100 Jahre Amtshaus Hermanngasse

Amtshaus für den 6. und 7. Bezirk

Das Amtshaus in der Hermanngasse 24-26 beherbergt die Bezirksvorstehung Neubau und die Magistratischen Bezirksämter für den 6. und 7. Bezirk.

Im Zuge des Festes "100 Jahre Amtshaus" am 14. September 2010 wurde von Bezirksvorsteher Mag. Thomas Blimlinger eine neu gestaltete Informationstafel enthüllt. Sie erzählt die Geschichte des Amtshauses, seiner Architekten sowie seiner Bezirksvorsteherinnen und Bezirksvorsteher bis in die Gegenwart. In die von der Neubauer Künstlerin Sylvie Proidl entworfene Tafel ist Wiens erste "Sonnenuhr" in einem Amtshaus integriert - sie wird über die Photovoltaikanlage, die sich am Dach des Amtshauses befindet, gespeist.


Das Amtshaus im Jahr 1910

Das Amtshaus im Jahr 1910

Der Bau bestand aus dem Amtshaus- und Volksbadtrakt. Der Stil des gesamten Gebäudes wurde ursprünglich mit "moderner Barock" beschrieben.

Feuerwache

Im Erdgeschoß und im ersten Stock, getrennt von den Amtsräumlichkeiten beherbergte die städtische Feuerwache Schlafräume und Küche für die Feuerwehrmannschaft.

Amtshaus

Links dem Eingang, neben der Hausbesorgerwohnung war anfangs das Armeninstitut untergebracht, daran anschließend die Amtsräume der städtischen Ärzte. Im rückwärtigen Hoftrakt befanden sich die Räume der Volksbibliothek und die Direktion der Kinderheilanstalten der Stadt Wien.

Im ersten Stock der Gassentrakte waren die Steueramts- und Hauptkassenabteilung, im Hoftrakt die Konskriptionsamtsabteilung des 7. Bezirks untergebracht.

Im zweiten Stock der Gassentrakte befanden sich die Amtsräume der Bezirksvorstehung und des Ortsschulrates. Im rechten Hofseitentrakt befand sich der Sitzungssaal samt Nebenräumen, im rückwärtigen Hofquertrakt die Räume der Exekutionsamtsabteilung.

Im dritten Stock lagen die Amtsräume des magistratischen Bezirksamtes.

Volksbad im Amtshaus

Der Volksbadtrakt enthielt im Erdgeschoß neben Kaffee- und Diensträumen eine Männerabteilung, im ersten Stock die Frauen- und Mädchenabteilung, im zweiten Stock die Knabenabteilung und ein Männerbad 1. Klasse - eine Neuerung, die zum ersten Mal in diesem Volksbad eingeführt worden war. Im zweiten Stock lag die Wohnung des Bademeisters und das Wäschedepot.

Das Volksbad kann für damalige Verhältnisse als sehr modern beschrieben werden, da es unter anderem über Brausen verfügte, von denen jede als Kalt- und Warmbrause regulierbar war. Das ist eine Besonderheit, auf die in einer zeitgenössischen Beschreibung mit Nachdruck hingewiesen wurde.

Die Baukosten des gesamten Amtshaus- und Volksbadbaus wurden mit 1.320.620 Kronen veranschlagt, wovon 1.020.620 auf das Amtshaus und 300.000 Kronen auf das Volksbad entfielen.

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