Geschichte Erdbergs

Die ehemalige Vorstadtgemeinde Erdberg wurde im 12. Jahrhundert zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Name stammt nicht von der Erdbeere, welche im Bezirkswappen auftaucht. Er leitet sich etymologisch von "Erdpurch", "Ertpurch" oder auch "Erdburg" ab. Darunter ist eine Art von Befestigung zu verstehen, ein Ringwall, der in seiner ersten Einrichtung schon bis ins Frühmittelalter zurückreichen dürfte.

Die namensstiftende "Erdpurch" befand sich etwa in dem Bereich Gestettengasse/Fiakerplatz. Das von Natur aus nach drei Seiten steil abfallende Areal eignete sich sehr gut für eine weitere Befestigung.

Erdberg wird Schauplatz der Weltgeschichte

Zum ersten Mal ist die "Ertpurch" in den Zwettler Annalen des Jahres 1192 anlässlich der Gefangennahme von Richard Löwenherz belegt. Der Bericht über die Gefangennahme des englischen Königs enthält die Passage "et in Ertpurch captus est", womit die Festnahme des Herrschers auf dem Gebiet des heutigen dritten Bezirks dokumentiert wird.

Erdberg im Mittelalter

Im Mittelalter war Erdberg ein kleines ländliches Dorf. Auch zugesiedelte niederdeutsche Gärtner und flämische Wollfärber lebten dort in bescheidenen Häuschen. Durch mühsames Ausholzen des früheren Auwaldes wurde fruchtbares Ackerland gewonnen.
Im Jahre 1445 schenkte die walisische Prinzessin Oria della Scala dem Augustinerkloster auf der Landstraße die "wällischen Gärten", in denen Obst und Wein angebaut wurde. Die Wällischgasse erinnert heute noch an die Stifterin.

Während der Türkenbelagerungen wurde Erdberg schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Neuzeitliche Entwicklungsgeschichte Erdbergs

Im 19. Jahrhunderts schenkte Maria Theresia den Erdbergern den sogenannten "Erdberger Mais", ein fürstliches Jagdrevier, das von da an als Gemüse- und Krautgarten genutzt werden konnte.

Die Obst- und Gemüseproduktion in Erdberg hatte für Wien lange Zeit einen sehr hohen Stellenwert. Erdberg blieb lange das kleine ländliche Dorf, bis es schließlich 1850 durch die Eingemeindung in das großstädtische Gefüge Wiens aufgenommen wurde und sich das Aussehen des Orts und das Leben der Bewohnerinnen und Bewohner sehr veränderten.

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