Taborstraßenschild in hebräischen Buchstaben

In der Taborstraße 5 wurde ein Schild angebracht, auf dem "Taborstraße" in Jiddisch steht. Der Aktion ging ein Kunstprojekt des Künstlers Sebestyén Fiumei voraus.

Oskar Deutsch (Präsident IKG Wien) und Chanan Babacsayv (Vize-Präsident IKG Wien) halten das jiddische Taborstraßenschild hoch

Vertreter des Bezirks und der Jüdischen Community freuen sich über das öffentliche Zeichen.

In der Taborstraße im 2. Bezirk will ein jiddisches Schild das Judentum sichtbarer machen und die jüdische Community der Öffentlichkeit näherbringen. Aus einer Kunstaktion ist ein dauerhaftes Zeichen entstanden.

Die Wiederanbringung des Schildes fand am 10. Oktober 2017 statt. Bezirksvorsteherin Ursula Lichtenegger freute sich besonders über die Anwesenheit des Präsidenten und des Vizepräsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch und Chanan Babacsayv, des Präsidenten und des Vorstandmitglieds des Vereines Bucharischer Juden, Shlomo Ustoniazov und Israel Abramov sowie über Gabriel Borochov.

Ursprünglich Kunstprojekt

Das Schild wurde ursprünglich über Nacht am Haus Taborstraße 18 montiert, ohne offensichtlichen Verweis auf den Hintergrund oder Urheber. Von der zuständigen Magistratsabteilung wurde es rasch entfernt. Dabei wurde an der Hinterseite des Schildes ein Zettel mit einem Hinweis entdeckt, der die Aktion als Projekt des Künstlers Sebestyén Fiumei auswies.

Der Bezirk kontaktierte den Künstler, um abzuklären, ob eine dauerhafte Wiederanbringung des Schildes in der Taborstraße in seinem Sinne wäre. Sebestyén Fiumei sprach die Idee sehr an. Danach begann die Suche nach einem geeigneten Haus und mithilfe der Bucharischen Jüdischen Gemeinde wurden der Bezirk rasch fündig. Das Schild mit der Aufschrift "Taborstraße" in Jiddisch hat in der Taborstraße 5 seinen dauerhaften Platz gefunden. Das Schild ist aus dem Deutschen wörtlich in hebräische Buchstaben übersetzt, es existiert so nicht im Hebräischen.

Zeichen für bereicherndes Zusammenleben

Mit dem Schild wird ein weiterer Schritt gesetzt, um einerseits an die Gräuel zu erinnern, die der jüdischen Bevölkerung widerfahren sind, und andererseits auf das lebendige, bunte und lebensbejahende Judentum im 2. Bezirk hinzuweisen. Nicht nur die Vergangenheit und das Grauen bestimmen die jüdische Kultur und den jüdischen Alltag, sondern mittlerweile auch wieder die Gegenwart und die Zukunft.

Bezirksvorsteherin Ursula Lichtenegger anlässlich der offiziellen Einweihung:

Unsere Leopoldstadt ist ein Bezirk, in dem zahlreiche Kulturen leben, jede davon hat ihren Platz und ist uns für ein friedliches und bereicherndes Zusammenleben willkommen. Aus aktuellem Anlass möchte ich dennoch auch heute wieder hinzufügen: Never again!
Oskar Deutsch (Präsident IKG Wien), Uschi Lichtenegger (BVin), Sebestyén Fiumei (Künstler)  Chanan Babacsayv (Vize-Präsident IKG Wien), Arie Folger (Oberrabbiner IKG Wien)

Oskar Deutsch (Präsident IKG Wien), BVin Uschi Lichtenegger, Künstler Sebestyén Fiumei, Chanan Babacsayv (Vize-Präsident IKG Wien) und Arie Folger (Oberrabbiner IKG Wien)

Menschen vor dem jiddischen Taborstraßenschild

Am 10. Oktober 2017 wurde das Schild in der Taborstraße 5 angebracht.

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