Die Geschichte des Bezirks Landstraße

Ur- und Frühgeschichte

Die ältesten menschlichen Spuren auf dem Gebiet des heutigen 3. Bezirks stammen aus der Bronzezeit und sind rund 3.200 Jahre alt. Dies belegt der Fund einer Urne, die im Zuge der Erbauung der Staatsdruckerei in fünf Metern Tiefe freigelegt wurde. Bezeichnend ist daher auch der Name dieser frühen Zivilisation: die Urnenfeldkultur.

Mit Beginn der Hallstattzeit wanderten aus dem Norden die Illyrer ein. Sie brachten das Wissen um die Eisen- und Keramikverarbeitung und damit eine sprunghafte Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Häuptlinge und Fürsten wurden in mächtigen Grabhügeln (Leberbergen) beigesetzt. Einer davon befand sich auf dem Gebiet des heutigen St. Marxer Friedhofs.

In der Jüngeren Eisenzeit (400 vor Christus) wanderten die Kelten im österreichischen Raum ein. Sie brachten eine Weiterentwicklung der Siedlungsformen. Aus den keltischen Ansiedlungen entwickelten sich vielfach die ersten Städte des Landes. Man nimmt heute an, dass im Bereich zwischen dem heutigem Rennweg und oberen Belvedere eine bedeutende keltische Siedlung stand.

Die Römerzeit

Um Christi Geburt sah sich das römische Reich durch das Vorrücken germanischer Stämme aus dem Norden bedroht. Kaiser Augustus verfolgte daher die strategische Überlegung, eine vorgelagerte Pufferzone in den von Kelten besiedelten Bereichen zu schaffen. Im Jahr 15 vor Christus unterwarf Tiberius, der spätere Nachfolger des Kaisers Augustus, das keltische Königreich Noricum, zu dem auch der heutige 3. Bezirk gehörte.

Durch die rege Bautätigkeit der Römer wurden viele vorrömische Wohnstätten und Grabanlagen zerstört. Die Zivilstadt (Municipium) des Kastells Vindobona ging aus der älteren keltischen Siedlung am Rennweg hervor. Sie erstreckte sich etwa vom heutigen Botanischen Garten bis hin zum Gelände des ehemaligen Aspangbahnhofs.

Wichtige Hauptadern des heutigen Straßennetzes im dritten Bezirk, die Landstraße und der Rennweg (fortgesetzt in der Simmeringer Hauptstraße), folgen der römischen Limesstraße, die sich bei St. Marx in zwei Äste teilte. Der Ast Landstraße führte ins Kastell Vindobona, der Ast Rennweg führte in die Zivilstadt. Die Kreuzung Rennweg/Landstraße ist somit der wahrscheinlich älteste Verkehrsknotenpunkt des Bezirks.

Die Zeit der Völkerwanderung

Um 400 nach Christus brach mit Beginn der Völkerwanderung die römische Herrschaft in Wien zusammen. Die römischen Siedlungen wurden niedergebrannt. In den darauf folgenden Jahrhunderten gab es keine kontinuierliche Herrschaft. Mit jedem Einfall neuer Völkerschaften wurden die Alteingesessenen dezimiert und in weiterer Folge mit den Neuankömmlingen durchmischt. Der Raum Wien war nicht erst seit der Monarchie ein Schmelztiegel verschiedener Völker.

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