Adolf Loos in Hietzing

Einfamilienhäuser von Adolf Loos

Adolf Loos gilt als Kulturreformer und genialer Erneuerer moderner Architektur. Er errichtete im 13. Bezirk fünf frei stehende Einfamilienhäuser und baute zwei bestehende Einfamilienhäuser um. Er schuf 1921 den nur in Ansätzen verwirklichten Bebauungsplan der Siedlung Friedensstadt und innerhalb dieser vier Reihenhäuser sowie 1930 bis 1932 zusammen mit Heinrich Kulka die vier Häuser in der Werkbundsiedlung.

Adolf Loos kämpfte in seinen Schriften und seinem baulichen Werk kompromisslos, einsam und mit vielen Rückschlägen für ein dem modernen Menschen entsprechendes kulturelles Umfeld. Architektur sollte davon nur ein Teilbereich sein. In schonungsloser Fragestellung nach dem einer Zeit entsprechend Notwendigem und Nützlichem, jedoch in Anerkennung des Bewährten, verstand er seine Arbeit als Dienst am Menschen.

Außergewöhnlicher Baustil

Der typische Baustil von Adolf Loos ist vor allem durch folgende Punkte charakterisiert:

  • Eingehende Material- und Handwerkskenntnis; er absolvierte während seiner Ausbildung an der Höheren Gewerbeschule in Reichenberg ein Praktikum als Maurer. Diese Erfahrung prägte die unnachahmliche Sensibilität des Architekten bei der Wahl und Anwendung des Materials.
  • Ablehnung der Verschwendung von Raum, Material und Arbeitskraft; Bedachtnahme auf Dauerhaftigkeit
  • Entschiedene Haltung gegen das wuchernde willkürlich angewendete Ornament: 1908 hält Adolf Loos den Vortrag "Ornament und Verbrechen" und stellt sich gegen den Jugendstil sowie die Wiener Werkstätte.
  • Außerordentliche Fähigkeit, Raum sparende, kompakte und zugleich großzügig wirkende Entwürfe vor allem im Bereich des Einfamilienhauses zu entwickeln
  • Gliederung des Bauvolumens nach einem Raumplan: auf verschiedenen Niveaus liegende und an kein durchgehendes Stockwerk gebundene Räume eines Hauses weisen unterschiedliche Höhen auf. Dadurch ergeben sich variantenreiche Raumerlebnisse.

Es war Loos Absicht, die zentral gelegene Raumgruppe innen von verschiedenen Höhen aus erlebbar zu machen. Die reiche Raumfolge ist am Außenbau infolge der Strenge des Kubus nicht ablesbar. Erst in seinen späteren Arbeiten dringen Raumteile in Form von Erkern nach außen. Die blockhafte Wirkung bleibt jedoch bestehen. Die Gestaltung nach einem Raumplan ist heute bei vielen Architektinnen und Architekten zwar entsprechend abgewandelt, bleibt aber ein wesentliches Gestaltungselement ihres Schaffens.

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