Innere Stadt macht klare Vorgaben für die Neugestaltung des Schwedenplatzes

In der Bezirksvertretungssitzung der Inneren Stadt wurde am 24. Februar 2016 ein gemeinsamer Antrag aller in der Bezirksentwicklungskommission vertretenen Parteien zum Schwedenplatz einstimmig beschlossen. Damit macht der Erste Bezirk klare Vorgaben für die Neugestaltung.

Blick von oben auf den Bereich Schwedenplatz-Morzinplatz, umgeben von Häusern und einem Fluss

Am 9. Februar 2016 hat sich die Bezirksentwicklungskommission der Bezirksvertretung Innere Stadt intensiv der Neugestaltung des Schwedenplatzes gewidmet. Nach einem Besuch in der Dialog-Box wurde mehr als zwei Stunden lang gemeinsam mit den zuständigen Beamtinnen und Beamten diskutiert. Alle fünf in der Kommission vertretenen Parteien (ÖVP, SPÖ, FPÖ, GRÜNE, NEOS) haben in dieser Sitzung einen gemeinsamen Antrag formuliert, welcher in der Bezirksvertretungssitzung am 24. Februar einstimmig beschlossen wurde. Dieser Antrag beinhaltet jene Punkte, über welche Konsens erzielt wurde.


Bezirksvorsteher MMag. Markus Figl:

Der Schwedenplatz erfüllt vielfältige Aufgaben: Er ist Eintrittstor für Touristen, Drehscheibe für Arbeitnehmer und Wirtschaftsraum für Unternehmer. Insbesondere ist er aber auch Lebensraum für uns Bewohnerinnen und Bewohner. Diesen Anforderungen muss die Neugestaltung Rechnung tragen. Daher war es mir ein besonderes Anliegen, einen gemeinsamen Antrag aller Fraktionen beschließen zu können. Denn es ist klar: Die Handschrift der Bewohnerinnen und Bewohner sowie des Bezirks muss in den finalen Plänen klar erkennbar sein. Dafür werde ich mich in der Jury auch einsetzen.

Der Antrag im Wortlaut

Betrifft: Planungsverfahren Schwedenplatz

Die Bezirksvertretung Innere Stadt begrüßt ausdrücklich, dass die Neugestaltung des Schwedenplatzes, nach vielen Jahren der Vorbereitungen, konkrete Formen annimmt. Einige Maßnahmen liegen der Bezirksvertretung besonders am Herzen, punktuell gibt es aus Sicht der Bezirksvertretung Nachbesserungsbedarf.

Die unterzeichnenden Bezirksrätinnen und Bezirksräte der Bezirksentwicklungs- und Wirtschaftskommission der Inneren Stadt stellen daher folgenden Antrag:

Antrag

  • Renderings sollen realistische Bedingungen widerspiegeln. Das betrifft insbesondere Perspektiven, die technische Machbarkeit, juristische Vorgaben wie Bestandsverträge oder Normen, praktische Vorgaben wie Radständer, Citybikeanlagen oder unverrückbare Lüftungsbauwerke und Stationsaufnahmegebäude, sowie die Menschen, welche in realistischen Proportionen zur Umgebung darzustellen sind.
  • Den am Wettbewerb Teilnehmenden mögen alle Fakten zu Bestandselementen zu Kenntnis gebracht werden. (Z.B.: Welche Verträge gibt es, wie lange laufen diese noch, welche konkreten Manövriermöglichkeiten gibt es zu einzelnen Bereichen, ...)
  • Es möge bei der Planung auf die unterschiedlichen Nutzungen zu verschiedenen Tageszeiten (Tag/Nacht) eingegangen werden und diese auch bildlich dargestellt werden.
  • Es sollen künftig mehr freie Flächen durch weniger Aufbauten, Schanigärten und Kioske gewonnen werden. Aufbauten, Schanigärten und Kioske sollen in einem ausgewogenen Verhältnis zu anderen Nutzungen stehen, den Platz und seine Nutzungsmöglichkeiten nicht dominieren.
  • Es sollen zusätzliche konsumzwangfreie Sitzgelegenheiten eingeplant werden, vor allem im Bereich der Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel.
  • Zur Gewährleistung der Aufenthaltsqualität ist ein Zonierungs- und Bewirtschaftungskonzept zu erstellen und dem Bezirk zur Abstimmung vorzulegen.
  • Die Bezirksvertretung spricht sich strikt gegen eine - auch nur angedeutete - Bühne aus. Diese würde die Vielfalt der Nutzungsmöglichkeiten einschränken und hätte überdies bei entsprechender Nutzung negative Auswirkung auf die Lebensqualität der Anwohnenden. Bei jeglicher Form von Nutzung des Platzes ist auf die Sicherstellung der Nachtruhe der Bewohnerinnen und Bewohner zu achten.
  • In der Planung sollen möglichst viele klimaregulierende Elemente wie etwa Grün- oder Wasserflächen vorgesehen werden. Eine sich besonders leicht aufheizende "Betonwüste" ist unbedingt zu vermeiden.
  • Der bestehende Baumbestand soll möglichst erhalten bleiben.
  • Die Zahl der im Bezirk Wohnenden ist weit geringer als die derjenigen, die den Platz sonst noch nutzen. Doch gerade die im Bezirk Wohnenden haben in der Regel die meiste Expertise zum Platz und sind von der Neugestaltung am unmittelbarsten betroffen. Ihre Inputs sind daher bei allen künftigen Befragungen gesondert zu erheben und auch zu berücksichtigen.
  • Die Bürgerinnen und Bürger mögen weiterhin in den Gestaltungsprozess eingebunden bleiben.

Begründung

Der Bezirk begrüßt ausdrücklich, die Neugestaltung des Schwedenplatzes*). Hier ist das Eintrittstor in den Bezirk, viele Touristen kommen hier an, ein Gutteil der rund 100.000 Werktätigen im 1. Bezirk frequentiert ihn täglich. Er ist Standort für Wirtschaftstreibende. Einladende und angenehme Aufenthaltsqualität kommt hier besonders vielen Menschen zugute.

Insbesondere ist der Platz aber auch Lebensraum für die Bewohnerinnen und Bewohner. Auch wenn diese zahlenmäßig weit geringer sind als andere Nutzergruppen, verleihen sie dem Stadtkern doch seinen unverwechselbaren Charakter, der nicht zuletzt auch eine der Säulen der Tourismuswirtschaft darstellt. Die Neugestaltung des Schwedenplatzes muss dem vielfältigen Aufgabenprofil entsprechen, sollte dabei aber den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner besonderes Augenmerk schenken.

Wichtige Fragen sind ungeklärt (Stichwort z.B. Bestandsverträge), die jedoch eine wesentliche Grundlage sind für die realistische Beurteilung und Auswahl von Projekten.

*) Beinhaltet auch den Morzinplatz und die vom Projekt betroffenen Teile des Franz-Josefs-Kai

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