Spurensuche - Frauen in Neubau

Viele große Frauenpersönlichkeiten haben in Wien Neubau gelebt und gearbeitet. Sie haben als Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, Lehrerinnen, Geschäftsfrauen uvm. das Leben im Bezirk geprägt. Neubau würdigt seine großen Töchter und benennt seit Jahren konsequent fast alle neuen Plätze und Freiflächen nach historischen Frauenpersönlichkeiten.

Die Geschichte von Frauen in Neubau ist spannend, abwechslungsreich und vielseitig. Hier finden Sie einen Überblick über die geschichtlich prägendsten Persönlichkeiten aus der weiblichen Geschichte des Bezirks.

Ceija Stojka

Ich habe zum Stift gegriffen, weil ich mich öffnen musste, schreien…
Ceija Stojka in ihrer Wohnung stehend.

Ceija Stojka: Malerin, Schriftstellerin und Holocaust-Überlebende (23. Mai 1933, Kraubath an der Mur; 28. Januar 2013, Wien)

Ceija Stojka, gehörte den fahrenden Rom-Lowara an. Nach dem sogenannten Anschluss Österreichs wurde Ceija Stojka als Romni verfolgt. Ihr Vater wurde im KZ Dachau ermordet, sie selbst und ihre Familie ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. 1944 kam sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester ins KZ Ravensbrück, kurz vor Kriegsende ins KZ Bergen-Belsen. Nach Kriegsende hatten nur sie, vier Schwestern und ihre Mutter überlebt.

Als eine der Ersten setzte sie sich mit dem Schicksal der Roma im Nationalsozialismus auseinander: 1988 erschien ihr Buch "Wir leben im Verborgenen" über die nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager, 1992 "Reisende auf dieser Welt" über die Zeit im Nachkriegsösterreich. 1989 widmete sie sich auch der Malerei. 2003 erschien ihr Gedichtband "Meine Wahl zu schreiben – ich kann es nicht".

Ceija Stojka verstarb am 28. Januar 2013 in Wien.

2014 wurde der Platz vor der Altlerchenfelder Kirche in Neubau nach Ceija Stojka benannt.


Marianne Fritz (geb. Frieß)

Was normal ist, entscheidet in letzter Instanz jenes Kräfteverhältnis, das auf einem bestimmten Gelände die Bedeutungsgeschichte fürs Normale übernommen hat.
Portrait von Marianne Fritz

Marianne Fritz: Schriftstellerin (14. Dezember 1948, Weiz; 1. Oktober 2007, Wien)

Marianne Fritz lebte und arbeitete als freie Schriftstellerin, finanziell abhängig von Stipendien, in bescheidenen Verhältnissen in Wien. Sie scheute den Umgang mit der Öffentlichkeit, über ihren Lebenslauf ist abgesehen von ihrer literarischen Arbeit wenig bekannt.

1978 erschien ihr erster Roman "Die Schwerkraft der Verhältnisse", für welchen sie mit dem Robert-Walser-Preis ausgezeichnet wurde. Seitdem arbeitete sie kontinuierlich an dem literarischen Großprojekt mit dem Arbeitstitel "Die Festung", eine literarische Geschichte der ersten und zweiten Republik Österreich. Es folgten weitere Romane: "Das Kind der Gewalt und die Sterne der Romani" und "Dessen Sprache du nicht verstehst". Danach folgten die ersten zwei Teile des auf drei Teile angelegten Werks "Naturgemäß". Seit 1998 arbeitete Marianne Fritz am dritten Teil, den sie jedoch nicht fertigstellen konnte.

Marianne Fritz verstarb 2007 mit 58 Jahren in Wien.

Der Marianne-Fritz-Park trägt seit 2014 den Namen der Schriftstellerin.


Olga "Olly" Schwarz (geb. Frankl)

Mit klopfendem Herzen betrat ich das Wahllokal. Der Andrang war sehr groß und ich hatte Zeit, mir durch den Kopf gehen zu lassen, was wir Frauen gelitten, erkämpft und erreicht hatten. Jetzt gab es keine Wahlvorschrift mehr: 'Minderjährige, Schwachsinnige und Frauen haben kein Wahlrecht.' Mit zitternder Hand warf ich den Wahlzettel in die Urne, aber mit erhobenem Haupt verließ ich die Zelle, politisch großjährig, mit gleichen Bürgerrechten.
Portraitfoto von Olly Schwarz

Olga "Olly" Schwarz: Frauenrechtlerin, Pädagogin und Schulgründerin (10. März 1877, Prag; 1960, Chicago)

Olly Schwarz entwickelte schon in der frühen Jugend ein großes Interesse für öffentliche und sozialgesellschaftliche Themen. 1897 zog sie mit ihrer Familie nach Wien. Dort lernte sie den Volksbildner Ludo Hartmann kennen, den Gründer des "Athenäums". Olly Schwarz wurde in den Arbeitsausschuss dieser Institution zur Abhaltung von Hochschulkursen für Frauen und Mädchen gewählt. Später engagierte sie sich in der weiblichen Berufsberatung.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete sie sich zum Dienst im Kriegsspital in der in Wien Neubau angesiedelten Stiftskaserne. 1916 gründete sie die Zentralstelle für weibliche Berufsberatung.

