Liesing - Wiens Jüngster mit langer Geschichte

Grün bewachsenes Flussbett der Liesing

Das Flüsschen Liesing im Bereich Breitenfurter Straße 400

Auch wenn Liesing Wiens jüngster Bezirk ist - die acht Dörfer, die zum 23. Bezirk gehören, haben eine lange Geschichte. Die Liesing, der Fluss der dem Bezirk seinen Namen gab, wurde vor tausend Jahren zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Die Siedlungen entwickelten sich bis ins 20. Jahrhundert sehr unterschiedlich. Sie waren teils agrarisch, teils am Gewerbe orientiert.

Während des Nationalsozialismus wurden die acht Orte Mauer, Rodaun, Kalksburg, Atzgersdorf, Alt- und Neu-Erlaa, Siebenhirten und Inzersdorf zum 25. Bezirk "Groß-Wiens" gemacht. 1954 wurde Liesing im Zuge der Neuziehung der Grenzen der Hauptstadt zum 23. Bezirk. Die Orte des heutigen Liesings entwickelten sich ähnlich wie die Stadt Wien und sind heute Industriegebiete an den Ausfallstraßen oder begehrte Wohn- und Siedlungsgebiete im Wienerwald und der Heide-Nähe.

Kaum ein Bezirk ist so vielfältig in seinen Siedlungs- und Nutzungsformen. Industrie, Ackerbau - alles das gibt es nahezu nebeneinander. Auch die Topografie ist völlig unterschiedlich und erstreckt sich von flachen Wiesen, auf denen vom Mittelalter bis in die Neuzeit Mühlen zu finden waren, bis zu voralpinen Landschaftsformen, in denen die Ziesel ihre Heimat haben.

Industrialisierung

Die Mühlen an der Liesing bildeten die Grundlage der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Die Haidmühle wurde zur Spinnerei und die beiden Gutshöfe wurden zu Industriebetrieben. Aus dem "Ober-Liesinger Felsenkeller-Bräu" entwickelte sich die Brauerei Liesing, der Steinhof wurde zur Textildruckerei. Die Lehmvorkommen am Wienerberg waren ein wichtiger Faktor für die industrielle Entwicklung. Aus den Ziegeleien der Gutsherren Miesbach und Drasche wurden Baustoffzentren, die die Baukonjunktur der Gründerzeit nutzen konnten.

Zudem begünstigten die Lage an den südlichen Ausfallstraßen und der Bau der Südbahn Liesing in seiner wirtschaftlichen Entwicklung. 1828 wurde die Brauerei gegründet, 1834 die chemische Fabrik Emil Seybel. 1909 wurde Liesing zur Stadt erhoben. Ein Zeichen für die rasante Entwicklung dieses Siedlungsgebietes.

Brauhaus--Restaurant an der Breitenfurter Straße, 1908

Brauhaus-Restaurant um 1908

Alte Ansicht eines Fabriksgebäudes und vorgelagerten Häusern

Schlote der chemischen Fabrik Seybel um 1930


Alte Ansicht der Mühle Unterlaa am Liesingbach, Hochwasser 1951

Mühle Unterlaa am überfluteten Ufer 1951


Nach wie vor ist Liesing ein Bezirk mit großem Entwicklungspotenzial. 2004 wurde der Liesinger Platz völlig umgestaltet. Ab 2009 wird der Platz zwischen Perchtoldsdorfer Straße und Brauereigelände in eine Flaniermeile umgewandelt. Im Zuge der Auflassung der Liesinger Brauerei wurde für dieses Gebiet ein neues städtebauliches Großprojekt unter Beteiligung namhafter Architektinnen und Architekten begonnen.

Geschichte und Gegenwart

Verantwortlich für diese Seite:
Bezirksvorstehung Liesing
Kontaktformular