Villen in Hietzing

Hietzing ist bekannt für seine geschichtsträchtigen Villen. Seit Maria Theresia galt der Ort als Sommerfrische und später als fixer Wohnsitz für reiche Bürgerinnen und Bürger. Heute sind diese Villen - oft nach zahlreichen Renovierungs- und Umbauarbeiten - in öffentlichem Besitz beziehungsweise Privatbesitz.

Hermesvilla

13., Hermesstraße 78 (Lainzer Tiergarten, Eingang Lainzer Tor)
Fahrplanauskunft

Erbaut: 1882 bis 1886
Architekt: Carl Freiherr von Hasenauer

Kaiser Franz Joseph I. entschied sich 1882 zum Bau eines Jagdschlosses im damaligen Jagdgebiet des Lainzer Tiergartens. Das Schloss sollte seiner Gattin Elisabeth als Aufenthaltsort mit privatem Charakter dienen. 1884 schenkte der Kaiser das fertige Schloss seiner Frau.

Der Bau weist in seinen Einzelformen Einflüsse der deutschen, italienischen und französischen Renaissance und des Barock auf. Nach dem Tod von Elisabeth ging die Hermesvilla in den Besitz der Erzherzogin Marie Valerie über. 1919 kamen alle wichtigen Einrichtungsgegenstände in das kaiserliche Hofmobiliendepot. In der Besatzungszeit erlitt die Villa schweren Schaden. Zwischen 1970 und 1974 wurde sie wieder hergestellt. Vor allem der 1969 gegründete "Verein der Freunde der Hermesvilla" machte sich um die Restaurierung verdient. Das Anwesen dient seit seiner Wiederherstellung jährlichen Sonderausstellungen des Wien Museum. Die Villa ist Teil einer Gesamtanlage. Die Nebengebäude sind im ländlichen Stil gehalten. Der Außenbau sollte einen malerischen Eindruck erwecken.

Klimt-Villa (Villa Werner)

13., Feldmühlgasse 11
Fahrplanauskunft

Adaptierung: 1922/23
Architekt: Rudolf Hauk

Ab 1860 ist die Existenz eines Hauses an dieser Adresse belegt. Ab 1902 gehörte es dem Ehepaar Helene und Josef Herrmann. Gustav Klimt mietete dieses Haus im Jahr 1911. Er ließ den Bau sogleich zu einem Atelierhaus adaptieren. Der schlichte Bau lag inmitten eines üppigen Gartens. Gustav Klimt wirkte in seinem Hietzinger Atelier, 13., Feldmühlgasse 11, in der Zeit von 1911 bis zu seinem Tod im Jahr 1918. Dort entstanden seine berühmtesten Werke - darunter die "Goldene Adele". Der Künstler Klimt wohnte zuletzt in der Westbahnstraße 36 im 7. Bezirk. 1922 begann Helene Herrmann mit der Erweiterung des Gebäudes in Hietzing. Sie verkaufte das Haus an Ernestine Werner. 1930 wurde das Grundstück geteilt. Seitdem wird das Gebäude mit der Hausnummer 11 Villa Werner genannt. 1939 erfolgte der erzwungene Verkauf. 1948 wurde das Haus rückerstattet. Die rund 5.500 Quadratmeter große Liegenschaft befindet sich seit 1954 im Eigentum der Republik und ist seit Dezember 2000 als "historisches Objekt" anerkannt.

