Neues Buch: Jüdisches Leben in Margareten

Buchcover

Jüdisches Leben in Wien-Margareten: eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.

Die Historikerin Gabriele Anderl begibt sich mit ihrem neuen Buch "Jüdisches Leben in Wien-Margareten" auf eine Spurensuche durch den 5. Bezirk. Ob Textilfabrikant Bernhard Altmann und seine Familie, die Eigentümer des Margaretner Bürger-Kinos oder Einwohnerinnen und Einwohner in den Gemeindebauten: Die jüdische Kultur in Margareten war vielfältig.

Margareten hatte mit der ehemaligen Synagoge in der Siebenbrunnengasse (Kaiser-Franz-Joseph-Regierungsjubiläums-Tempel) auch ein Zentrum des religiösen jüdischen Lebens, das weit über die Bezirksgrenzen hinweg bekannt war.

Unzählige Vertreibungen und Morde

Die Autorin beschreibt in ihrem Buch Abläufe aus dem Alltag und macht damit die Grausamkeiten des Nazi-Regimes greifbar. Dazu gehören die straff organisierte Nazifizierung der Margaretner Apotheken, die "Aktion Grüngasse", in der Schülerinnen und Schüler deportiert und ermordet wurden, oder die unzähligen Vertreibungen und Ermordungen jüdischer Mieterinnen und Mieter aus Gemeindebauten in Margareten, um nur einige Beispiele aus dem Buch zu nennen.

Der 5. Bezirk hat diese Publikation unterstützt und angeregt. Vorgestellt wurde sie am 30. Oktober 2019 im Künstlerhaus 1050, der ehemaligen Fabrik der Familie Altmann.

Bezirksvorsteherin Mag.a Susanne Schaefer-Wiery:

Ich halte es für ein Versäumnis, dass kaum Interesse an der Aufarbeitung der Geschichte besteht. Der Mensch muss wissen, in welcher Entwicklung er steht, um die eigene Position verstehen und zur Welt in Beziehung setzen zu können. Ich bedanke mich deshalb bei Gabriele Anderl, dass sie meinen Wunsch zur Aufarbeitung der jüdischen Geschichte Margaretens umgesetzt hat und bin sehr stolz, dass dieses Buch nun vorliegt.

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