Meidling Mobil - Ergebnisse der Online-Umfrage zur Mobilität

Im Frühjahr 2020 führten Studierende der BOKU eine Online-Befragung zur Mobilität im 12. Bezirk durch. Die Ergebnisse der Befragung bieten ein ausgewähltes Stimmungsbild, sind aber nicht repräsentativ für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks.

Verkehrsszene mit zu Fuß Gehenden, Autos, einem Radfahrer und einer Straßenbahn

Die Bezirksvorstehung Meidling erklärte sich im Vorjahr bereit, die Studierenden des Instituts für Verkehrswesen der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) beim Lernen und Arbeiten zu unterstützen.

Die Befragungsinhalte wurden in gemeinsamer Absprache mit der Bezirksvertretung festgelegt.


Die Online-Befragung enthielt Fragestellungen zu folgenden Themen:

  • allgemeine soziodemographische und personenbezogene Daten
  • Verkehrsverhalten und Verfügbarkeit: verfügbare Verkehrsmittel, Häufigkeit der Nutzung, Entfernung zu Haltestellen des öffentlichen Verkehrs
  • Meinungen und Einschätzungsfragen zu öffentlichem Verkehr und öffentlichem Raum, Parksituation, Fahrradfahren, Schulstraßen, Verkehrspolitik und Umweltpolitik

Stichprobe nicht repräsentativ

Die Befragung wurde als Online-Umfrage durchgeführt. Dadurch war die Zielgruppe von Anfang an stark eingeschränkt. Die Umfrage wurde über digitale Kanäle wie Facebook, Webseiten und Mailings, aber auch über Zeitungsartikel und Plakate beworben.

Insgesamt nahmen 892 Personen vollständig an der Befragung teil. Dieses Sample ist jedoch nicht repräsentativ für die Meidlinger Bevölkerung: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Befragung waren vor allem unter 24-Jährige und über 65-Jährige. Es nahmen deutlich mehr weibliche als männliche Personen teil. Der Anteil an Menschen mit sehr hohem Bildungsniveau war stark überrepräsentiert.

Ergebnisse - Auszug

Folgende Ergebnisse zählen zu den wichtigsten Erkenntnissen, die aus der Befragung hervorgingen:

Mobilitätsverhalten

  • In allen Grätzln ist das Fahrrad das häufigste verfügbare Fahrzeug der Befragten. Durchschnitt: 1,39 Fahrräder pro Haushalt, 0,79 Pkw pro Haushalt
  • Je weiter außerhalb die Befragten wohnen, umso mehr Pkws und Motorräder/Mopeds sind durchschnittlich im Haushalt vorhanden.
  • Je innerstädtischer die Befragten wohnen, desto höher ist der Anteil der Wege, die mit dem öffentlichen Verkehr (ÖV) oder zu Fuß zurückgelegt werden, und umso geringer ist der Auto-Weganteil. Das bedeutet:
    • Je innerstädtischer, umso umweltverbundaffiner
    • Je weiter außerhalb, umso autoaffiner

Einstellungen und Einschätzungen zur Situation in Meidling

Öffentlicher Verkehr

Zustimmung zu den folgenden Aussagen:

  • "Meine täglichen Ziele sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar": 81%
  • "Der öffentliche Verkehr ist kostengünstig": 81%
  • "Der öffentliche Verkehr ist oft überfüllt": 67%

Parksituation

  • Parken im öffentlichen Raum ohne eigenes Parkpickerl ist fast nicht vorhanden. Parken im öffentlichen Raum mit Parkpickerl wird stark genutzt.
  • Die durchschnittliche Parksuchdauer am Wohnsitz beträgt zwischen 3,6 (Hetzendorf-Rosenhügel) und 7,3 Minuten (Wienerberg). Die durchschnittliche Suche wird am Wohnsitz mit 5,3 als etwas kürzer wahrgenommen als in Rest-Meidling (5,9 Minuten).
  • Bewertung möglicher Maßnahmen:
    • Verlängerung der Parkraumbewirtschaftung in den Abendstunden nach 19 Uhr: 50% stimmen nicht zu oder eher nicht zu, 33% stimmen zu oder eher zu.
    • Schaffen von AnwohnerInnen-Parkzonen, also Parkplätzen innerhalb der Kurzparkzone, die nur für AnwohnerInnen mit Parkpickerl des Bezirks reserviert sind: 34% stimmen nicht zu oder eher nicht zu, 44% stimmen zu oder eher zu.