Später widmete sie sich der Überführung der privaten Berufsberatung in die Stadtverwaltung und wurde Leiterin der weiblichen Abteilung des Berufsberatungsamtes der Stadt Wien. Unter ihrer Ägide entwickelte es sich zu einem internationalen Vorzeigeprojekt.

1939 emigrierte sie in die Vereinigten Staaten, wo sie 1960 in Chicago verstarb.


Susi Singer

Ich arbeitete mich sehr rasch ein, denn ich war ganz in meinem Element und sehr glücklich. Ich durfte Figuren machen, immer nur Figuren meiner Phantasie und konnte nicht genug davon bekommen.
Eine Keramik von Susi Singer, welche Kartenspieler darstellt.

"Die Kartenspieler"; eine Keramik von Susi Singer

Susi Singer, geboren am 27. Oktober 1895 in Wien, begann bereits mit 14 Jahren ihre künstlerische Ausbildung an der Kunstschule für Mädchen und Frauen, wo sie u.a. von Adolf Böhm und Tina Blau unterrichtet wurde. 1917 wurde sie Mitglied der Wiener Werkstätte, wo sie ihre Ausbildung weiterführte und auch arbeitete. Das Gebäude der Wiener Werkstätte, ihrem Wirkungszentrum, befand sich an der Adresse Neustiftgasse 32.

1925 gründete sie eine eigene Werkstatt für Keramik in Grünbach am Schneeberg. Zusammen mit der Wiener Werkstätte beteiligte sie sich u.a. an Ausstellungen in Paris – wo sie 1925 mit der Goldenen Medaille bei der Kunstgewerbeausstellung ausgezeichnet wurde –, New York und 1935 an der Weltausstellung in Brüssel. Ihre Kunst widmete sie dem weiblichen Körper.

1938, nach dem Tod ihres Mannes, emigrierte sie in die Vereinigten Staaten, wo sie unterrichtete und als Keramikerin arbeitete.

Susi Singer verstarb 1955 in Kalifornien.


Gisela von Camesina de San Vittore (geb. Themer)

Frästeppich von Iris Andraschek in der Lerchenfelder Straße 131, wo Camesina de San Vittore ihren Wohnsitz hatte.

Frästeppich von Iris Andraschek in der Lerchenfelder Straße 131, wo Camesina de San Vittore ihren Wohnsitz hatte.

Gisela Themer, am 14. Februar 1865 in Triest geboren, stammte aus einer österreichischen Beamtenfamilie in Triest und genoss eine Ausbildung zur Lehrerin. Sie besuchte als Fachlehrerin Unterrichtsanstalten in Dresden, Stuttgart und Berlin. 1884 rief sie ein bahnbrechendes Unterrichtssystem zur gewerblichen Ausbildung erwachsener Mädchen in Wien ins Leben.

1886 richtete sie als erste Lehrerin in Europa die Unterrichtsabteilung in der Technologie sowie in der Hygiene und Krankenpflege ein und verfasste eigene Grundlagenbücher. Ihre Lehrbücher sowie ihr Kurssystem fanden große Verbreitung und Anerkennung. Im selben Jahr gründete sie den Gisela Frauenverein, dessen Schule europaweit als Musterschule galt.

Ihr unermüdliches Engagement widmete sie der Frauenbildung. 1892 krönte sie ihr Lebenswerk mit der Gründung der ersten Unterrichtsanstalt für Frauen unter dem Namen Athenäum in Wien.

Gisela von Camesina de San Vittore hatte ihren Wohnsitz in der Lerchenfelder Straße 131.


Vally Wieselthier

Tell these people who I am.
Selbstporträt aus Keramik von Vally Wieselthier

Selbstportrait aus Keramik von Vally Wieselthier.

