Beteiligungsprozess zur Umgestaltung der Bernardgasse

Die Bernardgasse soll neugestaltet und durch Maßnahmen zur Klimawandelanpassung Teil der "Kühlen Zone Neubau" werden. Bei der 1. Phase des Beteiligungsprozesses im Herbst 2021 brachten Anrainer*innen mehr als 1.000 Wünsche, Statements und Ideen ein. Nun liegt der Ergebnisbericht vor.

Video: Beteiligungsprozess Bernardgasse

Die partizipative Vorgangsweise des Bezirks findet großen Zuspruch bei Anrainer*innen und Geschäftstreibenden. Ein innovatives digitales Angebot ermöglicht eine besonders breite Form der Beteiligung.

Im Menschenrechtsbezirk Neubau ist es ein wichtiges Anliegen, dass die Bürger*innen mitentscheiden, wie genau die Veränderungen aussehen sollen.

Die erste Beteiligungsphase fand von 14. Oktober bis 7. November 2021 statt. Alle Meinungen und Wünsche wurden gesammelt, zusammengeführt und ausgewertet. Die Ergebnisse der Befragungen wurden im Dezember 2021 veröffentlicht.

Ergebnisbericht als Download

Ergebnisbericht - Umgestaltung der Bernardgasse - 1. Beteiligungsphase:

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Erste Ergebnisse des Beteiligungsprozesses

Plan der Bernardgasse mit 5 Info-Boxen

In einer Erhebung zum Status quo zeigt sich ein eindeutiges Bild zur Aufenthaltsqualität: 95 % aller Befragten finden, die Bernardgasse lädt derzeit nicht zum Verweilen und Spazierengehen ein. Positiv bewertet wurde hingegen die ästhetische Qualität der historischen Architektur – der Charme der Gasse ist für Anrainer*innen und Geschäftstreibende unübersehbar. Denn die Bernardgasse verfügt über eine gut erhaltene Bausubstanz historistischer Vorstadthäuser – in einem Abschnitt sogar über ein spätbiedermeierliches Ensemble.

Knapp 700 Personen leben derzeit in der 520 Meter langen Bernardgasse. Die Anzahl der Statements betreffend Umgestaltung lag in der ersten Beteiligungsschleife weit darüber mit 1.120.

Bezirksvorsteher Markus Reiter:

Ich freue mich über die große Resonanz der Bürger*innen und Geschäftstreibenden. Beteiligung am Neubau hat eine lange Tradition: Ideen, Wünsche, Anregungen und Meinungen werden ernst genommen und die Chance zur Mitsprache wird deshalb vielfach, und wie wir jetzt sehen, sogar mehrfach, wahrgenommen. Gemeinsam gestalten wir so die Zukunft des Bezirks und das jetzt im Westen.

Zukunftsvision: ein begrünter, verkehrsberuhigter Ort zum Verweilen

Zentral war der Wunsch der Anrainer*innen und Geschäftstreibenden nach mehr Grün. Laut Umfrage wünschen sich das 85 % aller Teilnehmer*innen. Demnach wollen sie mehr Begrünung, wobei nicht nur Bäume, sondern vor allem auch andere Begrünungsarten eine Rolle spielen sollen: Auch Fassadenbegrünungen oder Grüninseln sollen einer Überhitzung an heißen Sommertagen angemessen begegnen.

Ein anderes großes Thema war die gerechte Aufteilung des Straßenraums. Der Trend ging hier zum Wunsch, den Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen mehr Platz einzuräumen. 82 % der Umfrageteilnehmer*innen wünschen sich eine Neuaufteilung des Straßenraums.

Die Verbesserung der Aufenthaltsqualität ist den Befragten ebenfalls wichtig. Ein Großteil wünscht sich mehr Orte zum Verweilen: 73 % sprachen sich für mehr Sitzgelegenheiten aus. Allerdings wurde parallel dazu der Hinweis auf eine mögliche Lärmbelästigung angesprochen. Aufgrund der Enge der Gasse kam die Frage auf, ob für Bänke oder Ähnliches genügend Platz sei.