Villa Bahr

13., Winzerstraße 22
Fahrplanauskunft

Erbaut:1899/1900
Architekt: Joseph Maria Olbrich

Der Dramatiker und Kritiker Hermann Bahr ließ 1899/1900 diese Villa im Typus eines süddeutschen Bauernhauses errichten. Karl Kraus verdächtigte Bahr damals, den Baugrund als Gegenleistung für positive Kritiken über Aufführungen am Volkstheater geschenkt bekommen zu haben. Der Grund gehörte damals dem Direktor des Deutschen Volkstheaters. Tatsächlich gab es aber einen Kaufvertrag, der den damals üblichen Preis beinhaltete. Zwischen 1900 und 1912 war die Villa Treffpunkt für Wiener Künstlerinnen und Künstler. Zu den Gästen zählten unter anderen Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Richard Beer-Hofmann, Gustav Klimt, Otto Wagner, Richard Strauss und Gustav Mahler. 1912 übersiedelte Bahr mit seiner Frau, der Hofopernsängerin und Richard Wagner Interpretin Anna von Mildenburg, nach Salzburg. Die Innenausstattung, die von Joseph Maria Olbrich stammte, nahm er mit. Die Villa wurde 1914 und 1955 adaptiert.

Villa Bergauer

13., Wattmanngasse 47
Fahrplanauskunft

Erbaut: 1894/95
Architekten: Josef Mochal & Prokop

1894/95 ließ der Realitätenbesitzer Franz Bergauer die zweigeschossige Villa errichten. 1906 erwarben Caroline und Eugen Krauspe den Besitz. Ab 1942 war Caroline Krauspe unter dem Namen Lotte Medelsky die alleinige Besitzerin. Sie war als Burgschauspielerin weit über die Grenzen Österreichs bekannt. Das Gebäude ist seit seiner Errichtung nahezu unverändert geblieben. Die originale malerische Silhouette konnte trotz einer Sanierung durch den damaligen Besitzer Christoph Wurzer im Jahr 1995 erhalten bleiben. Die Vor- und Rücksprünge der einzelnen Baukörper sind charakteristisch für diese Villa. Das Gebäude ist keine Repräsentationsvilla, es überzeugt durch ein ausgeglichenes Verhältnis der Maße und gediegene Qualität.

Villa Blaimschein

13., Lainzer Straße 28
Fahrplanauskunft

Erbaut: 1875
Architekt: Wilhelm Stiassny

Das Grundstück grenzt an das ehemalige Vergnügungsetablissement "Neue Welt". Der Stadtbaumeister Josef Wenz errichtete die Villa für den Kaufmann Leon Mandl. 1900 erwarb der Margarinefabrikant Carl Blaimschein das zweigeschossige, streng symmetrische Gebäude. 1938 musste er Österreich verlassen. Die Villa weist den Charakter eines Zentralbaus auf und verfügt über Elemente der griechischen Antike, ganz im Sinne des Historismus. Die Nachkommen Blaimscheins besaßen die Villa bis 1958. Seither ist sie Eigentum der Republik Iran. In dieser Villa führte Dr. Karl Renner vom 21. bis 27. April 1945 Verhandlungen mit Vertretern der sozialistischen Partei, der österreichischen Volkspartei und der kommunistischen Partei. Die Verhandlungen betrafen die Bildung einer provisorischen österreichischen Staatsregierung, die am 27. April 1945 der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Villa Blum