Vally Wieselthier, geboren am 25. Mai 1895 in Wien, stammte aus der Familie eines jüdischen Hof- und Gerichtsadvokaten. Schon im frühen Alter setzte sie ihre künstlerischen Ambitionen gegen den Willen ihrer Familie durch und besuchte die Kunstschule für Mädchen und Frauen; sie wechselte an die Kunstgewerbeschule, wo sie u.a. von Kolo Moser und Anton von Kenner unterrichtet wurde.

Zwischen 1917 und 1920 fertigte sie in der Wiener Werkstätte Gebrauchskeramik, Kleinfiguren und Kopfplastiken an. 1922 bekam sie ein eigenes Atelier. 1927 wurde sie künstlerische Leiterin der Keramikabteilung der Wiener Werkstätte, welche sich in der Neustiftgasse 32 befand.

1928 nahm sie an der Ausstellung International Ceramics im Metropolitan Museum in New York teil, wo sie 1932 hinzog, um eine zentrale Rolle in der Entwicklung der amerikanischen Keramikproduktion zu spielen. Seit 1933 arbeitete sie als Designerin für die Contemporary Group und die Sebring Pottery Company in Chicago.

Vally Wieselthier verstarb am 1. September 1945 in New York.


Lina Loos (geb. Obertimpfler)

Ich bin Zeugin! Ich bin Zeugin!
Portrait von Lina Loos.

Lina Loos: Schauspielerin und Feuilletonistin (9. Oktober 1882, Wien; 6. Juni 1950, Wien)

Lina Loos, die Tochter des Wiener Originals Carl Obertimpfler, Besitzer des Nobelcafés Casa Piccola, kam über ihre Schwester in den Kreis von Peter Altenberg und Karl Kraus, wo sie auch Adolf Loos kennenlernte, den sie 1902 heiratete. Nach dem Selbstmord ihres Geliebten Heinz Lang flüchtete sie aus ihrer Ehe nach New York, wo sie 1905 als Schauspielerin debütierte. 1907 trat sie als Diseuse im Cabaret Fledermaus auf und brillierte mit Chansons nach Altenberg. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie ans Volkstheater verpflichtet. Seit 1904 schrieb sie regelmäßig Beiträge für Wiener und internationale Zeitungen.

1938, als in Wien die Synagogen brannten und jüdische Geschäfte geplündert wurden, begab sie sich zu den Tatorten und sprach an jedem Schauplatz laut und vernehmlich die Worte: "Ich bin Zeugin! Ich bin Zeugin!".

Nach 1945 engagierte sie sich in der Frauen- und Friedensbewegung. 1947 erschien ihr Buch: "Das Buch ohne Titel".

Lina Loos verstarb 1950 in Wien.


Cäcilia "Sissy" Löwinger

Ich brachte die Leute zum Lachen, als es noch wenig zu lachen gab.
Portrait von Sissy Löwinger

Sissy Löwinger: Schauspielerin (22. Juni 1941, Graz; 25. September 2011, Altlengbach)

Cäcilia "Sissy" Löwinger entstammte der Löwinger-Dynastie. Ihre ersten Auftritte hatte sie bereits mit fünf Jahren auf der Löwingerbühne, welche sich von 1949 bis 1975 im Renaissancetheater, Wien Neubau, befand. Mit vierzehn Jahren brach sie ihre Schulausbildung ab, um Schauspiel-, Gesangs-, Literatur- und Sprachunterricht zu nehmen. Dorothea Neff gab ihr Unterricht und bereitete sie für die Bühnenreifeprüfung vor, die sie mit siebzehn Jahren absolvierte.

Von ihren Eltern lernte sie alles, was mit der Führung eines Theaters zusammenhängt. Zunächst war sie für Publizität und Dramaturgie der Wanderbühne verantwortlich. Schon mit 25 organisierte sie die erste Österreichtournee.

Ab 1985 war sie auch als Bühnenautorin tätig. Ihre acht Stücke, die alle im Fernsehen gezeigt wurden, verfasste sie allerdings unter den Pseudonymen Helmut Haupt bzw. Justus Schaub.

Nach dem Tod ihres Vaters übernahm sie, gemeinsam mit ihrem Bruder Paul Löwinger jun., die Leitung des Theaters. 1996 wurde sie Vize-Direktorin im Zirkus Althoff-Jacobi.

Sissy Löwinger verstarb 2011.


Dorothea Neff

Du bleibst bei mir.
Portrait von Dorothea Neff

Dorothea Neff: Schauspielerin (21. Februar 1903, München; 27. Juli 1986, Wien)

Dorothea Neff, absolvierte eine Schauspielausbildung. Auf erste Engagements in Regensburg und Aachen folgte das Staatstheater München. 1939 kam sie an das Wiener Volkstheater.

