Parkraumbilanz: Neubaus Wege zur klimafreundlichen Mobilität

Auf Basis einer Parkraum-Analyse hat der 7. Bezirk ein Maßnahmenpaket geschnürt, das das geänderte Mobilitätsverhalten berücksichtigt und klimafreundliche Begrünungen ermöglicht.

  • Ausbau der "Kühlen Zonen" im öffentlichen Raum
  • Mehr Grünraum und Begegnungszonen
  • Garagenpaket mit 700 Stellplätzen ab 1. Jänner 2020
  • Garagenplatz um maximal 100 Euro pro Monat
Bezirksvorsteher Markus Reiter und Romain Molitor auf einer Baustelle

Bezirksvorsteher Markus Reiter und Verkehrsplaner Romain Molitor

Neubau ist einer der am dichtesten besiedelten Bezirke mit einem der niedrigsten Grünanteile in Wien. Dieser Umstand verlangt ein modernes und umfassendes Verkehrs- und Mobilitätskonzept, das ab 2020 um einige Maßnahmen erweitert wird.

Studie: Mobilität im Wandel

Am 15. November 2019 wurde die aktuelle Parkraumbilanz für den 7. Bezirk präsentiert. Diese wurde im Auftrag des Bezirks vom Verkehrsplanungsbüro "Komobile" ausgearbeitet und umfasst Mobilitätsdaten aus dem Zeitraum 2012 bis 2018. Die Studie ist die erste ihrer Art in Wien. "Wir brauchen genaue Daten über den Status Quo der Parkraumsituation, um so eine Basis für weitere Maßnahmen im Verkehrsraum zu schaffen", so Bezirksvorsteher Mag. Markus Reiter

Bei der Präsentation erklärte der Bezirksvorsteher die nächsten Schritte: "Mit der 'Kühlen Zone Neubau' schaffen wir Begegnungszonen, Begrünungen und spürbare Maßnahmen gegen die Klimakrise. Dafür brauchen wir den öffentlichen Raum. Wir wollen den Verkehrsraum zum Lebensraum machen. Die Zukunft der Stellplätze liegt in Garagen und Haltezonen für BewohnerInnen."

Weniger PKW trotz wachsender Bevölkerung

Die ausgewerteten Daten zeichnen ein deutliches Bild vom geänderten Mobiltätsverhalten in den letzten Jahren:

  • Während die Neubauer Bevölkerung seit 2012 um 6,5 Prozent gewachsen ist, geht die Zahl der PKW stetig zurück: Nur mehr knapp ein Viertel aller NeubauerInnen besitzt ein eigenes Auto.
  • In einigen Straßenzügen ist bereits mehr als ein Drittel der Verkehrsteilnehmenden mit dem Rad unterwegs.
  • Laut Studie stehen in Neubau ungefähr 15.000 Parkplätze im öffentlichen Raum und in Garagen zur Verfügung. Das sind rund 50 Prozent mehr als es der aktuelle PKW-Bestand erfordert.

Der Bezirk reagiert auf diese Entwicklung und leistet Pionierarbeit. "Es geht um einen neuen Zugang zur klimafreundlichen Mobilität. Egal ob auf dem Fahrrad, mit den Öffis oder zu Fuß", sagt Bezirksvorsteher Reiter.

Verbesserung von Mobilität und Klima

Im 7. Bezirk werden in den kommenden Jahren große städtebauliche Projekte umgesetzt, die maßgeblich zu einer Verbesserung von Mobilität und Klima beitragen, aber auch zu Veränderungen im Parkraum führen werden. Neben dem U-Bahn-Bau wird Neubau Stück für Stück zu einer sogenannten kühlen Zone. "Mit der 'Kühlen Zone Neubau' schaffen wir begrünten Lebens- statt Verkehrsraum. Um bezirksfremden Verkehr zu reduzieren, arbeiten wir stetig daran, den öffentlichen Verkehr noch weiter zu attraktiveren. Der 13A wird durch die neue Begegnungszone Neubaugasse noch attraktiver, die neue U-Bahn ermöglicht umfassendere Mobilität", so Reiter: "Das ist gut für unser Klima und die Lebensqualität am Neubau insgesamt."

Neu: Garagenpaket und Haltezonen für Neubau

Im Zuge der Vorarbeiten für die neue U-Bahn kam es bereits 2019 zu Veränderungen im öffentlichen Raum. In der Hochphase von Baustellen und Schanigärten sind bis zu 15 Prozent weniger Parkplätze im öffentlichen Raum vorhanden. Als Übergangslösung wurde deshalb in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer ein Garagenpaket ausgearbeitet. "Mit diesem attraktiven Angebot, sollen die Autos von der Straße in die Garagen wandern, wo es am Neubau ein großes Ressourcenpotential gibt. Das bringt den AutobesitzerInnen auch viele Vorteile", so Reiter.

Laut Erhebungen dauert die durchschnittliche Parkplatzsuche ungefähr 20 Minuten. Mit einem fixen Garagenstellplatz spart man Nerven, Zeit und das eigene Auto ist besser vor Wind und Wetter geschützt. Das Paket ist ab 1. Jänner 2020 gültig und umfasst 700 Parkplätze. Davon sind 500 im 7. Bezirk, 50 in angrenzenden Garagen und 200 Nachtparkplätze. Ein eigener Garagenplatz kostet dann maximal 100 Euro pro Monat.

Bezirksvorsteher Markus Reiter: "Wir wollen den ruhenden Verkehr in Garagen bringen und gleichzeitig Haltemöglichkeiten für BewohnerInnen im ganzen Bezirk ausbauen. Gemeinsam mit bestausgebautem öffentlichen Verkehr, Begegnungszonen und begrünten Kühlen Zonen ist das Neubaus Weg zur klimafreundlichen Mobilität".

Parkraumbilanz als Download

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