Bürger*inneninitiative Bernardgasse

353 Unterschriften überreichte eine Bürger*inneninitiative dem Bezirksvorsteher dieser Tage. Erst im Herbst 2021 war die Petition für eine Umgestaltung der Bernardgasse gestartet worden. Initiatorin Sigrid Thanhäuser: "Ich freue mich riesig, dass sich hier so schnell etwas bewegt. In der Bernardgasse sind die Gehsteige viel zu schmal, die Autos nehmen zu viel Platz ein, im Sommer wird es unangenehm heiß, weil jegliche Bepflanzung fehlt."

Durch Verkehrsberuhigung, einen Radweg in beide Richtungen, Begrünung und Sitzmöglichkeiten könne die Bernardgasse zu einer schönen Gasse werden, in der sich die Anrainer*innen gerne aufhalten, so Thanhäuser weiter. Über die lokale Agenda wurde aus der Petition eine eigene Gruppe gegründet, die den weiteren Planungsprozess begleiten wird.

Digitaler Zugang

Erstmals realisiert wurde die Verschränkung der bewährten "analogen" Möglichkeiten mit einem innovativen digitalen Weg zur Teilnahme. Das sorgte für eine große Zahl an Statements und macht den Beteiligungsprozess noch niederschwelliger. Neben der gut besuchten Auftaktveranstaltung mit 80 Teilnehmer*innen und 5 gutbesuchten "Infopoints" vor Ort gab es zusätzlich das Angebot, sich sowohl via Website des Bezirks Neubau als auch über eine eigene App zu beteiligen.

Anrainer*innen und Geschäftstreibenden war es möglich, schnell und unkompliziert vom Smartphone aus ihre Meinungen und Ideen zur Zukunft der Bernardgasse einzubringen. Über die App war einerseits die Teilnahme an der Umfrage zur Umgestaltung der Bernardgasse möglich und andererseits kann darüber das Umgebungsklima und die Wirkung von Grünraumplanung digital erlebt werden. Möglich wird das mittels "Augmented- und Virtual-Reality" des Forschungsprojekts "GLARA" (Green Living Augmented + virtual Reality), das den Beteiligungsprozess unterstützt.

Erweiterung der "Kühlen Zone Neubau"

Bezirksvorsteher Markus Reiter sieht den Weg im 7. Bezirk bestätigt: "Nach der Zieglergasse 2019, der Neubaugasse 2020, der Zollergasse 2021 und zahlreichen Baumpflanzungen im ganzen Bezirk soll mit der Bernardgasse erneut gemeinsam ein mutiger Schritt in Richtung Verbesserung der Lebensqualität gelingen. Die 'Kühle Zone Neubau' wächst somit weiter."

Auch bei den erwähnten Projekten stand für den Bezirk bereits das gemeinsame Vorgehen im Mittelpunkt, so wurde zur Neugestaltung der Neubaugasse beispielsweise ein intensiver Austausch zu den ansässigen Kaufleuten und Bewohner*innen gepflegt. Mit der Bernardgasse setzt der 7. Bezirk einmal mehr auf eine breit angelegte Beteiligung - und das zusätzlich mit zukunftsweisenden digitalen Mitteln.

Nach dem Abschluss der ersten Beteiligungsphase zur Umgestaltung der Bernardgasse geht es in die Planung. Im Frühjahr 2022 können sich die Bürger*innen im Rahmen einer zweiten Beteiligungsschleife ein weiteres Mal einbringen. Im Juni 2022 wird der finale Entwurf für die zukünftige Bernardgasse präsentiert.

Bürger*innenbeteiligung - Zeitplan

  • Auftaktveranstaltung und Workshop: 14. Oktober 2021
  • Infopoints in der Bernardgasse: 18. bis 22. Oktober 2021
  • GLARA-App und Online-Fragebogen: 14. Oktober 2021 bis 7. November 2021
  • Feedbackschleife: April 2022
  • Präsentation des finalen Entwurfs: Juni 2022

Menschenrechtsbezirk Neubau

Neubau hat sich mit Resolutionsantrag der Bezirksvertretung zum Menschenrechtsbezirk deklariert. Menschenrechte im 7. Bezirk bedeuten:

  • Teilhabe
  • das Recht auf eine saubere Umwelt
  • die gleichberechtige Gestaltung und Nutzung des öffentlichen Raums
  • und ein gutes Leben für alle
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