Pfarrkirche Mauer

23., Endresstraße 117
Fahrplanauskunft

Altar der der Pfarrkirche Mauer, Mosaikglasfenster im Hintergrund

13./14. Jahrhundert

Zwischen 1255 und 1275 stiftete Otto aus der Wiener Ritterbürger Familie der Haimonen nachweislich die St. Andreas Kapelle. Von seinen Nachkommen erhielt diese Kapelle reiche Stiftungen. Im Spätmittelalter entwickelte sich daraus das sogenannte Andreas-Benefizium, ein umfangreicher Komplex von Gütern und Rechten, aus deren Erträge Geistliche (Benefiziaten) unterhalten wurden. Der umfangreiche Besitzkomplex dieser geistlichen Institution (Andreas-Benefizium) führte mehrfach zu Streitigkeiten mit dem für Mauer zuständigen Pfarrer in Atzgersdorf.


Bau der Erhardkapelle und Türkenbelagerungen im 15./16. Jahrhundert

Um die Mitte des 15. Jahrhunderts kam es dann zur Gründung eines zweiten kirchlichen Heiligtums, das offenbar den Bedürfnissen der aufblühenden Siedlung Rechnung trug. Mit der Errichtung der 1458 erstmals genannten Erhardkapelle verfügte nun auch der Ort, nicht nur die Herrschaft, über ein eigenes geistliches Zentrum. Die dadurch erneut auflebenden Gegensätze zur Pfarre Atzgersdorf führten zu langdauernden Streitigkeiten, die erst im 16. Jahrhundert endgültig zugunsten der alten Pfarrrechte (Atzgersdorf) entschieden wurden.

1529 belagerten die Türken Wien erstmals und verwüsteten Mauer schwer. Sowohl Schloss als auch Benefiziatenhaus wurden zerstört. Im Jahre 1609 erhielt der Jesuitenorden durch Schenkung die Rechte über Mauer. 1682 ließen sie die Erhardkapelle renovieren. Eine Investition von kurzer Dauer, denn im Sommer 1683 verwüsteten die Türken Mauer zum zweiten Mal.

Auf dem Weg zur eigenen Pfarre im 18./19. Jahrhundert

Einschneidende Veränderungen für die Ortsgeschichte brachte dann 1773 die Auflösung des Jesuitenordens mit sich. Die Verwaltung der Grundherrschaft ging zunächst auf den Staat über, unmittelbar machte sich das zurückbleibende Vakuum im Ort vor allem hinsichtlich der kirchlichen Betreuung bemerkbar. Eine Abhilfe schuf man zunächst 1775 mit der Wiedererrichtung des 1773 ebenfalls aufgehobenen Andreas Benefiziums. Der dortige Benefiziat wurde zur Besorgung des Gottesdienstes in der Kirche St. Erhard (Erhardkapelle) verpflichtet.

Eine endgültige Neuregelung des kirchlichen Lebens erfolgte dann aber erst mit der Erhebung zur eigenen Pfarre durch das Hofkanzleidekret vom 20. Juli 1783 im Zuge der Reformen Kaiser Josephs II. In personeller Hinsicht knüpfte man an die früheren Zustände an, indem der seit 1775 zum Benefiziaten von St. Andreas bestellte Ex-Jesuit Georg Maximilian Wechinger der erste Pfarrer von Mauer wurde.

Kirchen-Neubau im 20. Jahrhundert

Um 1900 sollte eine neue Kirche gebaut werden. Die Kirche war zu einem Verkehrshindernis für die zu erbauende Straßenbahn geworden. Zudem bot sie nicht mehr ausreichend Platz. Der Bauverein begann Spenden zu sammeln, die aber wegen des ersten Weltkriegs für die Kriegsanleihe ausgegeben wurden. Nach 1918 begann man wieder, Geld für den Neubau zu sammeln. 1934 wurde das Ziel eine Kirchenneubaus endlich erfüllt. Der bekannte österreichische Architekt Clemens Holzmeister konnte dafür gewonnen werden. Von der alten Kirche blieb nur der gotische Chor erhalten. Am 14. November 1936 wurde die neue Kirche eingeweiht. 1987 wurde die Kirche zum letzten Mal innen umgebaut.

Kunstwerke

Bemerkenswert sind

  • die Glasfenster von Albert Paris Gütersloh und Rudolf Holzinger (1935 bis 1937),
  • die Mosaike von Leopold Schmid an der westlichen Außenwand,
  • das alte Hochaltarbild in der Seitenkapelle von Paul Troger (1739 bis 1742),
  • die barocke Pieta-Gruppe von Giovanni Giuliani (1710) und
  • die Sonnenmonstranz (1707).

Weiterführende Informationen

Die acht Dörfer des 23. Bezirks - Mauer

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