Sakralbauten im 8. Bezirk

Piaristenkirche "Maria Treu"

Piaristenpfarre Maria Treu
8., Jodok-Fink-Platz
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Piaristenkirche "Maria Treu"

Die Piaristen, 1592 in Rom gegründet, hatte große Schwierigkeiten in Wien Fuß zu fassen. Bereits ansässige Orden, besonders das Schottenkloster, sprachen sich gegen einen weiteren Orden in Wien aus. 1697 kauften die Piaristen 18 Parzellen im Ausmaß von 672 Quadratklafter zwischen Piaristen- und Lederergasse. Im Jahr darauf erfolgte die Grundsteinlegung für das Kloster. 1771 fand die Kirchenweihe statt. Die Konvikt- und Kolleggebäude wurden im selben Jahr fertig gestellt. Die beiden Türme blieben noch unvollendet. Erst 1860 erhielten sie ihre von Franz Sitte geplanten Spitzhelme.

Klostergebäude, Kirche und Löwenburgisches Konvikt bilden den Jodok-Fink-Platz. Das Klostergebäude ist ein einfacher dreigeschossiger Bau mit Bandgliederung. Im Westtrakt liegt das Sommerrefektorium. Im ehemaligen Löwenburgischen Konvikt ist heute das Piaristengymnasium untergebracht. Das von 1732 bis 1769 erbaute Konvikt ist analog zum Klostergebäude gegliedert.

Die Kirche Maria Treu wurde nach einem für Wien völlig neuen Raumkonzept errichtet. Vier konkav in den Raum einschwingende Gurtbögen begrenzen den zentralen Kuppelraum. Vorbild war die von Johann Lukas von Hildebrand erbaute Dominikanerkirche in Deutsch-Gabel in Nordböhmen. Die Fresken stammen zum Großteil von Franz Anton Maulbertsch. Sein Hochaltarbild wurde 1833 durch ein Bild von Carl Rahl ersetzt. Die Mariensäule vor der Kirche wurde von Franz Caspar angefertigt.

Minoritenkloster und Pfarrkirche zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit, "Alserkirche"

8., Alser Straße 17
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Alserkirche

Ursprünglich gehörte diese Kirche den Trinitariern, auch "Weißspanier" genannt. 1688/89 errichteten sie eine kleine Kapelle mit dem Bild der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Heute ist dies die Sakristei der Kirche. 1692 wurde das Kloster fertig gestellt, 1702 die Kirche. Fassade und Türme zeigen typische Merkmale des Barock. Die Fassade in Konkavform gilt als die älteste Wiens. Nach der Aufhebung des Ordens durch Kaiser Joseph II. übernahmen die Minoriten 1784 das Gebäude. Da das gegenüberliegende Allgemeine Krankenhaus dieser Pfarre unterstand, gibt es hier besonders viele Tauf- und Sterbematriken.


Kapelle der heiligen Anna

8., Josefstädter Straße 46
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1757 wurde im Haugwitzschen Palais in der Josefstädter Straße 46 eine Kapelle errichtet. Beim Bau der neuen Reiterkaserne von 1850 bis 1853 wurde sie abgerissen und in der Mitte der Kaserne eine neue Kapelle errichtet. Die Kapelle wurde von den Kapuzinermönchen aus dem nahen St. Ulrich betreut. Im Palais Auersperg und im Palais Strozzi befanden sich ebenfalls Kapellen.

Breitenfelder Kirche

Pfarre Breitenfeld
8., Uhlplatz
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Breitenfelder Kirche

