Ergebnis der Schlingermarkt-Umfrage

Bezirksvorsteher Georg Papai hat vergangenen Herbst alle Floridsdorferinnen und Floridsdorfer im Rahmen einer großen Umfrageaktion eingeladen, ihre Ideen zum Floridsdorfer Markt - im Volksmund besser als "Schlingermarkt" bekannt - einzubringen. Die Umfrage war in einen Fragenkatalog zum Ankreuzen und einen Bereich für frei formulierte Anregungen gegliedert.

Bezirksvorsteher Georg Papai und andere Menschen am Schlingermarkt

"Der Schlingermarkt ist Teil unserer Bezirksgeschichte - ein Stück Tradition, das nun aufgewertet werden soll", sagt Bezirksvorsteher Georg Papai.

Der Schlingermarkt besteht aus 40 Ständen mit einer verbauten Fläche von 1.618 Quadratmetern. Jeden Freitag und Samstag gibt es auf der angrenzenden Freifläche einen beliebten Bauernmarkt.

Der ursprüngliche Floridsdorfer Markt befand sich 1887 am Spitz. Er wurde 1926 in den neu errichteten Schlingerhof an der Brünner Straße integriert und ein Jahr später eröffnet. 1946 musste der Markt wegen weitgehender Zerstörungen im Krieg neu aufgebaut werden.


Besondere Bedingungen – breite Basis

Die Grundbedingungen sind alles andere als einfach: Während auf anderen Märkten Wiens die Stände lediglich verpachtet sind und das Marktamt damit die Möglichkeit hat, auf Warenangebot und Erscheinungsbild steuernd einzugreifen, befinden sich die Stände am Schlingermarkt historisch gewachsen im Eigentum der Standlerinnen und Standler selbst. Bezirksvorsteher Papai muss somit seine Initiative auf eine breite Basis stellen und hat daher eine Arbeitsgruppe mit allen Fraktionen in der Bezirksvertretung, Gebietsbetreuung und Marktamt ins Leben gerufen und steht auch mit den Gewerbetreibenden am Markt in ständigem Kontakt.

Bezirksvorsteher Georg Papai:

Wir haben rund 430 Rücksendungen aus der Bevölkerung erhalten. Diese Zahl und der hohe Anteil an frei formulierten Ideen lässt erkennen, wie wichtig den Floridsdorferinnen und Floridsdorfern ihr Markt ist.

Bemerkenswert ist das breite Altersspektrum: Die mit acht Jahren jüngste Umfrageteilnehmerin wünscht sich einen Brunnen, "damit ich das Obst gleich waschen und essen kann", die mit 90 Jahren älteste Teilnehmerin wünscht sich, wenig überraschend, Sitzmöglichkeiten zum konsumfreien Ausruhen.

Umfrageergebnis

Die Umfrage zum Schlingermarkt erfolgte von September bis Oktober 2016. Es nahmen insgesamt 427 Personen an der Befragung teil, davon waren 55 Prozent Frauen und 30 Prozent Männer, der Rest machte keine Angaben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beantworteten die Fragen größtenteils sehr ausführlich und konstruktiv.

Häufigkeit des Besuches und Anreise: Die meisten Befragten besuchen den Floridsdorfer Markt einmal wöchentlich, dabei benötigen sie meist fünf bis zwanzig Minuten um das Marktgelände zu erreichen.

Produkte und Angebote: Zwei Drittel der Befragten kaufen am Markt Obst und Gemüse sowie Fleisch. Dabei ist den Kunden primär die Frische der Ware wichtig. Die Produkte sollten, wie am Bauernmarkt, aus der Region stammen und das Angebot an Bio-Produkten könnte ausgebaut werden. Zusätzlich spielt die Auswahl eine große Rolle: Hauptsächlich sind exotische aber auch regionale Spezialitäten gefragt. Bei Fisch und Brot würden sich die Marktbesucherinnen und Marktbesucher eine vielfältigere Produktpalette wünschen.

Gastronomie: Es geben zwar 35 Prozent der Befragten an, dass sie keine Speiseangebote benötigen würden, dennoch ist im frei formulierten Teil der Umfrage oft die Forderung nach mehr Gastronomie laut geworden. Feine internationale Gerichte mit höherer Qualität, aber auch Cafés und Konditoreien wurden am häufigsten gefordert. Wichtig ist den Befragten ebenso, dass man die Speisen unter freiem Himmel, etwa in Schanigärten, genießen kann.

Gestaltung: Für neue Sitzbänke und Grünanlagen haben sich 60 Prozent der Befragten ausgesprochen. Der Schlingermarkt sollte insgesamt freundlicher, heller und farblich gestaltet werden.

Öffnungszeiten: Längere und einheitliche Öffnungszeiten wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr häufig gefordert. Hier würden sich die meisten Befragten mit Öffnungszeiten bis 18 Uhr zufrieden geben.

Verkehr: Die größte Gruppe der Besucherinnen und Besucher erreicht den Markt zu Fuß (30 Prozent). Fast gleich groß ist der Anteil jener Personen, die mit dem Auto (28 Prozent) oder den öffentlichen Verkehrsmitteln (26 Prozent) zum Markt gelangen. Einigermaßen abgeschlagen ist der Anteil derjenigen, die mit dem Fahrrad kommen (16 Prozent). Von einigen Konsumentinnen und Konsumenten werden mehr Parkplätze gefordert.

Informationsbeschaffung: Über 53 Prozent der Befragten geben an, sich direkt vor Ort über Angebote und den Markt zu informieren. Die zweitgrößte Gruppe informiert sich über die Bezirkszeitung, allerdings sind das nur mehr 17 Prozent. 10 Prozent bekommen ihre Informationen durch Mundpropaganda oder Postwurfsendungen. 3 Prozent nutzen Facebook.

Andere Märkte: Der Markt am Handelskai wurde am häufigsten ausgewählt, vor allem auf Grund des Angebots an Obst und Gemüse. Auch der Hannover Markt und der Karmelitermarkt wurden als Beispiele genannt.

Sonstige Anliegen: Hier waren die häufigsten Nennungen "mehr Sauberkeit", "mehr Kulturveranstaltungen" und "günstigeres Angebot".

Jetzt folgt Leitbild

Bezirksvorsteher Georg Papai bedankt sich bei allen, die sich an dieser Umfrage beteiligt haben. Jetzt wird aus der Basis dieser Daten ein Leitbild für den Schlingermarkt erstellt, das auch infrastrukturelle Überlegungen, die seitens des Bezirks geleistet werden können, beinhalten wird.

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