13., Angermayergasse 1
Fahrplanauskunft

Erbaut: 1922/23
Architekt: Carl Witzmann

Das Grundstück umfasst zirka 30.000 Quadratmeter inklusive der Anhöhe des Trazerberges. Um 1800 stand mit hoher Wahrscheinlichkeit schon ein Gebäude an dieser Stelle. Ab 1880 spricht man von einer Villa, die im Besitz von Carl Schulda war. Auf der Anhöhe des Trazerberges stand ein Aussichtsturm, der in modifizierter Form heute noch existiert. 1916 kam es zu den Entwürfen für ein Gärtnerwohnhaus, einen Schuppen und ein neues Gewächshaus. Die Pläne wurden unter dem Besitzer Leopold Blum verwirklicht, der das Gebäude 1918 kaufte. Leopold Blum war Besitzer der Wachstuchfabrik Blum & Haas. Er gab den Auftrag zum Bau eines Einfamilienhauses an der Stelle der alten Villa, die 1921 abgetragen wurde. 1941 beschlagnahmte die Gestapo das gesamte Anwesen. 1942 kaufte Prof. Dr. Ernst Heinkel die Anlage. Er war der Gründer der Ernst-Heinkel-Flugzeugwerke. 1938 bis 1939 entwickelte er das erste Turbinen-Luft-Stahltriebwerk der Welt. 1943 ließ er die Villa adaptieren und an der Ostseite einen dreiachsigen Anbau errichten. Eine Kelleranlage diente im Zweiten Weltkrieg zur Herstellung von Flugzeugmotoren. 1950 erhielt Leopold Blums Tochter die Liegenschaft zurück. Ihre Mutter verkaufte 1951 den Besitz an das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft. Ein Bundesseminar für das Land- und Forstwirtschaftliche Bildungswesen wurde eingerichtet. 1958/59 und 1978 kam es zu Ausbauten und Anbauten.

Villa Braunschweig

13., Auhofstraße 18
Fahrplanauskunft

Erbaut: 1871 bis1876
Architekt: Josef Kopf

1854 erwarb August Ludwig Wilhelm Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel das Grundstück in der Auhofstraße 18. Zwischen 1871 und 1876 wurde die Villa Braunschweig, das sogenannte Braunschweig-Schlössel, errichtet. Der eingeschossige unterkellerte Bau war ursprünglich streng symmetrisch angelegt und weist zwei vortretende Seitentrakte auf. 1886 ließen die Besitzer Johann und Theresa Stolzenthaler Teile der Villa umbauen. 1903 wurden von den folgenden Besitzern Karl und Anna-Maria Klietsch zwei Veranden angebaut. Weitere Umbauten fanden 1926 statt. 1938 wurde die Villa enteignet. 1947 wurde sie an die Nachkommen der ehemaligen Eigentümer rückerstattet. Es folgten zahlreiche bauliche Veränderungen. 1981 sollte die Villa abgerissen werden. Die Bevölkerung verhinderte dieses Unterfangen durch eine Unterschriftenaktion. Seit 1983 ist das Anwesen im Besitz des Bundes.

Villa Dollarprinzessin

13., Lainzer Straße 127
Fahrplanauskunft

Erbaut: 1866/67
Architekt: Josef Zeller
Adaptierung: 1909/10 durch Ludwig Ramler

Ludwig Ramler baute für den Operettenkomponisten Leo Fall und seine Frau Bertha die bestehende zweigeschossige Villa um. Geändert wurden die Eingangssituation und der Dachbereich. Im Dachbereich war das Arbeitszimmer von Leo Fall untergebracht. Die Bezeichnung des Wohnhauses als Villa Dollarprinzessin stammt vom Komponisten selbst. Mit der gleichnamigen Operette feierte er am 2.Juli 1907 im Carltheater einen sensationellen Erfolg. Im Zuge des Umbaus 1909/10 wurde ein ebenerdiges Gästehaus und eine Automobilremise mit einer Waschküche errichtet. Die fünfachsige Fassade erhält durch die Holzkonstruktion des Aufgangs einen besonderen Charakter. Die polygonalen Türme mit Pyramidendächern sind keine alltäglichen Bauelemente.

Villa Forster

13., Adolfstorgasse 21
Fahrplanauskunft

Erbaut: 1898/99
Architekten: Ferdinand Fellner junior, Hermann Helmer

Die Architekten Ferdinand Fellner junior und Hermann Helmer errichteten für Dr. Karl Forster 1889/99 diese Ein-Mann-Villa. Sie war als Sommerhaus gedacht und ist zum Großteil im originalen Bauzustand erhalten. Dieser neugotische beziehungsweise neuromanische Bau erhält durch den Eckturm einen zusätzlichen Charakter. Er dominiert den abwechslungsreich gegliederten und malerisch anmutenden Baukörper.