Erste Planungen für den Bau einer Kirche am Breitenfeld gehen auf den Architekten und Zeichenprofessor Joseph Ziegler zurück. Er wohnte selbst in der Vorstadt Breitenfeld und fertigte 1826/27 mehrere Entwürfe für eine Kirche an. 1839 gründete sich ein Kirchenbauverein. Dieser Verein plante eine Kirche nach dem Vorbild der Karlskirche. Der Verein wurde 1848 aufgelöst und erst später wieder tätig. Der Bau der Altlerchenfelder Kirche in unmittelbarer Nähe verzögerte das Projekt weiter. 1885 wurde ein Bauplatz gefunden. Ab 1886 baute Alexander Wielemans eine Kirche im Stil der lombardischen Frührenaissance aus Trientiner- und Karstmarmor. Altar und Kanzel sind aus Grisgano-Marmor. Im Inneren dominiert der freistehende, von Wielemans entworfene Hochaltar in Renaissanceform mit einer tempelförmigen Bekrönung. Die Weihe der Kirche erfolgte am 18. Juni 1898 in Anwesenheit von Kaiser Franz Josef I.


Kapelle des Spitals "Confraternität"

8., Skodagasse 32
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Die im Hof des Spitals gelegene Kapelle wurde 1835 eingeweiht. 1937 wurde sie umgestaltet und 1994 abgerissen. Das Altarbild von Leopold Kuppelwieser zeigt den Heiligen Joseph mit dem Jesukind und Lilien. Vor dem Abriss wurde das Bild in den Minoritenkonvent in der Alser Straße gebracht.

Synagoge

8., Neudeggergasse 12
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Bereits 1895 erwarb der Tempelbauverein Josefstadt das Grundstück Neudeggergasse 12. Wegen erhöhter Sicherheitsvorschriften nach dem Ringtheaterbrand konnte aber erst 1903 mit dem Bau begonnen werden. Der Architekt Max Fleischer plante einen neugotischen Rohziegelbau im Stil der norddeutschen Backsteingotik. Die Fassade hatte sieben Portale, neun kleine und fünf hohe Spitzbogenfenster, Blendgalerien und eine Fensterrose im mittleren Dreiecksgiebel. Zwei Türme mit einer Höhe von rund 40 Metern flankierten das dreischiffige Gebetshaus. Die Synagoge wurde in der Monierbauweise, einer Vorläufertechnik des Stahlbetonbaus, errichtet.

Bereits am 10. April 1934 explodierte vor dem Tempel ein von Nationalsozialisten gelegter Sprengsatz. Während des Novemberpogroms im November 1938 wurde die Synagoge angezündet und völlig zerstört. Heute steht an dieser Stelle ein Gemeindebau.

Antonius-Kapelle im Minoritenkonvent

Pfarre Alser Vorstadt
8., Alser Straße 17
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Diese Kapelle wurde 1928 nach Plänen des Architekten Hans Prutscher errichtet. 1956 erfolgte eine komplette Umgestaltung des Innenraumes. Vor der Kapelle erinnert eine Gedenkstätte an den polnischen Priester Maximilian Kolbe. 1973 gestaltete der Maler Ernst Degasperi ein Sgraffito. In Wand und Boden wurden fünf Schwellennägel eingesetzt. Die Nägel stammen von den Eisenbahnschienen, die nach Auschwitz führten. Die fünf Nägel symbolisieren die fünf Wundmale Jesus. In den Boden wurde Asche aus dem Krematorium Auschwitz versenkt.

Kapelle der Oblatinnen

8., Schönborngasse 14
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1905 gestaltete Ludwig Baumann im Obergeschoß des Gebäudes eine Kapelle. Die Kapelle ist ein rechteckiger, flachgedeckter Saal mit einem Altarraum im Erker. Die Glasfenster von Felix Gaudin aus dem Jahr 1905 zeigen den hl. Franz von Sales und die hl. Geneviève.

Kapelle im Pfeilheim

8., Pfeilgasse 4-6
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Die Kapelle wurde ursprünglich von Clemens Holzmeister entworfen. Sie sollte für studentische Veranstaltungen dienen. Da die Kapelle aber liturgische Anforderungen nicht erfüllte, wurde sie 1969/70 von Kurt Schlauss umgestaltet. Von ihm stammen auch die Entwürfe für die Glasfenster. Eine Tafel über dem Eingang erinnert an Papst Johannes Paul II. der hier 1965 als Erzbischof von Krakau eine Messe feierte.

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