Schulen und Schulstraßen

Überwiegende Zustimmung zum Konzept Schulstraße:

  • 84% Zustimmung bei Personen mit eigenen Kindern im Volksschulalter
  • 72% Zustimmung bei Personen ohne Kinder im Volksschulalter
  • Meistgenannte Schulen beim Wunsch nach Einführung einer Schulstraße waren die Volksschulen Rothenburggasse, Rohrwassergasse und Bischoffgasse.

Zustimmung zur Einführung des Schulstraßenkonzepts auch nach Schulschluss:

  • 79% Zustimmung bei Personen mit eigenen Kindern im Volksschulalter
  • 71% Zustimmung bei Personen ohne Kinder im Volksschulalter
  • Zustimmung nach Grätzlzugehörigkeit: zwischen 78% (Gaudenzdorf-Wilhelmsdorf) und 63% (Hetzendorf-Rosenhügel)

Verkehrsmittelwahl der Schulkinder am Schulweg:

  • 66% zu Fuß
  • 13% ÖV
  • 9% Pkw mitfahrend
  • 8% Fahrrad
  • 4% Pkw mitfahrend und ÖV kombiniert

Radverkehr

Fahrradabstellanlagen am Wohnsitz:

  • Abstellanlagen im abgeschlossenen Bereich des Wohnhauses werden zu rund 75% genutzt
  • Abstellanlagen im offenen Bereich des Wohnhauses werden zu 50% genutzt
  • Abstellanlagen im öffentlichen Raum beim Wohnsitz werden zu 20% genutzt

Fahrradabstellanlagen im öffentlichen Raum:

  • 50% aller autoaffinen Personen finden, dass öffentliche Radabstellanlagen ausreichend vorhanden sind, aber nur 31% aller umweltverbundaffinen Personen sehen das auch so.

Öffentlicher Raum

Qualität des öffentlichen Raums - Zustand:

  • Geringste Zustimmung bei den Aussagen: "In Meidling gibt es genügend Grünraum und die Gehwege in Meidling sind einladend gestaltet.": 49%
  • Höchste Zustimmung bei der Aussage: "Die Schanigärten prägen das Bezirksbild positiv.": 69%

Qualität des öffentlichen Raums - Maßnahmen:

  • Größter Konsens zwischen umweltverbund- und autoaffinen Personen bei folgenden Aussagen:
    • Schaffung von mehr Grünflächen im öffentlichen Raum: umweltverbundaffin: 91%, autoaffin: 70%
    • Schaffung versperrbarer Radabstellanlagen am Bahnhof Meidling: umweltverbundaffin: 86%, autoaffin: 66%
  • Größte Polarisierung zwischen umweltverbund- und autoaffinen Personen bei folgenden Aussagen:
    • Umgestaltung vorhandener Verkehrsflächen zugunsten von Radfahrenden und FußgängerInnen: umweltverbundaffin: 85%, autoaffin: 37%
    • Öffnung von Einbahnen in Gegenrichtung für Radverkehr: umweltverbundaffin: 78%, autoaffin: 31%
  • Meistgenannte Ortsangaben für gewünschte Maßnahmen zur Reduktion des nächtlichen Verkehrslärms: Schönbrunner Straße, Altmannsdorfer Straße, Ruckergasse

Meinungen und Vorschläge zur Verkehrssituation

Die abschließende Frage der Erhebung lautete: "Was finden Sie besonders gut oder besonders schlecht an der verkehrlichen Situation im Bezirk Meidling?". Zu dieser Frage gaben 461 Personen eine oder mehrere Antworten ab, die anschließend kategorisiert und in negative und positive Nennungen zusammengefasst wurden. Die fünf meistgenannten positiven und negativen Nennungen lauteten:

Negativ:

  1. Fahrrad: Infrastruktur
  2. Verkehrsorganisation
  3. Querungen
  4. Lärm
  5. Gehen: Sicherheit

Positiv:

  1. Fahrrad: Infrastruktur
  2. Verkehrsorganisation
  3. Öffentlicher Verkehr: Angebot
  4. Öffentlicher Raum
  5. Begrünung
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