Neue Straßen im Sonnwendviertel nach Favoritner Persönlichkeiten benannt

Neue Wohnhäuser

Das Sonnwendviertel ist ein neuer Bezirksteil mit 5.000 Wohnungen, einem Schulcampus, zahlreichen Gewerbeflächen sowie großzügigen Parkanlagen.

Im März 2011 beschloss die Bezirksvertretung Favoriten einstimmig die Benennung neuer Verkehrsflächen beim Hauptbahnhof Wien. Vier Gassen und Straßen im neu entstehenden Sonnwendviertel wurden nach Karl Vitaly, Maria Hlawka, Josef Arthold und Marianne Pollak benannt. Die Anträge zur Benennung der neuen Verkehrsflächen wurden am 7. Juli und am 13. September im Gemeinderatsausschuss für Kultur und Wissenschaft beschlossen.

Ehrung für besondere Verdienste

Mit der Namensgebung für Verkehrsflächen würdigt die Bezirksvertretung Favoriten vier außergewöhnliche Persönlichkeiten, die sich zu Lebzeiten für den 10. Bezirk verdient gemacht haben.

Karl Vitaly (1912 bis 2003)

Senator KR Karl Vitaly war ab 1947 Eigentümer des Modehauses Tlapa. Er baute es zu einem weit über die Grenzen des Bezirks bekannten und geschätzten Betrieb aus. Das Modehaus Tlapa war bis zu seiner Schließung viele Jahrzehnte ein Fixpunkt der Fußgängerzone Favoritenstraße. Für seine hervorragenden Leistungen erhielt Karl Vitaly eine Fülle von Auszeichnungen durch die Republik und die Stadt Wien.

Maria Hlawka (1914 bis 2005)

Maria Hlawka, geborene Thomschitz, war Erste Präsidentin des Wiener Landtages. Sie war von 1931 bis zum Verbot der Organisation im Februar 1934 Funktionärin der Sozialistischen Arbeiterjugend. Ab 1945 beteiligte sie sich am Aufbau der SPÖ-Favoriten. 1954 wurde sie in den Wiener Landtag und Gemeinderat gewählt, dem sie bis 1978 angehörte. Von 1967 bis 1973 war sie Vorsitzende des Wiener Gemeinderates, 1969 wurde sie als erste Frau zur Zweiten und 1973 zur Ersten Landtagspräsidentin gewählt. Die Vertretung von Frauenanliegen war einer der Schwerpunkte der politischen Tätigkeit Maria Hlawkas, die von 1965 bis 1977 Vorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen war.

Josef Arthold (1934 bis 2002)

Josef Arthold war Abgeordneter zum Nationalrat sowie Landtagsabgeordneter und Gemeinderat der Stadt Wien. Er war zunächst als Lehrer an verschiedenen gewerblichen und kaufmännischen Berufsschulen tätig. 1968 wurde er zum Direktor einer kaufmännischen Berufsschule für Großhandel in Wien ernannt. Josef Arthold engagierte sich in der Lehrervertretung und in der Gewerkschaft. Er gehörte von 1971 bis 1986 als im Wahlkreis Favoriten gewählter ÖVP-Mandatar dem Wiener Landtag und Gemeinderat an und übte dort ab 1983 die Funktion eines Vorsitzenden aus. Von 1986 bis 1994 wirkte er als Abgeordneter im Nationalrat.

Marianne Pollak (1891 bis 1963)

Marianne Pollak, geborene Springer, war Nationalrätin, Journalistin und Frauenrechtlerin. Sie war ausgebildete Sprachlehrerin für Französisch und Englisch. 1915 heiratete sie den Journalisten Oscar Pollak. Von 1927 bis 1934 war sie Redakteurin und Herausgeberin der Zeitschrift "Das Kleine Blatt" und befasste sich intensiv mit Frauenfragen. Marianne Pollak musste die Zeit von 1934 bis 1945 in der Emigration verbringen. Nach ihrer Rückkehr wurde sie 1945 für die SPÖ in den Nationalrat gewählt, dem sie bis 1959 angehörte. Neben ihrem Engagement in der Frauenbewegung trat sie auch als Publizistin hervor, vor allem als Herausgeberin der Zeitschrift "Die Frau". Das Recht der Frau auf Selbstbestimmung war ihr zentrales Anliegen.

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