Ausstellung "Brigittenau – Standort für Handel, Gewerbe und Industrie" im Bezirksmuseum

Im Bezirksmuseum in der Dresdner Straße ist die Schau "Brigittenau - Standort für Handel, Gewerbe und Industrie" zu sehen. Die Dauerausstellung widmet sich abwechselnd verschiedenen Brigittenauer Betrieben.

Schwarzweiß-Fotografie eines Pferdefuhrwerks vor einem Weinhaus und zahlreichen Menschen

Die Schau unternimmt einen spannenden und abwechlunsgreichen Rückblick auf rund 150 Jahre Wirtschafts- und Sozialgeschichte im Bezirk. Anhand von Brigittenauer Unternehmen wird der Wandel der Arbeit und des gesellschaftlichen Zusammenlebens im Lauf der Jahrzehnte thematisiert.

Die feierliche Eröffnung durch Bezirksvorsteher Hannes Derfler fand am 21. September 2017 statt.

Über die Ausstellung

Durch die Rodungen ab 1846 und die Donauregulierung von 1870 bis 1875 wandelte sich das Gebiet der heutigen Brigittenau stetig. Auf den gewonnenen Baugründen entstanden erste Fabriksgebäude und Küchengärten für den kaiserlichen Hof. Auch die Metall- und Schwerindustrie ließ nicht lange auf sich warten.

Arbeiterbezirk mit hoher Bevölkerungsdichte

Mit den Fabriken kamen die Arbeiterinnen und Arbeiter mit ihren Familien, darunter auch viele Zugewanderte. Im Jahr 1910 hatte die Brigittenau 101.326 Einwohnerinnen und Einwohner. Zum Vergleich: im Jänner 2017 waren es 86.868.

Ein echter Arbeiterbezirk mit niedrigem Wohnstandard und sozialem Elend war entstanden. Unter diesen Umständen entwickelten sich viele Firmen in der Brigittenau zu Vorzeigebetrieben von Wien und ganz Österreich.

Zwangsarbeit und "Arisierungen"

In der NS-Zeit wurde der Leistungsdruck auf die Arbeiterinnen und Arbeiter erhöht. Einerseits sollte die Produktivität gesteigert werden, andererseits mangelte es an Arbeitskräften. In den Rüstungsbetrieben wurden Zwangsarbeiter aus den besetzten Gebieten eingesetzt und Frauen "zum Kriegsdienst verpflichtet". In zahlreichen Betrieben bildeten sich Widerstandsgruppen. Ihre Mitglieder wurden meist zum Tod verurteilt, wenn sie aufflogen. Bis heute kaum aufgearbeitet ist die "Arisierung" von Brigittenauer Betrieben und ihre Folgen.

Wirtschaft im Wandel: Büros statt Fabriken

Vor allem seit den 1970er-Jahren hat sich die Brigittenau zu einem offenen, lebenswerten Wohnbezirk gewandelt. Viele Fabriken sind abgewandert, dafür wurden Bürogebäude und Bildungsstätten errichtet.

Veranstaltungsdetails

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