Zwischen 1941 und 1945 versteckte sie ihre Freundin Lilli Wolff, die als Jüdin von den Nationalsozialisten verfolgt wurde. Es gelang ihr, Lilli Wolff zu retten. 1979 wurde sie mit der Ehrenmedaille des Yad Vashem und in der Allee der Gerechten unter den Völkern mit einem Baum geehrt. Nach ihr ist auch der Dorothea-Neff-Park in Wien Neubau benannt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sie an ihre Erfolge anknüpfen und wurde vor allem in der Rolle der Großmutter in "Geschichten aus dem Wienerwald" und den Titelrollen im "Besuch der alten Dame" und in "Mutter Courage" bekannt. Aufgrund einer Augenkrankheit begann sie im späten Alter zu erblinden. Trotzdem spielte und unterrichtete sie bis an ihr Lebensende. Zu ihren Schülerinnen gehörten u.a. Sissy Löwinger und Senta Berger.

Dorothea Neff verstarb 1986 in Wien.


Johanna "Hansi" Niese

Porträt von Hansi Niese

Hansi Niese: Schauspielerin (10. November 1875, Wien; 4. April 1934, Wien)

Hansi Niese, war eine der größten Wiener Volksschauspielerinnen der Monarchie. Erste Theatererfahrungen sammelte sie mit elf Jahren, als sie mit einer Wanderbühne auftrat. Als darstellerisches Naturtalent eroberte sie ab 1890 mit großen Erfolgen in Österreich und Deutschland die Theaterwelt. 1891 debütierte sie in Znojmo und ab 1893 war sie Soubrette im Raimundtheater. Später ging sie an das Theater in der Josefstadt, an dem sie ihre größten Erfolge feierte. Viele Auftritte hatte sie im Volkstheater, aber auch ihre Wohnung in der Mariahilfer Straße 88A verband sie mit Wien Neubau.

Sie spielte in zahlreichen Stücken u.a. von Johann Nestroy und Arthur Schnitzler. Beim Film debütierte sie 1914 mit "Frau Gertraud Namenlos", gefolgt von "Der Feldherrenhügel".

Ihre Darstellungskraft kam erst mit dem Tonfilm wirklich zum Ausdruck. Zu ihren Tonfilmen gehören u.a. "Die große Liebe", "Ein süßes Geheimnis" und "Hochzeit am Wolfgangsee".

Hansi Niese verstarb 1934 in Wien.


Karoline Pichler (geb. von Greiner)

Porträtstich von Karoline Pichler

Karoline Pichler: Schriftstellerin, Kritikerin und Salonière (7. September 1769, Wien; 9. Juli 1843, Wien)

Karoline Pichler war die Tochter der Kammerdienerin und Vorleserin Maria Theresias, Charlotte Greiner, und deren Ehemann Franz Sales Greiner, einem Berater Maria Theresias. Karoline heiratete 1796 Andreas Eugen Pichler.

Neben ihrer literarischen Tätigkeit – sie verfasste eine Vielzahl an Werken – veranstaltete sie auch literarische Salons, die sich als die wichtigsten kulturellen Treffpunkte der damaligen Zeit etablierten. Der Leibarzt Maria Theresias, Van Swieten, verkehrte hier ebenso wie u.a. Franz Grillparzer und Franz Schubert. Es galt als Ehre, Zutritt zu ihrem Salon zu erhalten. Aufgrund ihrer Bildung und Lebenserfahrung galt Karoline Pichler als Autorität. Es handelte sich offiziell um rein literarische Salons, in denen politische Debatten wegen der strengen Zensur meist vermieden wurden.

Karoline Pichler verstarb 1843 in Wien.

Seit 1799 war Karoline Pichler auch Besitzerin des Hauses "Zum Schwarzwälder Bauern" in der Burggasse 27.


Barbara Roman (geb. Wißmayer)

Gebäude in der Neustiftgasse 13, in welchem Barbara Roman ihr Wirtshaus hatte.

Gebäude in der Neustiftgasse 13, in welchem Barbara Roman ihr Wirtshaus hatte.

Barbara Roman bewies ihre Geschäftstüchtigkeit und setzte bereits im 18. Jahrhundert eine Idee um, die heute en vogue ist: Sie begann Essensreste des kaiserlichen Hofes aufzukaufen und in ihrem Wirtshaus "Zum Goldenen Schiff" in der Neustiftgasse 13 zu günstigen Preisen weiterzugeben. Sie verwendete nicht nur Speisen, die unangetastet von der kaiserlichen Tafel zurück in die Küche kamen, sondern auch Lebensmittel, die wegen der mangelnden Kühlmöglichkeiten abgegeben wurden, wenn es aufgrund des Menüplanes am Hof keine Verwertung dafür gab. Barbara Roman wurde mit ihrer Küche berühmt und man gab ihr den klingenden Namen "Schmauswaberl". Ihr Gasthaus war bald eines der beliebtesten Gasthäuser der Vorstadt.