Villa Geitler

13., Lainzer Straße 43
Fahrplanauskunft

Erbaut: 1894/95
Architekten: Ferdinand Fellner junior, Hermann Helmer

Die heutige Villa besteht seit 1894/95 und wurde für Robert und Anna Geitler errichtet. Der Vorgängerbau enthielt im Garten zwei Glashäuser aus den Jahren 1874 und 1889. Beide wurden 1905 durch ein ausgedehntes Glashaus ersetzt. In der Folge wurde es zu einer Garage umgebaut. Von 1917 bis 1919 bewohnte die Villa Erzherzogin Blanca, geborene königliche Prinzessin von Bourbon, Infantin von Spanien und Gemahlin von Erzherzog Leopold Ferdinand Salvator. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Villa im Inneren umgebaut. 1968 erfolgte ein weiterer Umbau. Seit 1958 ist die im spätbarocken Stil erbaute Villa wieder im Besitz einer einzigen Familie.

Villa Hohenfels

13., Hietzinger Hauptstraße 31
Fahrplanauskunft

Erbaut: 1890/91
Architekt: Karl Scheffler

Auf dem ehemaligen Areal der "Neuen Welt" ließ die Fabriks- und Hausbesitzerin Karoline Tobisch eine zweigeschossige palaisartige Villa erbauen. 1894 war Alfred Freiherr von Berger Besitzer der Villa. Seine Frau, Freifrau Stella von Hohenfels-Berger, gab der Villa den Namen. 1920 gelang sie in Besitz von Sigmund Sachsel. Er verkauft die Villa noch im selben Jahr an den Fabrikanten Bernhard Altmann. Der Unternehmer ließ Zubauten errichten. Die Familie Altmann wurde 1938 von den Nationalsozialisten enteignet. 1947 wurde Nelly Altmann der Besitz rückerstattet, in der Folge ließ sie drei getrennte Wohnungen einrichten. Danach waren eine Baugesellschaft und eine Computerfirma im Gebäude untergebracht. 1989/90 wurde die Villa zur Gänze renoviert. Gegenwärtig dient das Gebäude als Büro für eine Bauprojektierungs-Ges.m.b.H.. Die Fassaden sind in historischem Stil gehalten. Es fanden vor allem italienische Renaissanceelemente und im Mittelteil der Nordseite auch barocke Details Verwendung.

Villa Niemann

13., Einsiedeleigasse 32
Fahrplanauskunft

Erbaut: 1882 oder 1883
Adaptierung und Anbau: Adalbert Witasek, 1899

1882 oder 1883 wurde ein Sommerhaus in der Einsiedeleigasse 32 errichtet. Dieses kaufte 1887 die Gattin des bedeutenden Architekten und Bauforschers Georg Niemann. Auf Grund der schlechten Heizmöglichkeiten bewohnte die Familie das Haus jahrelang nur von Mai bis Ende September. 1899 wurde das Gebäude generalrenoviert. Die Deckenmalereien und Fresken (Öl auf Putz) im Inneren der Villa stammen von Georg Niemann. Sie wurden 1972/73 restauriert. In den Jahren 1936, 1965 und 1968 kam es im Inneren wie im Äußeren des schlichten und konventionell wirkenden Gebäudes zu weiteren Umbauten.

Villa Stein-Pollak

13., Braunschweiggasse 4
Fahrplanauskunft

Erbaut um 1865
Architekt: Donat Woitak
Adaptierung: Eduard Frauenfeld und Berghof

