Palaisbauten im 8. Bezirk

Palais Auersperg

Palais Auersperg
8., Auerspergstraße 1
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Palais Auersperg

Das Palais Auersperg steht zum Teil auf dem Gelände des ehemaligen Rottenhofs. Die Gemeinde Wien hatte 1700 den Rottenhof von Hippolito Marchese Malaspina gekauft und 1708 an Karl Freiherr von Weltz weiterverkauft. Der Baubeginn lässt sich heute nicht genau bestimmen. Wahrscheinlich ließ Weltz erste Arbeiten vornehmen. 1721 kaufte der Italiener Girolamo Capece Marchese di Rofrano das Palais und ließ es nach Plänen von Lukas Hildebrandt umgestalten. Es wurden ein großer Garten, eine Orangerie und eine Winterreitschule entlang der Trautsongasse angelegt. Im Jahr 1917 brannte die Winterreitschule ab. Girolamo Rofrano starb 1724 kurz vor der Fertigstellung. 1732 erwarb die Familie Kinsky das Palais, 1781 Fürst Adam von Auersperg.

Unter Hans Adam wurde das Palais weiter ausgebaut. Die Räume wurden prachtvoll ausgestaltet und im Garten eine Art Rotunde mit einem Durchgang zur Lange Gasse errichtet. Diese Rotunde wurde auch Flora-Tempel genannt. Sie bot Platz für 300 Menschen und wurde für Veranstaltungen genutzt. An der Lerchenfelder Straße befand sich ein Ballspielhaus. Dieses wurde 1945 durch einen Bombenangriff zerstört. An seiner Stelle befindet sich heute in der Lerchenfelder Straße 2-4 ein Amtshaus der Stadt Wien. 1945 hatte die österreichische Widerstandsgruppe O5 ihren Sitz im Palais Auersperg.

Die Fassade ist in Richtung Burg gerichtet. Sie ist durch drei vorspringende Mittelrisaliten gegliedert. Der mittlere Risalit war polygonal gestaltet und bildete die Toreinfahrt. Im Zuge von Umbauarbeiten von 1882 bis 1886 wurden vor dem Mittelrisaliten Säulen aufgestellt. Der Flügel entlang der Lerchenfelder Straße wurde ebenfalls umgestaltet.

Im Inneren führt ein doppelläufiges Stiegenhaus mit Nischenfiguren von Anton Fernkorn vom großen Vestibül in den ersten Stock. Dort befindet sich das Zentrum des Palais, der ovale Rosenkavaliersaal mit dem Fresko "Gekrönte Tugend" von Niccolo Maira Rossi. 1802 wurde das Fresko durch eine neu eingezogene Decke verdeckt und der Saal im klassizistischen Stil umgestaltet.

Palais Damian

"Zum Strobelkopf"
8., Lange Gasse 53
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Palais Damian

Das Palais Damian hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Diese ist durch zahlreiche Besitzerwechsel und Umbauten gekennzeichnet. 1700 kaufte der Verwaltungsbeamte Karl von Damian die Liegenschaft Lange Gasse 53. Darauf ließ er ein kleines Palais - den Mittelteil des heutigen Gebäudes - mit offenen Arkaden sowie einem Flachdach errichten. Der Garten wurde ebenfalls neu angelegt. In der Folge wechselte das Palais mehrmals den Besitzer. 1774 kaufte der gebürtige Grieche Daniel von Zepharovich. Zepharovich beauftragte Liborius Thaddäus Gerl 1774 mit einem Umbau. Es wurde ein zusätzliches Stockwerk aufgesetzt, Seitenflügel angebaut und die Arkaden geschlossen. Das gesamte Areal wurde mit einer Mauer umfasst.

Von 1865 bis 1866 befand sich eine Heilanstalt im Palais. 1931 betrieb Helene Einöhrl eine Gastwirtschaft im Parterre. Seit 1936 ist das Palais im Eigentum der Gemeinde Wien. Während des Zweiten Weltkriegs waren die Sängerknaben hier untergebracht, wofür wieder Umbauten vorgenommen werden mussten. Heute ist das Palais Damian Sitz der Kriegsopferfürsorge.

Palais Schönborn

8., Laudongasse 15-19
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Detail der Fassade des Palais Schönborn

1706 kaufte Friedrich Karl Graf Schönborn das Gebiet zwischen Laudongasse 15-19 und Florianigasse 22-24. Zwischen 1706 und 1711 ließ er das dort bestehende Lusthaus nach Plänen von Johann Lukas von Hildebrandt zu einem prachtvollen Palais ausbauen. Die Fassade wird von einem Portalrisaliten dominiert und ist durch große Pilaster unterteilt. Sie geht ebenso wie der Treppenhausrisalit und die Gartenanlage auf Hildebrandt zurück. Der Garten hatte einen quer-ovalen Umriss und war mit Plastiken und einem Grottenpavillon geschmückt. Den Abschluss des Gartens bildete eine Arkadenwand. Die größte Attraktion des Gartens war das "Komödienparterre", wo Theaterstücke aufgeführt wurden. Um den Garten bewässern zu können, wurde zusätzlich zur kaiserlichen Wasserleitung Wasser aus Ottakring in den Garten geleitet.

Der klassizistische Giebel der Fassade wurde erst später hinzugefügt. Er stammt wahrscheinlich aus einem Umbau durch Isidor Carnevale um 1760. Von anderen Wiener Gartenpalais unterscheidet sich das Palais Schönborn durch seine geringe Größe und den niedrigen Baukörper. Auch Fassadengestaltung und Geschoßverteilung sind anders ausgeführt.

Bereits 1862 wurde die Gemeinde Wien Eigentümerin des Palais. Von 1872 bis 1897 befand sich die Hochschule für Bodenkultur im Palais, von 1897 bis 1917 das Oberlandesgericht. Heute ist das Österreichische Museum für Volkskunde im Palais Schönborn untergebracht.

Palais Strozzi

8., Josefstädter Straße 39
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Palais Strozzi

1702 ließ Maria Katharina Gräfin Strozzi auf dem Gelände Josefstädter Straße 39 ein kleines, einstöckiges Palais errichten. An das Palais schloss ein Garten an, der bis zur Pfeilgasse reichte. Die Innenräume, vor allem der zweigeschossige Festsaal, waren mit Stuck und Fresken verziert. Bei der Sanierung des Gebäudes im Jahr 1996 wurden in der Sala terrena des Mittelvestibüls weitere Malereien gefunden. Diese Deckengemälde sind eine der letzten Beispiele der Grottenmalerei in Wien.

1753 schenkte Kaiserin Maria Theresia das Schlössel Johann Karl Graf Chotek, der einen neuen Seitenflügel errichten ließ. 1841 übersiedelte das k. k. Zivilmädchenpensionat in das Palais. Wegen der großen Beliebtheit dieser Schule wurde 1877/78 der Trakt an der Josefstädter Straße erbaut. 1919 wurde das Zivilmädchenpensionat in den dritten Bezirk verlegt. Zwischenzeitlich war das Finanzamt für den 8. Bezirk dort untergebracht. Seit Sommer 2015 hat dort das Institut für höhere Studien (IHS) seinen Sitz.

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