kampfhandlungen gesprengt und von 1949 bis 1951 durch eine Stahlbetonbrücke ersetzt.

Weiterführende Informationen

Bezirkswappen des 14. Bezirks

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