Interreligiöses Gedenken in Favoriten

Gruppe von Männern

(v.l.n.r.) Robert Colditz (Erlöserkirche Wien-Süd), Dechant Matthias Felber (Pfarrer der Keplerkirche), Michael Wolf (Evangelische Pfarrgemeinde Christuskirche), Emanuel Aydin (Pfarrer der Syrisch-Orthodoxen Kirche), Schlomo Hofmeister (Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Wien), Marcus Franz (Bezirksvorsteher Favoriten) und Ibrahim Olgun (Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich)

Die interreligiöse Dialog-Gruppe Favoriten und Bezirksvorsteher Marcus Franz haben am 6. November 2019 zu einer Gedenkveranstaltung an die Ereignisse der Pogromnacht vom 9. und 10. November 1938 geladen.

Anwesend am Humboldtplatz waren die Vertreterinnen und Vertreter aller politischer Parteien sowie die Vertreter der Favoritner Religionsgemeinschaften, darunter Oberrabbiner Schlomo Hofmeister, Dechant Pfarrer Matthias Felber, Imam Ibrahim Olgun, Pfarrer Emanuel Aydin von der Syrisch-Orthodoxen Kirche, Michael Wolf von der Evangelischen Pfarrgemeinde Christuskirche sowie Kurator Robert Colditz von der Erlöserkirche Wien-Süd.

Denkmal erinnert an die Synagoge

Der Humboldttempel war von 1896 bis 1938 in Betrieb und diente als gesellschaftliches, religiöses und kulturelles Zentrum für die jüdische Bevölkerung des 10. Wiener Bezirks. Errichtet von Architekt Jakob Gartner, waren in dem Sakralbau ein Frauen-Wohltätigkeitsverein, ein Humanitätsverein und eine Kinderbewahranstalt untergebracht.

Die Synagoge wurde am 10. November 1938 im Laufe des Novemberpogroms zerstört. Nach der Sprengung des Tempels und anschließender Plünderung wurde im selben Jahr die Ruine abgetragen.

Seit dem 2. November 2017 erinnert am Humboldtplatz ein Denkmal an die Synagoge, dessen Errichtung von allen Fraktionen in der Bezirksvertretung beschlossen wurde.

Wehret den Anfängen

Bezirksvorsteher Marcus Franz:

Respekt, Toleranz und Solidarität zwischen den religiösen, ethnischen und kulturellen Gruppen ist eine Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben – und das ist alternativlos. Die Lehre aus der Pogromnacht von 1938 muss lauten, dass sich solche Verbrechen niemals mehr wiederholen dürfen und wir den Anfängen wehren müssen.

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