Obstmarkt am Donaukanal

Männer sortieren Apfel in den voll beladenen Booten

Drei junge Obsthändler aus der Wachau, Ernst Kritsch aus Spitz an der Donau, Franz König und Maria Winter aus Mitterarnsdorf, entschlossen sich nach Ende des Ersten Weltkriegs, Wien direkt mit Obst zu beliefern. Über einen Einkäufer aus Hütting in Oberösterreich kauften sie in der Wachau und in Oberösterreich die Waren ein. Das Obst wurde auf großen Zillen über die Donau und den Donaukanal bis zur Friedensbrücke befördert.


Verkaufsstände auf der Brigittenauer Lände

Auf der Brigittenauer Lände wurden Verkaufsstände errichtet, wo die Kunden die diversen Obstsorten vom "Maschansker" bis zum "Strudler" verkosten und auswählen konnten. Allerdings wurden nur Mengen ab fünf Kilogramm verkauft. Die Einkaufstaschen der Kunden wurden vom Verkaufspersonal auf den Kähnen angefüllt und über wackelige Holzstege zum Ufer gebracht, wo sodann der Inhalt gewogen und verkauft wurde.

Die leeren Schiffe wurden von Pferden den Donaukanal aufwärts bis nach Nussdorf gezogen. Von dort wurden sie per Postschiff wieder in die Wachau zurückgebracht.

Reger Handel bis in die späten 1930er-Jahre

In der Vorweihnachtszeit wurden auf Flößen auf die gleiche Art Christbäume nach Wien gebracht. Der Holzgroßhändler Reeder aus der Treustraße kaufte danach die Flöße zur weiteren Verwertung.

Den Obstverkauf am Donaukanal in Höhe der Friedensbrücke gab es bis in die späten 1930er-Jahre.

Blick über den Donaukanal, im Vordergrund ein Obstkahn
beladene Obstkähne am Ufer angelegt
Menschenmenge auf einem Obstkahn und einer Planke
mit Christbäumen beladene Kähne
Anlegende Obstkähne
Männer tragen eine Obstkiste über eine Planke
Obstmarkt am Donaukanal
Männer bei leeren Kähnen am Obstmarkt am Donaukanal
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