Schriftstellerinnen und Schriftsteller im 8. Bezirk

Moritz Szeps (1835 bis 1902)

Der Sohn eines jüdischen Arztes wurde in Busk (Galizien) geboren. Er studierte zunächst Medizin in Lemberg und in Wien, wurde dann aber Journalist. Von 1855 bis 1867 war er Chefredakteur der Morgenpost. 1886 kaufte er die Morgenpost und wandelte sie in das Wiener Tagblatt um, das er bis 1899 leitete. Von 1885 bis 1897 wohnte er im Palais Damian in der Lange Gasse 53.

Heimito von Doderer (1896 bis 1966)

Doderer lebte von 1938 bis 1956 in der Josefstadt in der Buchenfeldgasse 6 im Atelier der Malerin Trude Waehner. Er wurde 1896 in Weidlingau geboren. Während des Ersten Weltkrieges geriet er in russische Kriegsgefangenschaft aus der er erst 1920 zurückkehrte. Im selben Jahr begann er ein Studium der Geschichte, das er 1925 mit der Promotion abschloss. In den 1930er-Jahren lebte er einige Jahre in Deutschland, kehrte aber 1938 wieder nach Wien zurück. Ende April 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. 1946 kam er aus Kriegsgefangenschaft nach Wien zurück. Mit der "Strudlhofstiege" gelang ihm 1951 sein erster großer Erfolg.

Josefstädter Lokale wie das Wirtshaus "Blauensteiner" und die Kaffeehäuser "Rathaus", "Eiles" und "Hummel" waren von großer Bedeutung für Doderers tägliches Leben.

Franz Karl Ginzkey (1871 bis 1963)

Ginzkey wurde in Pola in Kroatien geboren. Von 1897 bis 1912 arbeitete er als Beamter am Militärgeographischen Institut am Friedrich-Schmidt-Platz 3. Er war an der Gründung der Salzburger Festspiele beteiligt, deren Kuratorium er mehrere Jahrzehnte angehörte. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Kinderbücher "Hatschi Bratschis Luftballon" und "Florians wundersame Reise über die Tapete". Er wohnte Lange Gasse 25 und 1945 am Hamerlingplatz 4.

Fritz Hochwälder (1911 bis 1986)

Fritz Hochwälder wurde am 28. Mai 1911 in Wien geboren. Er besuchte vier Klassen des Gymnasiums in der Albertgasse. Nach einer Tapeziererlehre besuchte er die Volkshochschule zur Weiterbildung. Bis zu seiner Flucht in die Schweiz im Jahr 1938 wohnte er in der Lange Gasse 63. Dort widmete er sich dem Schreiben. Nach dem Krieg blieb Hochwälder in der Schweiz, kam aber häufig Österreich

Alma Johanna Koenig (1887 bis 1942)

Alma Johanna Koenig wurde in Prag als Tochter eines k. k. Hauptmannes geboren. Ab 1888 lebte die Familie in Wien. Alma Koenig begann schon früh Erzählungen und Gedichte zu schreiben. Sie war vor allem mit historisch-psychologischen Romanen erfolgreich. Bis 1927 wohnte sie in der Schmidgasse und von 1927 bis 1938 in der Pfeilgasse 47-49. Nach dem "Anschluss" lebte sie im Untergrund und musste oft ihre Unterkunft wechseln. Am 22. Mai 1942 wurde sie verhaftet und nach Minsk deportiert, wo sie starb.

Max Mell (1882 bis 1971)

Der Sohn des Juristen Alexander Mell wurde in Marburg an der Drau geboren. Er wuchs in der Josefstadt auf und besuchte die Volksschule der Piaristen. Sein Vater war Direktor des Blindeninstitutes. Nach seinem Schulabschluss studierte er Germanistik und Kunstgeschichte. Seine Dramen sind von Krippen- und religiösen Festspielen sowie alten Mythen, die er nationalistisch bearbeitete, beeinflusst. Zu seinen wichtigsten Werken zählen "Das Apostelspiel", "Die Sieben gegen Theben", und "Jeanne d’Arc".

Anton Wildgans (1881 bis 1932)

Sein Leben ist eng mit der Josefstadt verbunden. Von 1887 bis 1891 besuchte Wildgans die Volksschule in der Piaristengasse 43. Nach dem Besuch des Piaristengymnasiums studierte er Jus und war Gerichtspraktikant. Ab 1911 war er als freier Schriftsteller tätig. 1921/22 und 1930/31 war er Direktor des Burgtheaters. Der Verfechter der österreichischen Eigenständigkeit vor allem für seine sozialkritischen Werke bekannt. Seine bekanntesten Werke sind die Dramen "Armut" und "Dies Irae".

Am Eingang zum Piaristengymnasium befindet sich eine Gedenktafel, im Schönbornpark wurde 1934 die Wildgans-Eiche gepflanzt. Im Weghuberpark nahe dem Volkstheater steht eine Büste von Anton Wildgans.

Stefan Zweig (1881 bis 1942)

Stefan Zweig stammte aus großbürgerlich-jüdischem Haus. Er studierte Germanistik, Philosophie und Romanistik. Zu dieser Zeit wohnte er in der Tulpengasse 6 und in der Buchfeldgasse 2. Nach dem Studium unternahm er bis 1914 zahlreiche Reisen durch Europa, nach Nord- und Mittelamerika, nach Afrika, Indien und Russland. Zwischen 1919 bis 1934 lebte er meistens in Salzburg. 1934 emigrierte er nach Großbritannien. 1941 ließ er sich in Brasilien nieder, wo er 1942 mit seiner zweiten Frau Lotte Selbstmord beging. Als "literarischer Kosmopolit" und Europäer konnte er den Verlust der Heimat und den Untergang des alten Europa nicht verwinden.

In der Kochgasse 8, wo er ab 1908 eine Wohnung gemietet hatte, erinnert eine Gedenktafel an ihn.

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