Um 1820 befanden sich auf dem Gebiet der späteren Villa Stein-Pollak ausgedehnte Gärtnereien. 1864 erhielten die Bauwerber und Besitzer Alois und Karolina Stein und David Pollak eine Baugenehmigung. 1865 ließen sie eine Villa bauen. 1874 kaufte der Baumeister und Architekt Ignaz Drapala die Liegenschaft und adaptierte die Villa. Das Gebäude erhielt damals eine unruhige, überladen wirkende Fassade. 1884 kaufte Wilhelm Prinz von Hanau die Villa und ließ sie von den Architekten und Baumeistern Frauenfeld und Berghof umbauen. Die damals erfolgte Umgestaltung der Fassaden ist bis heute erhalten. 1905 kaufte Julius Frankl das Anwesen und ließ im Inneren erneut Umbauten ausführen. 1915 ging die Villa in den Besitz von Karoline Tobisch über. Auch sie ließ das Gebäude umbauen. 1997/98 erfolgte eine Generalrenovierung.

Villa Seutter

13., Vinzenz-Heß-Gasse 14
Fahrplanauskunft

Erbaut: 1881/82
Architekt: Ludwig Machowetz

Die in Hacking liegende Villa wurde stufenweise von Carl Neuwirth angekauft: 1850, 1855 und 1862. Der früheste Bau stammt aus dem Jahr 1819. Von dem Gebäude ist ein rechteckiger Grundriss bekannt. 1880 gelangte die Liegenschaft in die Hände des Unternehmers Carl Freiherr Seutter von Loetzen. Er entschloss sich auf Grund der schlechten baulichen Verhältnisse dazu, die Villa abzureißen und einen Neubau zu errichten. 1882 wurden ein Gewächshaus und eine Gärtnerei gebaut. Beide Bauten sind nicht mehr erhalten. Auch das zur Villa gehörende Zeughaus stand nur bis 1963. Christine Seutter von Loetzen, eine Urenkelin des Dichters Friedrich Hebbel, heiratete 1925 Karl Graf von Galler. Die frei stehende, auf relativ steilem Hang errichtete Villa ist bis heute im Besitz der Familie. Die ursprünglich für eine Familie geplante Villa ist heute in mehrere Wohnungen aufgeteilt. 1938 bis 1945 waren Teile des Gebäudes von der Hitlerjugend beschlagnahmt worden. 1945 wurden Soldaten des Volkssturms einquartiert. Danach diente die Villa als russisches Lazarett. In der Folge wohnten hier Angehörige der Alliierten und Flüchtlingsfamilien.

Villa Skywa-Primavesi

13., Gloriettegasse 14-16
Fahrplanauskunft

Erbaut: 1913 bis 1915
Architekt: Josef Hoffmann

Josef Hoffmann errichtete für Robert Primavesi, Mitglied des Abgeordnetenhauses, Großgrundbesitzer und Großindustrieller, diese Gartenvilla. An der Stelle der Villa stand zuvor ein demolierter Altbau. Auf dem Grund befand sich auch ein von Josef Kopf für Katharina Karolina von Görgey gebautes Haus mit Elementen des so genannten Heimatstils. Bei der Fassade der heutigen Villa wurden vorrangig klassizistische Formelemente verwendet. Die Villa wirkt äußerst repräsentativ. 1929 wurde das Gebäude teilweise neu eingerichtet. Bis 1942 war Dr. Leopold Panzer der neue Besitzer. Nach ihm war es in den Händen der NSDAP. Ab 1949 gehörte die Villa den Nachkommen von Dr. Leopold Panzer, die die Villa 1955 an den Österreichischen Gewerkschaftsbund verkauften. Dieser verwendete die Villa bis ins Jahr 2000 als Bildungs- und Schulungszentrum. 1976/77 erfolgten Adaptierungsarbeiten und 1992/93 wurden Renovierungsarbeiten durchgeführt. Die Villa gilt als das am aufwendigsten konzipierte Wohnhaus Josef Hoffmanns in Wien und zugleich als herausragender Bau des Jugendstils.