Als Barbara Roman am 30. Oktober 1813 verstarb, hinterließ sie ihrer Nichte ein beachtliches Vermögen und ein gut eingerichtetes Haus, dessen Wert auf 11.500 Gulden geschätzt wurde.

Zahlreiche Legenden ranken sich um Barbara Roman, die Adolf Bäuerle zu seinem Stück "Schmaus-Waberl" inspirierte.


Maria Schwarz

Portrait von Maria Schwarz

Maria Schwarz: Pädagogin und Politikerin (17. Oktober 1852, Wien; 6. März 1920, Wien)

Maria Schwarz legte 1871 an der "Staatsanstalt für die Bildung von Lehrerinnen" die Reife- und Lehrbefähigungsprüfung für allgemeine Volks- und Bürgerschulen ab. 1895 wurde sie als erste Frau in Österreich Direktorin der Mädchen-Volks- und Bürgerschule.

Sie wirkte an der Publikation von Lehrmitteln mit und betätigte sich im berufsständischen und politischen Leben. Von 1896 bis 1920 war sie Präsidentin des Vereins der Lehrerinnen und Erzieherinnen in Österreich. Als Vorsitzende der Unterrichtssektion des Bundes österreichischer Frauenvereine war sie an der Gründung des ersten Mädchengymnasiums beteiligt. Sie setzte sich für den Hochschulzugang für Mädchen ein, war um die Verbesserung der Rechtsverhältnisse des weiblichen Lehrpersonals bemüht und begründete 1907 eine Haushaltungsschule.

Ab 1888 trat sie als Mitglied des Frauenstimmrechtskomitees für das Frauenwahlrecht ein. 1918 war sie Mitglied des provisorischen Gemeinderats.

Maria Schwarz wohnte in der Mariahilfer Straße 28.


Jenny Steiner (geb. Pulitzer)

Der Jenny-Steiner-Weg in Wien Neubau

Der Jenny-Steiner-Weg in Wien Neubau.

Jenny Steiner, am 11. Juli 1863 als Eugenie Pulitzer in Budapest geboren, führte nach dem Tod ihres Ehemannes die familieneigene Seidenmanufaktur weiter. Ihr scharfer Geschäftssinn machte sie zu einer der wohlhabendsten Personen Österreichs. Sie sammelte Werke der damals wichtigsten Künstlerinnen und Künstler und war eine große Förderin der österreichischen Sezession, insbesondere des Werkes von Gustav Klimt.

Jenny Steiners gewaltiges, von den Nationalsozialisten mit rund sechs Millionen Reichsmark bewertetes Vermögen, wurde im Oktober 1938 eingezogen. Jenny Steiner floh unmittelbar nach dem "Anschluss" gemeinsam mit ihrer Tochter Daisy und deren Familie nach Paris und reiste im Herbst 1940 über Portugal nach Brasilien weiter. Der entfernt verwandte Zeitungsmagnat und Stifter des Pulitzer Preises, Joseph Pulitzer, verhalf ihr schließlich 1941 zu einer Einreiseerlaubnis für die Vereinigten Staaten.

Jenny Steiner verstarb am 2. März 1958 in New York und wurde auf ihren Wunsch in der Familiengruft am Wiener Zentralfriedhof beerdigt.

Der Jenny-Steiner-Weg in Wien Neubau trägt ihren Namen.


Gräfin Eugenie Louise von Turovsky (verh. Kenyon)

Eine alte Aufnahme des Sophienspitals, welches mithilfe der Eugenie-Kenyon-Stiftung gegründet wurde.

Das Sophienspital in Wien Neubau, welches mithilfe der Eugenie-Kenyon-Stiftung gegründet wurde.

Die Philanthropin und Wohltäterin Eugenie Louise Gräfin Kenyon wurde am 8. November 1806 in Wien geboren. Sie widmete 1879, nach dem testamentarischen Wunsch ihres Gatten Eduard, das Grundstück in der Kaiserstraße 7, richtete die Eugenie-Kenyon-Stiftung ein und verwendete einen Großteil ihres Vermögens zur Gründung des Sophienspitals.

Sie verstarb am 8. Oktober 1877 in Wien und wurde in einem Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof bestattet.

Die Kenyongasse in Wien Neubau ist nach ihr benannt.

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