Wiedereröffnung der Virgilkapelle

Restaurierte Virgilkapelle

Aus konservatorischen Gründen musste die Virgilkapelle bei der U-Bahn-Station Stephansplatz vor einigen Jahren geschlossen werden. Nach umfassenden Restaurierungsmaßnahmen wurde die Virgilkapelle am 12. Dezember 2015 wiedereröffnet. Bei der Neueröffnung war auch der designierte Bezirksvorsteher MMag. Markus Figl anwesend.


Zugang zum mittelalterlichen Wien

Ein neu gestalteter, besucherfreundlicher Eingang auf Ebene der U-Bahn-Passage erschließt diesen faszinierenden Sakralraum adäquat. Eine kompakte Ausstellung bietet einen historischen Abriss zum mittelalterlichen Wien.

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny mit Wien Museum-Direktor Matti Bunzl und -Kuratorin Michaela Kronberger in der Virgilkapelle

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny mit Wien Museum-Direktor Matti Bunzl und -Kuratorin Michaela Kronberger

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny: "Der faszinierende Sakralraum erzählt viel über Wiens Geschichte und bildet gemeinsam mit dem Römermuseum am Hohen Markt und den Neidhart Fresken in den Tuchlauben ein echtes Mittelalterdreieck im Zentrum der Stadt. Das Wien Museum hat diesen Schatz gehoben und liebevoll restauriert."


Gotik in der U-Bahn

Die Virgilkapelle wurde 1973 im Zuge des U-Bahn-Baues entdeckt und in die U-Bahn-Station Stephansplatz integriert. Die unterirdische Kapelle ist einer der besterhaltenen gotischen Innenräume in Wien. Sie entstand um 1220 als Unterbau für einen geplanten Kapellenbau in frühgotischem Stil. Um 1246 stattete man die Kapelle mit Fugenmalereien und Radkreuzen in den Nischen aus. Darüber wurde später die Maria-Magdalenen-Kapelle errichtet, deren Grundriss im Straßenpflaster des Stephansplatzes heute noch sichtbar ist.

Nach dem Einbau eines halb unter der Erde befindlichen Zwischengeschoßes standen die Kapelle und die tiefer liegenden Räumlichkeiten ab dem frühen 14. Jahrhundert für unterschiedliche Nutzungen bereit. Der ursprüngliche Bau, die heute sichtbare Virgilkapelle, diente einer reichen Wiener Kaufmannsfamilie als Andachtskapelle. Unter anderem wurde sie mit einem Altar für den Heiligen Virgil ausgestattet. Für das Zwischengeschoß ist eine Nutzung als "Neuer Karner" (Beinhaus) belegt. Die Maria-Magdalenen-Kapelle selbst wurde als Friedhofskapelle genutzt, während ihre Empore Versammlungen der "Schreiberzeche" - der Bruderschaft aller Schreiber - Raum bot.

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