Villa Schopp

13., Gloriettegasse 21
Fahrplanauskunft

Erbaut: 1899 bis 1901
Architekt: Friedrich Ohmann, Mitarbeit: Josef Hackhofer

Das Grundbuch weist darauf hin, dass ab 1852 Johanna Gräfin Esterházy die Besitzerin der Liegenschaft war. Eine Villa existierte aber spätestens seit 1819, wie aus einem franziszeischen Katasterplan ersichtlich ist. 1864 wurde ein Glashaus gebaut. Die Fassade der zweigeschossigen Villa war streng symmetrisch. 1881 war Josef Zichy der Besitzer der Liegenschaft. 1898 gelangte sie in den Besitz des Katholischen Waisenhausvereins. 1899 ging das Anwesen an den Realitätenbesitzer August Schopp und seine Frau Hermine über. 1899 wurde die Villa rigoros umgebaut. Auch die Fassade wurde verändert. Durch die Umgestaltung bekam sie ihr modernes Aussehen. 1910 wurde ein neues Gewächshaus errichtet. Die Villa Schopp und ihre Nebengebäude stehen seit 1978 unter Denkmalschutz. Sie zeugt von einem Übergangsstil, der die Arbeit Friedrich Ohmanns weit gehend bestimmte: Ein vor allem der Barockzeit nahe stehender Späthistorismus verbindet sich mit Elementen im Wiener Jugendstil.

Villa Uzel

13., Kopfgasse 8
Fahrplanauskunft

Erbaut: 1899/1900
Architekt: Oskar Laske unter Mitarbeit von Victor Fiala und Hermann Müller

Die für Alois Uzel errichtete Gartenvilla wurde auf dem Grund des ehemaligen Vergnügungsparks "Neue Welt" von Oskar Laske errichtet. An seiner Stelle lag früher das so genannte Große Herrschaftshaus. Die 1899/1990 gebaute Villa Uzel wurde 1911/12 adaptiert, sie wurde in zwei Wohnungen unterteilt. Ihr Äußeres ist im Nürnberger Stil gehalten. Symmetrien wurden vermieden. Auf die lebendige Figuration des Baukörpers und eine bewegte Silhouette wurde großer Wert gelegt. Elemente mittelalterlicher Architektur, beispielsweise Rundbogenarkaden, verweisen auf den Historismus.

Villa XAIPE

13., Grünbergstraße 2, Schönbrunner Schlosspark, Eingang Meidlinger Tor
Fahrplanauskunft

Erbaut: 1793
Architekt: Raimund Wetzlar von Plankenstern

Im Jahr 1793 wurde die Villa erbaut. Ab 1810 ist das Nebengebäude mit dem Hauptbau in einer Hand vereint. Das sogenannte Schubertstöckl in der Grünbergstraße 2 war einst das Gartenhaus der Villa. Um 1800 fand im runden Salon der Villa ein Wettkampf im Klavierspielen zwischen Ludwig van Beethoven und dem Pianisten Joseph Wölfl statt. 1848 wohnte in der Villa der vermögende Privatier Ignaz Mayer von Alsso-Ruszbach. Er veranstaltete ein wöchentliches Jour fixe, an der Gelehrte und Künstler teilnahmen. Es kam im Laufe der Zeit unter verschiedenen Besitzern zu vielen Um- und Einbauten. 1927/28 wurde in den Räumen im Erdgeschoss der Villa das Café Schlössl gebaut. 1927 war die Liegenschaft an das Ehepaar Julius und Maria Bokor verpachtet. Bedeutende Persönlichkeiten wie Richard Strauss, Josef Hoffmann, Arthur Schnitzler oder Richard Eybner waren gern gesehene Gäste bei dem Ehepaar. Die Pächter wurden 1938 gewaltsam vertrieben. Ein deutsches Ehepaar zog ein und unterteilte das Haus in Wohnungen. Während der Kriegs- und Besatzungsjahre wurde die Villa stark beschädigt. Die Fassade des zweigeschossigen unterkellerten Baus ist stark französisch beeinflusst.

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